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Lübeck Schüler gestalten die Zukunft
Lokales Lübeck Schüler gestalten die Zukunft
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20:55 21.06.2016
Sie machen mit in der Schülervertretung der Prenski-Schule, coachen andere und geben das jährliche „Who is Who“ heraus: Lotta Peemöller (18, v. l.), Lulua Dahlmann (12) und Anna Kunze (16). Quelle: Maxwitat

Hier ein Wolfsfell, dort eine Insektenwohnung, an wieder anderer Stelle Tablets, auf denen Grundschüler die Entstehung ihres grünen Klassenzimmers erläutern. An noch einer anderen Ecke des Foyers in der Geschwister-Prenski-Schule präsentieren Schüler aus Lübeck sowie den Kreisen Stormarn und Ostholstein, mit welchen Projekten sie sich erfolgreich um die Zertifizierung als „Zukunftsschule.SH“ beworben haben.

Wie die Stadtschule Travemünde. Nicht nur, dass Grundschüler der vierten Klassen sich als Streitschlichter betätigen wie Hannes Guhl (11) und Anton Kannengießer (10). Einmal die Woche müssen die beiden einschreiten – und sind bei ihren Schlichtungsgesprächen immer zu zweit. Um welche Themen es dabei geht, darf nicht verraten werden. Ganz der Profi, sagt Hannes: „Alles was in dem Raum besprochen wird, bleibt auch in dem Raum.“ Wie ein Großer kann Hannes auch anhand eines Tablets erklären, wie in Eigeninitiative und mit vielen Helfern ihr grünes Klassenzimmer entstanden ist.

Die Initiative „Zukunftsschule.SH“ des Ministeriums für Bildung und Wissenschaft und des Instituts für Qualitätsentwicklung an Schulen vergibt alljährlich landesweit die Auszeichnung. Alle teilnehmenden Schulen haben sich der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) verschrieben. Die Sparkassen im Land sind Partner der „Zukunftsschule.SH“ und stellen alljährlich insgesamt 10000 Euro für den Nachhaltigkeitspreis zur Verfügung.

Wer nachhaltig agiert, beschäftigt sich nicht nur mit dem Erhalt der Umwelt und einem sorgsamen Umgang mit Ressourcen. Er engagiert sich gleichzeitig auch dafür, den Frieden zu wahren, anderen Menschen Zugang zu Bildung zu ermöglichen und wertvolle Kulturgüter zu erhalten.

Kein Wunder also, dass die Hanse-Schule für Wirtschaft und Verwaltung nicht nur ein Kunstprojekt zum Thema Frieden in die Zertifizierung hat einfließen lassen, sondern auch eines zur Denkmalpflege.

Chams Touré (20) zum Beispiel hat ein Plakat zu Lübecks Gründung erstellt und eine Umfrage zur Denkmalpflege gestartet. „Von 759 Befragten befürworten 65 Prozent die Denkmalpflege“, nennt er das Ergebnis. Mitschülerin Sylva- Vanessa Klein (20) hat mit anderen einen Liebesfilm „mit allen bekannten Lübecker Denkmälern“ gedreht, Sarah Path (24) hat sich als Cutterin betätigt und sich zudem am Kunstprojekt beteiligt. „Wir waren ganz überrascht, dass wir zertifiziert wurden – ich finde es super.“

Weitere prämierte Schulen aus Lübeck sind die Schule Falkenfeld, das Carl-Jacob-Burckhardt-Gymnasium, die Geschwister-Prenski- Schule und die Gotthard-Kühl- Schule. Hinzu kommen 23 Schulen aus dem Kreis Stormarn und zehn aus Ostholstein.

Doch nach der Präsentation ist vor der Zertifizierung. Petra Schuhr, Lehrerin der Prenski-Schule und Kreisfachberaterin für Natur- und Umwelterziehung sowie BNE, begrüßte in der Mensa unter anderem Schulrat Gustaf Dreier und mahnte, dass man sich aus den Problemen der Welt nicht heraushalten könne. Kinder seien, wenn man sie nur lasse, in der Lage, politisch verantwortlich und nachhaltig zu handeln.

Frank Schumacher, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse zu Lübeck, betonte die Wichtigkeit der Nachhaltigkeit, sein Bruder Jörg Schumacher, verantwortlich für die Stiftungen der Sparkasse Holstein, appellierte an die Schüler, bloß nicht das zu machen, was seine Generation gemacht habe. „Die Welt ist zu schön, um sie einfach fallenzulassen.“

Die Kriterien

3 Auszeichnungsstufen gibt es bei der Zertifizierung:

Stufe eins „Wir sind aktiv“ bedeutet, dass die Schule in einem Schuljahr mindestens zwei Aktionen aus den Feldern Wasser, Energienutzung, Mitbestimmen und Mitgestalten, Lebensräume gestalten, Mobilität, Globale Entwicklung, Gesundheit, Ernährung, Konsum und Ressourcen umsetzt, dokumentiert und öffentlich macht.

Stufe zwei „Wir arbeiten im Netzwerk“ fordert neben den Kriterien für Stufe eins, dass die Aktivitäten mit mindestens zwei außerschulischen Partnern vernetzt werden und dass sie bei Aktionen zusammenarbeiten, die alle drei Bereiche – ökonomisch, ökologisch und sozial – nachhaltiger Entwicklung abdecken. Zudem schafft die Schule Rahmenbedingungen, die kontinuierlich das Bewusstsein im Sinne von BNE fördern.

Stufe drei: „Wir setzen Impulse“ beinhaltet die Stufen eins und zwei sowie die Umsetzung eigener Beratungs-, Qualifizierungs- oder Hospitationsangebote in Kooperation mit Partnern.

BNE ist im Schulprogramm fest verankert, wird durch eine Steuerungsgruppe weiterentwickelt. Es wird intensive Netzwerk- und Pressearbeit betrieben.

 Sabine Risch

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