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Lübeck Wohin mit dem Jugendtreff?
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13:15 13.12.2018
Eine leerstehende Industrieanlage in der Speckmoorstraße wird vom Bereich Jugendarbeit als geeignet für den Jugendtreff beurteilt. Quelle: Lutz Roeßler
Schlutup

Geld ist schon einmal da. Jetzt fehlen nur noch die Räume. Fieberhaft arbeitet der Bereich Jugendarbeit an der Suche nach einem Gebäude, in dem der Awo-Jugendtreff Zollhaus untergebracht werden kann. 13 Immobilien hat der Bereich in Schlutup unter die Lupe genommen – sieben Gebäude und sechs freie Flächen, auf denen neu gebaut werden müsste. Bereichsleiterin Birgit Reichel hat dem Jugendhilfeausschuss der Bürgerschaft die Immobilien vorgestellt. Darunter ein „cooles Objekt“.

Der Bund hat der Stadt das frühere Zollhaus in der Mecklenburger Straße 12 einst überlassen – mit der Maßgabe, dass dort 20 Jahre lang Jugendarbeit stattfinden muss. Diese Bindung läuft 2019 aus. Das gibt Gelegenheit, die gemeinsame Unterbringung von Jugendtreff und Grenzmuseum, das später dazukam, zu beenden. Zumal die beiden Einrichtungen nicht gut miteinander auskommen.

Birgit Reichel vom Bereich Jugendarbeit leitet die Suche nach einem Jugendtreff. Quelle: Daniel Donath

Für Kinder und Jugendliche sei der jetzige Standort nicht optimal, hat der Bereich Jugendarbeit schon vor Monaten festgestellt. Zugleich macht der Verein, der das Grenzmuseum betreibt, keinen Hehl daraus, dass er seine Einrichtung gerne erweitern möchte.

Die Bürgerschaft hat 200 000 Euro in den städtischen Haushalt 2019 eingestellt, damit der Jugendtreff umziehen kann, wenn ein geeignetes Objekt gefunden wird.

Eine Straße, zwei Immobilien. Die frühere Gaststätte „Schlutuper Tannen“ (l.) ist dem Bereich Jugendarbeit zu teuer. Quelle: Lutz Roeßler

Doch die Suche gestaltet sich schwierig. Eine Freifläche am Schlutuper Mühlenteich, die der Hansestadt gehört, sei inzwischen so zugewachsen, dass daraus ein Biotop geworden sei, sagt Reichel: „Die Fläche steht nicht mehr zur Verfügung.“ Freie Flächen vor und hinter dem Freibad waren in der Diskussion. Problem: Auf den Parkplatz vor dem Bad können die Lübecker Schwimmbäder nicht verzichten – und hinter dem Freibad ist es zu sumpfig.

Raus aus dem Rennen sind Gebäude in der Fabrikstraße und Hinter den Höfen, die beide vermietet sind. Ein ehemaliger Supermarkt in der Mecklenburger Straße sei zwar von der Lage her geeignet, aber die Stadt müsste Wände, Fenster und Heizungen einbauen. Zudem sei die Miete nicht günstig, sagte Birgit Reichel.

Bürger wiesen auf die leerstehenden Schlutuper Tannen hin, wo früher der „Böse-Buben-Ball“ gefeiert wurde. Mit 1500 Quadratmetern Fläche sei das Gebäude viel zu groß für einen Jugendtreff, der derzeit knapp 130 Quadratmeter habe, erklärte die Bereichsleiterin, außerdem sei die Miete zu hoch. Als „cooles Objekt“ bezeichnete Reichel eine direkt gegenüberliegende, weitgehend leerstehende Industriehalle. „Wir könnten uns sechs Räume herrichten und die Halle für Events nutzen“, sagte Reichel. Die Kung-Fu-Schule im Obergeschoss bliebe von den Plänen unberührt. Der Eigentümer würde zwei Euro Miete pro Quadratmeter nehmen. Dieses Objekt werde weiter geprüft.

Christiane Möller ist die neue Beauftragte für Kinder- und Jugendbeteiligung. Quelle: 54°/Felix König

Dabei würden die Kinder und Jugendlichen aus dem Stadtteil einbezogen, sagte die neue Beauftragte für Kinder- und Jugendbeteiligung, Christiane Möller. Es gebe Workshops und eine Fragebogenaktion, die von Schülern der Willy-Brandt-Schule ausgewertet werde. Aufgabe der Kinder und Jugendlichen sei auch, die möglichen, neuen Standorte des Jugendtreffs zu bewerten, erklärte Möller.

Die Awo, Träger des Jugendtreffs in Schlutup, will einem Umzug nicht im Wege stehen, erwartet aber einen geeigneten, neuen Standort. Geschäftsführerin Kerstin Behrendt: „Die Lösung muss lauten, dass es für den Jugendtreff und das Grenzmuseum besser wird.“ Standorte wie das „coole Objekt“ in der Speckmoorstraße seien sehr weit außerhalb. „Wir brauchen vernünftige Gruppenräume und die Nähe zur Schule“, sagt Behrendt. Aus Sicht der Awo sind eine Freifläche am Krümmling und eine städtische Fläche am Hafen deutlich attraktivere Plätze.

Kai Dordowsky

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