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Lübeck Schüler erklären die Welt der Hanse
Lokales Lübeck Schüler erklären die Welt der Hanse
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12:18 08.07.2016
Weist die künftigen Museumsführer ein: Historikerin Daniela Martin (v. l.) mit Camilla von Hoenning, Hannah Gerlach, Tim Neumann und Konstantin Beisner. Quelle: Fotos: Olaf Malzahn

Knapp 9500 Schülerinnen und Schüler haben seit der Eröffnung vor gut einem Jahr das Europäische Hansemuseum besucht. Künftig sollen sie mit Spezialführungen noch besser und altersgerecht durch die Welt der Hanse geleitet und begleitet werden – von anderen Schülern, die im Rahmen des Projektes „Jugend ins Museum“ der Michael-Haukohl-Stiftung ausgebildet wurden.

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Alle Lübecker siebten Klassen bekommen im kommenden Schuljahr kostenlose Führungen durch das Hansemuseum.

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Ab sofort können Lehrer siebte Klassen für das Schuljahr 2016/17 anmelden unter Telefon 0451/5808615 (Petra Severin). Die Führungen finden ab September montags um 10 Uhr statt.

Arbeitsblätter im Rahmen der Unterrichtspakete für neunte Klassen können unter www.jugend-ins-museum.de heruntergeladen werden. Anmeldung für die Schulstunde im Burgkloster ebenfalls bei Petra Severin.

Franziska Evers, Historikerin und Mitarbeiterin des Hansemuseums, hat nachgeschaut: Die Hanse steht auf dem Lehrplan für die vierten Klassen, das Mittelalter steht im siebten Schuljahr an. Hanse, sagt Evers, bedeute Gemeinschaft. „Das wollen wir vermitteln. Und dass Gemeinschaft stark macht.“ Was läge da näher, als Jugendliche einzusetzen, die aufgrund ihrer Nähe zu jüngeren Schülern auf deutlich mehr Akzeptanz und Interesse stoßen als Erwachsene?

Seit 2009 bildet die Haukohl-Stiftung alljährlich in zwei Gruppen je 15 Schülerinnen und Schüler entsprechend für ihren Einsatz in den Museen aus. Sie finanziert nicht nur die Ausbildung, sondern auch den kostenlosen Besuch durch Lübecker Schulklassen. Und: Die jungen Museumsführer bekommen eine Aufwandsentschädigung in Höhe von zehn Euro pro Führung. „Allerdings müssen sie innerhalb von 14 Tagen eine Rechnung schreiben und dürfen nur zwei Führungen pro Monat übernehmen“, sagt Michael Haukohl. Sie freue sich sehr, sagt Museumsdirektorin Dr. Felicia Sternfeld, „dass wir nun diese neue Kooperation starten.“

Dass sich alljährlich 14- oder 15-jährige Gymnasiasten, die genug mit ihrer Pubertät und G 8 zu tun haben, für das Projekt bereit finden, mag den Laien überraschen. Doch die jungen Katharineer und Johanneer sind mit Begeisterung dabei. Wie Hannah Gerlach (15): „Wir hatten in der sechsten Klasse selbst eine Führung durch ältere Schüler – das war superspannend. Als wir dann in der achten Klasse gefragt wurden, ob wir das machen wollen, war ich dabei.“

Historikerin Daniela Martin bildet die Schülerinnen und Schüler aus. „Wir treffen uns alle zwei Wochen, Frau Martin erzählt etwas über das Museum, und wir machen dann selbst Kurzführungen“, erklärt Hannah den Ablauf. Auch ihre drei Mitschüler, die wie sie schon das schwarze Poloshirt mit roter Aufschrift tragen, das sie als Museumsführer ausweist, sind angetan. „Es bringt auch für die Zukunft viel, wenn man früh lernt, vorn zu stehen und vor anderen zu sprechen“, sieht Konstantin Beisner (16) einen Vorteil der Museumsarbeit, und Tim Neumann weiß zu schätzen, „dass man viel Hintergrundwissen hinzu bekommt“. Camilla von Hoenning (15) könnte sich gar vorstellen, über das Museumsprojekt ihren Studienwunsch zu finden. Aber ein bisschen Zeit bleibt bis dahin ja noch, denn alle vier sind in der zehnten Klasse.

Fest steht: „Alle Lübecker Siebtklässler“, so Michael Haukohl, „können im kommenden Schuljahr kostenlos die Führung durchs Hansemuseum mitmachen.“ Die Lehrer müssten sie nur rechtzeitig anmelden.

Schwerpunkt ist übrigens Lübeck, was bedeutet, dass nicht alle Räume des Museums besucht werden.

Das Hansemuseum, das Anfang des Jahres angekündigt hatte, mehr für Kinder und Jugendliche zu entwickeln, hat in Zusammenarbeit mit der Haukohl-Stiftung zudem ein Unterrichtspaket „Widerstand und Verfolgung“ zur Zeit des Nationalsozialismus für die neunten Klassen entwickelt. Zu dem Thema erhalten Lehrkräfte Materialien für eine Unterrichtsstunde im einstigen Schöffengerichtssaal des Burgklosters.

 Sabine Risch

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