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Lübeck Schlepper „Simson“ macht den Lübecker Hafen wieder sicher
Lokales Lübeck Schlepper „Simson“ macht den Lübecker Hafen wieder sicher
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22:21 06.11.2013
Kapitän John Busch aus den Niederlanden hat das Kommando auf dem Schlepper.

Die Crew um Kapitän John Busch demonstrierte eben mal, was der 21 Jahre alte Schlepper „Simson“ alles drauf hat. Mit imposanten Fontänen aus der Feuerlöschkanone dampfte der 30 Meter lange und 9,50 Meter breite Schlepper am Ostpreußenkai vorbei. Die Vertreter der Hafenwirtschaft, die „Simson“ bei einem kleinen Festakt offiziell begrüßten, waren beeindruckt. „Lübeck hat wieder einen Schlepper“, freute sich Dierk Faust von der Firma Lehmann.

Seit Anfang 2012 war der größte deutsche Ostseehafen ohne eigenen Schlepper. Die Lübecker Schlepp-Reederei Johannsen & Sohn hatte ihr Gefährt abgezogen, weil die Zahl der Einsätze immer weiter sank und sich die Stationierung nicht mehr lohnte. Lübeck stand ohne Schlepper da. Wenn einer benötigt wurde, musste er aus Rostock geordert werden. Das war teuer und aufwendig. „Ein eigener Schlepper ist von enormer Bedeutung für das Sicherheitskonzept eines Hafens“, erklärte Ulfbenno Krüger von der Lübecker Hafen- Gesellschaft (LHG). Bei Schlechtwetter und Notlagen bräuchten die Fähren und Schiffe Unterstützung. Krüger: „Die schnelle und ständige Verfügbarkeit stärkt den Standort.“

5276 Schiffsanläufe zählte der Lübecker Hafen im vergangenen Jahr. Die Zahl der Schleppereinsätze lag bei unter fünf Prozent. „Es ist wie mit einer Feuerwehr“, sagte Dierk Faust von der Firma Lehmann, „man braucht sie zwingend und hofft, dass man sie selten nutzen muss.“ Apropos Feuerwehr: Faust regte an, dass „Simson“ auch als Feuerlöschboot tätig werden könnte. Das bisherige Löschboot brauche bald einen teuren Nachfolger. Den könnte Lübeck sich sparen und dafür seinen Anteil an der „Simson“-Finanzierung erhöhen.

20 Einsätze hat „Simson“ in den ersten vier Wochen seit seiner Ankunft in Lübeck gefahren. „150 Einsätze brauchen wir pro Jahr, damit sich die Stationierung rechnet“, erklärte Peter Rondhuis, Geschäftsführer von Svitzer. Das holländische Unternehmen, das sich als Weltmarktführer für Sicherheitsdienstleistungen in Häfen bezeichnet, hat zum ersten Mal einen Schlepper in einem deutschen Hafen postiert.

Svitzer ist nur nach Lübeck gekommen, weil die Hafenwirtschaft einen Festbetrag garantierte. 400 000 Euro im Jahr bringen Reeder und Hafenbetreiber als Basisabdeckung auf. Für die Reeder kommt ein sogenannter Schlepper-Cent hinzu. Für jedes Schiff, das den Hafen anläuft und größer als 1000 Bruttoregistertonnen ist, wird ein bestimmter Cent-Betrag fällig. Außerdem zahlen die Reeder die vierstelligen Kosten für den konkreten Einsatz des Schleppers. In anderen Ostseehäfen gebe es diesen Schlepper-Cent nicht, erklärte Frank Maaßmann von TT-Line auf Anfrage. Trotzdem akzeptieren die Reeder die fünfstelligen Summen, die im Jahr zusammenkommen. „In der schlepperlosen Zeit mussten wir einen Vorlauf von fünf Stunden in Kauf nehmen, bis ein Schlepper aus Rostock hier war“, so Frank Maaßmann. Dadurch kam es zu Verspätungen.

„Simson“ liegt am Skandinavienkai und ist rund um die Uhr einsatzbereit. Alle 14 Tage wird die Crew ausgewechselt. Ursprünglich sollte der Schlepper vorübergehend in Travemünde stationiert werden — bis der Svitzer-Schlepper „Trave“ da ist. Der fährt aber jetzt in Amsterdam. Dierk Faust: „Der ,Simson‘ passt besser nach Lübeck, er ist kleiner und wendiger als ,Trave‘“.

Das Konzept
In vielen Gesprächsrunden — mühsam, zäh und teilweise frustrierend — einigte sich die Hafenwirtschaft im Sommer dieses Jahres auf ein Schlepperkonzept. Beteiligt sind die Reedereien Finnlines, TT-Line, Transfennica, Stena Line und mehrere durch den Schiffsmakler Manfred Schröder vertretene Schiffseigner. Beteiligt sind die Hafenbetreiber LHG, Lehmann, Rodenberg, Hans Burmann, Lagerhaus Lübeck, ATR Landhandel, Brüggen und die Hafenbehörde LPA.

Kai Dordowsky

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