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Lübeck Schon 1000 Geburten dieses Jahr: Baby-Boom in der Uniklinik
Lokales Lübeck Schon 1000 Geburten dieses Jahr: Baby-Boom in der Uniklinik
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21:40 10.07.2018
Das 1001. Baby in der Uni-Klinik in diesem Jahr: Da der kleine Arian und seine Mutter Jaqueline Müller nach der Geburt noch nicht ganz fit waren, erfuhr Geburt 1001, die kleine Greta von Annkathrin (32) und Töns Ristig (46), besondere Aufmerksamkeit in Form von Pressebesuch. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen
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St. Jürgen

Die „Storchentafel“ vor dem Kreißsaal im Eltern-Kind-Zentrum des UKSH ist vollgeschrieben bis ganz unten: Zehn Geburten allein am Montag. Mit Namen, Uhrzeit, Geburtsgewicht und Größe sind die kleinen Erdenbürger in bunter Kreideschrift hier verewigt. Nicht ohne Stolz zeigt leitende Hebamme Johanna Baran (56) auf die Tafel und erzählt, dass sie Geburt 999, die kleine Lotta, um 10.30 Uhr auf die Welt geholt habe. Nummer 1000, der kleine Arian, wurde um 13.18 Uhr per Kaiserschnitt von Mama Jaqueline Müller auf die Welt gebracht und „knackte“ die Rekordmarke.

Da der kleine Mann und seine Mutter noch nicht ganz fit sind, erfuhr Geburt 1001, die kleine Greta von Annkathrin (32) und Töns Ristig (46), gestern ganz besondere Aufmerksamkeit. Glücklich lächelnd sitzt die Mutter in ihrem Bett, die kleine Greta, die ein Geburtsgewicht von 3430 Gramm und eine Größe von 53 Zentimetern aufweist, schläft selig in Mamas Armen.

Zum Thema: Klicken Sie hier, um alle LN-Berichte zum UKSH zu lesen!

Zehn Geburten an einem Tag – das sei schon besonders, weiß Johanna Baran, die seit 1989 am UKSH arbeitet, aber überhaupt sei der aktuelle Trend ungewöhnlich. „Die Zahl der Neugeborenen ist bislang um 23 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen“, sagt Klinikdirektor Prof. Achim Rody. Und gab es letztes Jahr 70 Zwillingsgeburten, so sind es dieses Jahr schon jetzt 40. Rody: „Sollte es so weitergehen, werden wir erstmals die Grenze von 2000 Geburten überschreiten.“

Woran das liegen könnte? Zum einen, so Rody, sei bundesweit die Geburtenrate gestiegen. Zum anderen spielten sicher auch die neuen, angenehmen Räumlichkeiten im Eltern-Kind-Zentrum in Verbindung mit hoher medizinischer Sicherheit durch ein Perinatalzentrum eine Rolle. Diese Verbindung, weiß auch Dr. Verena Boßung, leitende Oberärztin des Kreißsaals, werde von immer mehr Eltern nachgefragt.

2000 Geburten für alle Seiten zufriedenstellend „abzuwickeln“, sei schon eine logistische Herausforderung, zumal die neue Klinik eigentlich für 1500 bis 1700 Geburten ausgelegt sei. „Ein großes Lob an die Hebammen, die mit dem alten Personalschlüssel alles wunderbar gewuppt haben!“

Auch für die Zukunft plant man im Eltern-Kind-Zentrum einiges: Nachdem Prof. Christiane Schwarz das Hebammen-Studium begleite, könne man sich künftig für unproblematische Geburten gut einen Hebammen-geleiteten Kreißsaal vorstellen, „denn für den Notfall ist Hilfe in unmittelbarer baulicher Nähe rund um die Uhr gewährleistet.“ Zudem denke man über eine Abteilung nach, in der von früheren Geburten traumatisierte Eltern auf eine möglichst angst- und stressfreie Geburt vorbereitet werden.

Sabine Risch

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