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Lübeck Schrecklicher Unfall am Badesteg
Lokales Lübeck Schrecklicher Unfall am Badesteg
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22:19 29.08.2016
Ein Verbotsschild und Piktogramme warnen Strandgäste unmittelbar vor dem Steg vor Gefahren. Quelle: Maxwitat
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Travemünde

Die rote Farbe der aufgemalten Piktogramme auf dem Lisa-Dräger-Steg ist leicht zu erkennen. Sie verdeutlicht, dass der Sprung vom Holzsteg verboten ist. „Etliche interessiert das nicht“, sagt Frank Hertlein. Wenn der Vorsitzende der Deutschen Lebens- Rettungs-Gesellschaft Lübeck die Badegäste in Travemünde anspricht und auf die Gefahren der Sprünge hinweist, nehmen viele das Verbot nicht ernst. Einige Ermahnte zeigen zwar Einsicht, viele springen aber auch weiterhin.

„Bei Wellengang sieht man den Grund nicht.“DLRG-Vorsitzender Frank Hertlein (52)

Am Sonntag endet einer der Brückensprünge dramatisch: Um 15.37 Uhr geht bei der DLRG- Hauptwache in der Kaiserallee ein alarmierender Funkspruch ein. Umgehend sprinten vier Lebensretter zum Steg, auch das DLRG-Rettungsboot ist schnell dort. Ein Mann ist nach einem Sprung mit Kopf und Genick auf dem Grund aufgeschlagen und treibt bäuchlings im Wasser. Erst eine Gruppe von Badegästen kann den Mann aufrichten und ein Ertrinken verhindern. Die DLRG-Helfer sind schon nach zwei Minuten am Unglücksort und beginnen sofort mit Erste-Hilfe-Maßnahmen. Gleich mehrere Rettungshelfer helfen, den stämmigen Verletzten aus dem Wasser zu ziehen. „An die 100 Kilogramm hat er bestimmt gewogen“, schätzt DLRG-Retter Ole Meinke, der mit dem Rettungsboot zur Stelle war und dabei half, den Mann auf einem Spineboard zu fixieren. Bei dem Badegast handelt es sich um einen 26-jährigen Hamburger.

„Eine Mischung aus einem Salto und einem Paketsprung“, beschreibt Selina Bernhardt das waghalsige Manöver des jungen Mannes. Die 18-jährige DLRG-Rettungsschwimmerin erlebt den tragischen Vorfall gleich bei ihrem ersten Wachdienst. Einen Tag nach dem Unglück wirkt sie noch immer tief betroffen.

Schnell erhält das DLRG-Team Unterstützung von einem Rettungswagen und einem Notarzt. Mit dem Helikopter „Christoph 12“ wird der Verletzte in die Uniklinik gebracht. „Er konnte seine Arme und Beine nicht bewegen“, sagt DLRG-Vorsitzender Hertlein. Ob der Badegast dauerhaft gelähmt bleibe, kann derzeit noch nicht eingeschätzt werden.

Fakt ist, dass das Sprung-Verbot ignoriert wurde. „Bei Wellengang sieht man den Grund nicht“, sagt Hertlein. Das Wasser sei an der Stelle aber nur knapp einen Meter tief. „Wir sprechen die Badegäste regelmäßig an, warnen und ermahnen“, sagt Hertlein. Die Verantwortung liege aber bei jedem selbst.

 Christoph Brandt

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