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Lübeck Schon wieder Feuer am Lindenteller - Fackenburger Allee gesperrt
Lokales Lübeck Schon wieder Feuer am Lindenteller - Fackenburger Allee gesperrt
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06:52 13.07.2016
Feuer am Lindenteller in einem ehemaligen Autohaus. Quelle: Holger Kröger
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Lübeck

Schwarzer, nach verbranntem Kunststoff stinkender Rauch zieht vom Gelände in unmittelbarer Nähe zum Lindenteller gen Innenstadt. Selbst auf der Altstadtinsel schließen viele die Fenster, Anwohner der Fackenburger Allee werden sogar dazu aufgerufen, Türen und Fenster zu schließen. Zum vierten Mal seit Februar 2015 brennt es auf dem 1,4 Hektar großen Grundstück. Die Feuerwehr, gegen 12 Uhr alarmiert, rückt mit rund 40 Kräften aus, Rettungsdienst und Polizei sind ebenfalls vor Ort. Wegen des Großaufgebotes kommt es im Bereich der Fackenburger Allee und des Lindentellers zu zeitweiligen Verkehrsbehinderungen.

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Fotostrecke: Im ehemaligen Gebäude eines Autohändlers am Lindenteller hat es am Dienstagmittag gebrannt. Wegen der Löscharbeiten wurde die Fackenburger Allee gesperrt.

Die Feuerwehrleute unter Einsatzleiter Marco Lihring haben zunächst große Mühe, aufgrund der massiven Rauchentwicklung und der großen Hitzeentwicklung den eigentlichen Brandherd zu lokalisieren. Zwei Angriffstrupps unter vollem Atemschutz gehen zur Erkundung ins Gebäude. Erst nach einer halben Stunde und mit Hilfe einer Wärmebildkamera entdecken sie: In einem mit Rigipswänden abgetrennten Büro im Erdgeschoss des Gebäudes brennt Mobiliar in voller Ausdehnung. „Wir haben eine derart enorme Hitzeentwicklung, dass es hier schon länger geschwelt haben muss“, sagt Einsatzleiter Lihring, nachdem es um 13.20 Uhr „Feuer aus“ heißt.

Doch noch immer ist es fast unerträglich heiß in dem Gebäudeteil, in dem Fenster zerbersten und allerlei Kabel verschmoren. Auch die Stadtwerke sind vor Ort, um sicherzustellen, dass keine Gefahr von möglicherweise noch vorhandenen Versorgungsleitungen im Haus ausgeht.

Weil die Ursache des Feuers unklar ist, wird der Brandort beschlagnahmt. Beamte des Kriminaldauerdienstes nehmen bereits gestern ihre Ermittlungen auf, Ergebnisse liegen bei Redaktionsschluss noch nicht vor.

Um das Gelände in unmittelbarer Altstadt-Nähe, das der Lübecker Architekt, Hotelbesitzer und Großvermieter Heinz Besser 2010 erworben hatte, gab es lange Streit: Der Investor wollte ein großes Wohn- und Bürohaus mit Tiefgarage auf dem Areal errichten – und auf bis zu 1400 Quadratmetern Einzelhandel, möglicherweise auch ein Kino. Zudem wäre das Gebäude deutlich höher geworden und hätte, so argumentierte die Stadt, die Sichtachse auf Lübecks Türme zerstört. Nach längerem Hin und Her fand man einen Kompromiss. Geschäfte werden kleinteiliger, die Gebäudehöhe reduziert. Ende Juni 2014 beschloss die Bürgerschaft den Bebauungsplan für das Areal. Zu seinen genauen Plänen wollte sich Heinz Besser bislang nicht äußern.

Getan hat sich – von den Bränden einmal abgesehen – jedoch bis heute nichts auf dem Gelände. Das einstige Autohaus und die angrenzenden Gebäude bilden nach wie vor ein wenig schönes Entree zum Unesco-Weltkulturerbe.

Sabine Risch

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