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Lübeck Schüler singen gegen Fremdenfeindlichkeit
Lokales Lübeck Schüler singen gegen Fremdenfeindlichkeit
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21:21 21.03.2016
Die Ernestinenschüler versammelten sich gestern gegen 12 Uhr zum Gesangsprotest auf dem Koberg. Quelle: Maxwitat

So richtig erklären können sich die Passanten diesen Auflauf nicht, der sich da gerade vor ihren Augen zur Mittagsstunde auf dem Koberg abspielt. Rund 200 Schülerinnen und Schüler stehen zusammen und stimmen — jeweils ausgestattet mit einem Strophen-Zettel — ein Lied an. „Leider ist das ein bisschen leise“, murmelt ein Ohrenzeuge. Eine Bemerkung, die Schulleiter Christian Petersen von der Ernestinenschule mit dem Satz „Bedauerlicherweise wurde die Lautsprecher-Anlage vergessen“ kommentiert.

Es ist der „Internationale Tag gegen Rassismus“, und die jungen Leute wollen ein akustisches Zeichen setzen. „Das Stadtschülerparlament hat zu einer Lübeck-weiten Aktion aufgerufen, die an den jeweiligen teilnehmenden Schulen durchgeführt werden soll“, erklärt Stadtschülersprecherin Semiha Demirci, die in die zwölfte Klasse der benachbarten Ernestinenschule geht. „Jede Schule vereinbart für sich eine Uhrzeit, an der alle Schüler zusammenkommen und das Lied ,Schrei nach Liebe‘ singen. Und wir haben uns hier nun auf dem Koberg versammelt.“ Die einzelnen Aktionen der teilnehmenden Schulen sollen gefilmt und zusammengeschnitten als Film unter dem Hashtag „#lübeckschreit“ im Internet veröffentlicht werden, ergänzt die 17- Jährige.

Was dann schließlich zur Aufführung kommt, ist mehr ein Sprechgesang als ein wohlklingendes Lied — was der Symbolkraft des Zusammenkommens der Schülerschar aus der Kleinen Burgstraße aber keinen Abbruch tut. „Du bist wirklich saudumm. Darum geht‘s dir gut. Hass ist deine Attitüde. Ständig kocht dein Blut. Alles muss man dir erklären. Weil du wirklich gar nichts weißt. Höchstwahrscheinlich nicht einmal, was Attitüde heißt“, so die ersten Zeilen des Liedes der Ärzte. In den Strophen wird ein fiktiver Rechtsextremist beschimpft.

„Wir haben uns auf diesen Song geeinigt, weil er genau zum Thema passt“, sagt Stadtschülersprecherin Demirci. Insgesamt habe sie bisher Rückmeldungen von fünf Schulen erhalten, die ebenfalls in dieser Art und Weise ihrem Protest gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit Ausdruck verleihen wollten. „Natürlich ist jedem Schüler die Teilnahme freigestellt worden, und die Eltern wurden vorher informiert“, merkt Schulleiter Petersen an. Man könne die Aktion als solche jedoch nur voll unterstützen. mho

LN

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