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18:12 11.11.2017

Der Mann kann nicht nur kochen, er hat auch echte Entertainer-Qualitäten: Meisterkoch Günter Weinberg. Beim ersten „Kombüsengold“-Abend in Wolf-Dietrich Turnés

liebevoll restauriertem einstigen Stecknitzfahrer-Amtshaus und bei der ersten Veranstaltung überhaupt in der „Location 25“ serviert er nicht nur feinstens gekochtes Labskaus, sondern brutzelt live inmitten kuscheliger Wohnzimmer-Atmosphäre mal eben 100 Spiegeleier, während er munter plaudert und nebenbei Küchengeheimnisse preisgibt. Nicht nur, dass er zwei gängige Theorien zur Entstehung des Labskaus präsentiert. Nein, er bringt auch so manche Hausfrau zum Erröten, als er über Kartoffeln spricht: Die dürfe man auf keinen Fall im Wasser liegen lassen und dann gemeinsam mit dem Wasser zum Kochen bringen. „Das Wasser muss kochen, dann kommen die Kartoffeln rein, das Salz gibt man erst zwei Minuten vor Ende der Kochzeit hinzu – Sie werden merken, es gibt ganz neue Geschmackserlebnisse!“

Doch der Koch ist beileibe nicht der einzige Akteur des Abends. Schauspieler Ben O. Bömkes, der selbst ein bisschen wie ein Seebär aussieht, hat sein Schifferklavier mitgebracht.

„Singen Sie mit, lieber laut und falsch als leise und richtig“, fordert er die 40 Besucher auf, die – mit entsprechenden Liederheften ausgestattet – laut und fröhlich Seemannslieder wie „Heute geht es an Bord!“ mitschmettern. Immer wieder trägt Bömkes so, wie es nur Schauspieler können, die unterhaltsamen Geschichten einiger der 32 Schiffsköche aus aller Welt vor, die sich im Buch „Kombüsengold“ mit Stories – zum Beispiel über durch den Dunstabzug geklaute Hähnchen – darin verewigt haben. Natürlich liefern sie auch Rezepte – allesamt wurden von Sterne-Koch Michael Röhm getestet.

Essen auf einem Schiff: „Das ist Seelentrost, Notausgang, ein Gefühl von Heimat. Für manchen ist der Schiffskoch der wichtigste Mann an Bord. Schmeckt das Essen gut, ist die Stimmung besser“, heißt es im Buch des Ankerherz- Verlages. Was der Lübecker Kapitän Stefan Schmidt nur bestätigen kann. „Der Koch ist wichtiger als der Kapitän“, behauptet er, „denn bei einer guten Mannschaft ist der Kapitän ersetzbar – der Koch nicht.“ Schmidt bereichert den Abend unter anderem mit Gedichten von Joachim Ringelnatz – wie dessen „Seemannsgedanken übers Ersaufen“:

Ich sterbe. Du stirbst. Er stirbt. Viel schlimmer ist, wenn ein volles Faß verdirbt. Aber auch wir wollen erst ausgetrunken sein. Besauft euch beizeiten . . .

Es ist die Vertrautheit unter den Akteuren, die Kombination, die auch für die Gäste den Abend „Kombüsengold“ so entspannt und gemütlich macht. Passend zum Thema des Abends haben sich Peter Röhl (74) und seine Frau Ursula (78) gekleidet: Sie tragen blau-weiße Fischerhemden und rote Halstücher. „Ich stamme aus Berlin – damit ich nicht so auffalle, habe ich mich heute als Schleswig- Holsteiner verkleidet“, scherzt Röhl, der „sehr gerne Labskaus mag“ und es auch selbst zubereiten kann. „Eine schöne Atmosphäre“, sagt seine Frau, „während Bömkes schon wieder ein neues Lied auf dem Schifferklavier anstimmt. Auch der waschechten Lübeckerin Kristine Holm, die mit ihrer Mutter in die „Location 25“ gekommen ist, gefällt der Abend „hervorragend“. Was zum einen daran liege, dass sie Labskaus liebe. „Aber auch die tolle Mischung aus Musik, Geschichten und Essen gefällt mir.“

Als süße Dreingabe kredenzt Weinberg rote Grütze mit Vanillesauce, und zum Abschluss stimmt er, von Ben Bömkes am Klavier begleitet, Leonard Cohens „Hallelujah“ an. Die Gäste singen den Refrain mit – da ist der „Kombüsengold“-Abend für alle Beteiligten so richtig rund.

Von Sabine Risch

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