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22:39 24.03.2016
Susanne Tolkmitt vom Tierschutz Lübeck hat viele Lieblinge im Tierheim. Sportmops „Winston“ ist aber die Nummer eins. Quelle: Fotos: Olaf Malzahn

Als um Punkt 14 Uhr Susanne Tolkmitt vom Tierschutz Lübeck das Tor zum Tierheim-Gelände öffnet, stehen Janine Köpsell und Chioma schon in Startposition. Ihr Wunsch: ein Hund. „Wir wollen jemanden finden, der zu uns passt“, sagt das Mädchen. „Und was die Rasse angeht, sind wir nicht festgelegt. Größer als Kniehöhe sollte er aber nicht sein“, merkt die Mutter an. Man wolle etwas Gutes tun und sei deshalb hier, ergänzt sie.

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Nach dem Hundecampus soll das Katzendorf kommen — Sechs Mini-Häuser für Kleingruppenhaltung geplant.

Im Eingangsbereich steuern sie gezielt auf das „Schwarze Brett“ mit den Hunde-Porträts zu; von „Lisa“ bis „Kira“, vom Yorkshire-Terrier bis zum Schäferhund — die Auswahl an Vierbeinern, die ein neues Zuhause suchen, ist recht groß. Für Jack-Russell-Dame „Lucy“ wurde aber noch kein Vermittlungs-Steckbrief erstellt; denn sie wohnt erst seit einer Nacht im Kücknitzer Resebergweg.

„Sie ist ein Fundhund und wurde uns erst gestern übergeben“, erklärt Tierpflegerin Ronja Siebel, „aber zum Glück haben sich die vermeintlichen Besitzer schon gemeldet. Mal sehen, ob sie es auch sind.“ Sagt es und macht sich auf den Weg zum Hundecampus — wo momentan 60 Tiere leben —, um den siebenjährigen Wirbelwind zur „Gegenüberstellung“ zu holen.

Als „Lucy“ schließlich an der Leine ins Gebäudefoyer geführt wird, sieht man ihr die Verunsicherung sofort an; die Rute ist zwischen den Beinen eingeklemmt. Doch die Angst ist in Sekundenbruchteilen verflogen, als sie Nejia Ben-Brahim und ihre Tochter Lilia erblickt. Überschwänglich fällt die Begrüßungszeremonie aus. „Durch eine Unachtsamkeit haben wir das Hof- Tor aufgelassen und es erst recht spät bemerkt“, erzählt die Mutter, „da war sie schon über alle Berge.“

Drei bis vier Stunden habe sie anschließend in der Nachbarschaft gesucht, die Nacht nicht geschlafen und erst nach einem Anruf bei der Polizei von dem „Findling“ in Kücknitz erfahren. „Und sie ist es tatsächlich“, frohlockt die Familie, die in der Schwartauer Landstraße wohnt.

Das seien sehr schöne Momente, kommentiert Susanne Tolkmitt, pädagogische Leiterin im Tierheim. Sie freut sich auch darüber, dass aktuell nur 40 Katzen auf neue Besitzer warten, da es schon Zeiten gab, in denen diese Zahl mehr als fünfmal so hoch war. Ebenfalls Anlass zur Freude gibt der seit Kurzem fertiggestellte Hundecampus, der es ermöglicht hat, eine soziale Großgruppenhaltung zu schaffen. „Wir haben jetzt zwei Gehege für große Hunde und jeweils eins für kleinere sowie für schwierige Zeitgenossen“, sagt Tolkmitt.

Nach diesem wichtigen Schritt zum Wohle der tierischen Bewohner ist schon ein weiterer in Planung: das Katzendorf. „Bis jetzt haben wir nur alte Holzbaracken als Katzenunterkünfte, die unter anderem keine gute Hygiene ermöglichen“, erklärt die erste stellvertretende Vorsitzende des Landestierschutzbundes. Deshalb sollen in den nächsten fünf Jahren Mini- Häuser auf dem Gelände entstehen, die jeweils vier einzelne Räume sowie ein Außengehege aufweisen. „Das ist ein mittelfristiges Projekt, das wir erst Anfang der Woche unseren Mitgliedern vorgestellt haben und für das wir nun offensiv werben wollen, da wir zur Realisierung wohl über 300000 Euro benötigen werden“, so Tolkmitt, die ebenfalls noch auf die neu gestaltete Homepage hinweist.

Tag der offenen Tür

Am Sonntag, 10. April, wird wieder zum „Tag der offenen Tür“ ins Tierheim eingeladen. Von 11 bis 17 Uhr gibt es im Resebergweg 20 Informationen aus erster Hand über den Tierschutz Lübeck. Zudem wird das Projekt „Katzendorf“ vorgestellt. Ansonsten hat das Tierheim dienstags, donnerstags und sonnabends sowie den ersten Sonntag im Monat jeweils von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Auch eine telefonische Anmeldung unter 0451/30 69 11 ist möglich • Info: www.tierheim-luebeck.de.

Von Michael Hollinde

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