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Lübeck Schlussspurt: Weiher startet Kultur-Offensive
Lokales Lübeck Schlussspurt: Weiher startet Kultur-Offensive
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15:37 14.11.2017
Stellten die Kultur-Offensive vor: Bürgermeister-Bewerberin Kathrin Weiher (vorne), Michelle Akyurt (Grüne), Ragnar Lüttke (Linke), Thomas Rathcke (FDP), Anette Röttger (CDU) und Marcel Niewöhner (BfL). Quelle: Foto: Roessler
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„Die Diskussion im Wahlkampf wird zu sehr von den Stadtteilbüros dominiert“, sagt Weiher, „der Bürgerservice ist nur eines von vielen Themen.“ Die Bewerberin will Lübeck mit einer Kultur- und Wissenschaftsoffensive voranbringen. Lübeck sei die attraktivste Stadt in Norddeutschland und „durch und durch eine Kulturstadt“. Weiher: „Das muss als Pfund nach vorne getrieben werden.“ Kultur sorge für Touristen, spiele aber auch für Unternehmen, die sich ansiedeln wollen, sowie wie für Fachkräfte, die nach Lübeck ziehen sollen, eine immer größere Rolle. Nicht zuletzt komme Kultur aber auch den Einheimischen zugute.

Und das plant die Kandidatin konkret: Die Förderung für die freien Kulturanbieter soll auf 300000 Euro im Jahr verdoppelt werden. Zugleich werde die Förderung daran gekoppelt, dass die Kulturanbieter ihre Programme in die Stadtteile tragen. Für 450 000 Euro soll das Naturkundemuseum zu einem Umweltbildungszentrum weiter entwickelt werden.

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 „Ich will, dass in diesem Zentrum auch Fragen wie Klima, Energie, aber auch Verbrennungsmotoren oder Wohnungssanierung behandelt werden“, erklärt die Kandidatin. Die Investition will sie aus europäischen Fördertöpfen und Landesmitteln zusammentragen. Es soll ein weiteres Zentrum geben – ein Welterbezentrum. Als mögliche Standorte schweben der Politikerin die Vorhalle des Heiligen-Geist-Hospitals, ein Haus in der Königstraße oder ein Gebäude im Gründungsviertel oder auf der Wallhalbinsel vor. Eine klare Absage erteilt Weiher der Wiedereröffnung der Völkerkundesammlung als eigenständiges Museum. Im letzten Jahr des Bestehens habe die Völkerkundesammlung gerade einmal 3500 Besucher gezählt. Trotzdem „wäre es sträflich, diese herausragenden Exponate nur einzulagern“. Weiher plant damit Sonderausstellungen in St. Annen, im Beichthaus, der Synagoge und im Holstentor.

Auch aus dem Titel „Stadt der Wissenschaft“ will die Bewerberin mehr machen. In Zusammenarbeit mit dem Land will sie Professuren für Literatur, Ethik und Pädagogik an den Hochschulen einwerben.

„In Lübeck werden Physiker, Chemiker und Biologen ausgebildet“, sagt Weiher, „ich möchte mit einem Lehrstuhl in die Lehrer-Ausbildung einsteigen.“ Ihre Kompetenzen als Bürgermeisterin seien zwar begrenzt, aber sie werde sich auf Landesebene dafür verwenden. Weiher verfüge über gute Kontakte zum Ministerpräsidenten Daniel Günther (CDU), gibt sich das „bunte Bündnis“ aus CDU, Grünen, Linken, FDP und BfL zuversichtlich.

Bei der umstrittenen Bewerbung um den Titel der Europäischen Kulturhauptstadt 2025 sind sich Bündnis und Weiher einig. Weiher will die Bewerbung und sieht darin Chancen für die Entwicklung der Stadt.

Die bis zu zwei Millionen Euro will sie beim Land und bei Unternehmen einwerben. „Ich würde mir wünschen, dass die Politik mir ein Drittel der Bewerbungskosten gibt.“ Weiher wiederholte ihre öffentlich gemachte Äußerung, dass sie 2016 gute Kontakte zu Hamburger Unternehmern und zur Hamburger Bürgerschaft gehabt habe, dann aber von Bürgermeister Bernd Saxe (SPD) ausgebremst worden sei.

Mit einer Bewerbung wolle sie „nicht nur die bürgerliche Kultur der Hanse bespielen“. Eine Entscheidung der Lübecker Bürgerschaft steht noch aus.

 dor

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