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Lübeck Schon 125 000 Euro: Lübecker kämpfen für ihre Petrikirche
Lokales Lübeck Schon 125 000 Euro: Lübecker kämpfen für ihre Petrikirche
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15:19 13.11.2013
Von Torsten Teichmann
Gemeinsamer Einsatz für die Petrikirche: Titus Jochen Heldt (v.l.), Hans-Peter Süfke, Petra Kallies, Bernd Leinert, Theo Dräger und Bernd Schwarze. Quelle: Wolfgang Maxwitat
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Lübeck

Das macht große Hoffnung: Lübecker Bürger zeigen ihre Liebe zur Petrikirche und haben bereits mehr als 25 000 Euro auf das Spendenkonto „Sieben Türme sollst Du sehen“ eingezahlt. Und kurz vor der Spenden-Gala am Ostermontag in St. Petri, mit der die Rettungsaktion für die Kirche eingeläutet wird, setzte die Gemeinnützige Sparkassenstiftung zu Lübeck ein deutliches Zeichen. Die Stiftungsvorstände Hans-Peter Süfke und Titus Jochen Heldt überreichten gestern Pröpstin Petra Kallies und Petri-Pastor Bernd Schwarze in der Petri-Kirche einen Spendenbescheid in Höhe von 100 000 Euro. „Das ist ein tolles Signal“, schwärmte Petra Kallies, und Bernd Schwarze sprach enthusiastisch von einem „phantastischen Auftakt. Ich kann es gar nicht fassen.“

Die an Palmarum 1942 beim britischen Bombenangriff völlig zerstörte Kirche, deren Wiederaufbau erst in den 1980er Jahre vollendet werden konnte, weist schwere Schäden am Turm auf (die LN berichteten). Eine Sanierung mit einem Kostenaufwand von 2,8 Millionen Euro ist unumgänglich und kann nicht auf die lange Bank geschoben werden. Bernd Leinert, Leiter der Kirchenbauhütte, ist besorgt: „Die Gesimse sind porös, Wasser dringt ins Mauerwerk ein, es gibt sehr viele tiefe Risse, 3000 Quadratmeter Fugen sind kaputt. Wir müssen da dringend ran.“

Doch der Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg ist finanziell nicht in der Lage, die Sanierung der Kirche aus eigener Kraft zu wuppen. Lübecks Bürgersinn ist wiedereinmal gefragt. Und der scheint ungebrochen zu sein. Hans-Peter Süfke: „Wir alle lieben diese Kirche.“ Die Nachricht über die schweren Schäden am Turm von St. Petri habe nicht nur die Lübecker geschockt, betonte der Stiftungsvorstand: „Es besteht Einigkeit, dass der Turm gerettet werden muss.“ Die Gemeinnützige Sparkassenstiftung zu Lübeck hofft, dass sie mit ihrer frühen 100 000-Euro-Spende „den Reigen der erwarteten umfangreichen Spendengelder eröffnet“. Davon ist Theo Dräger, Vorsitzender des St. Petri Bauvereins, überzeugt: „Das ist ein Ansporn für andere, ebenfalls zu spenden.“

Jeder Bürger habe die Chance, seinen persönlichen Beitrag zur Rettung von St. Petri zu leisten, hob Bernd Schwarze hervor. Mit der Sanierung müsse rasch begonnen werden, sonst drohe die Sperrung des Kirchturms. Auch müsse man frühzeitig Gefahren abwehren. Schwarze: „Es darf nichts Schlimmes passieren.“ Er wolle sich gar nicht ausmalen, was geschehen könne, „wenn irgendwann ein halber Stein aus 70 Metern Höhe fällt“. Hans-Peter Süfke machte Mut, als er weitere Finanzhilfe der Sparkassenstiftung in Aussicht stellte: „Wenn es eng wird, können wir helfen.“

Spenden-Gala am Ostermontag
Die große Spenden-Gala am Ostermontag, 1. April, beginnt um 19 Uhr in St. Petri. Einlass ist ab 18 Uhr. Die Gala ist als buntes Fest mit Musik und Wort und vielen Überraschungen geplant. Bereits ab 17 Uhr besteht die Möglichkeit, sich im Außenbereich der Kirche über die künftigen Sanierungsmaßnahmen zu informieren. Ab 18 Uhr ist der Turm geöffnet und es werden Gewölbeführungen angeboten.
Karten für 25 Euro (Schüler und Studenten frei) gibt es im LN-Pressehaus, an der Konzertkasse Hugendubel, im Pressezentrum, im Petri-Turmshop und an der Abendkasse. Der Gesamterlös der Spenden-Gala fließt direkt der Spendenaktion zu.

Torsten Teichmann

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