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Lübeck Schüleransturm auf die Lübecker Universität
Lokales Lübeck Schüleransturm auf die Lübecker Universität
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20:18 27.05.2016

„Die Professoren sind hier nicht so abgehoben wie in anderen Universitäten, und die Ausstattung der Uni ist toll.“ Die 17-jährige Anna Lena Seibel aus Leipzig ist hell begeistert von der Universität zu Lübeck. Sie würde hier gern Medizinisches Ingenieurwesen studieren. Gestern gehörte sie zu 420 Abiturienten und Oberstufenschülern aus ganz Deutschland, die sich beim „Schnuppertag“ auf dem Campus über die Studiengänge der Lübecker Uni informierten. Friedemann Werner (18) aus Bad Doberan hat den selben Studienwunsch wie Anna Lena und auch die gleiche Meinung von der Uni: „Das gefällt mir hier sehr gut. Die Universität ist nicht so elfenbeinturmmäßig.“ Auch der Lübecker Lukas Amort (18) verteilt die Note „Sehr gut“. Er will in seiner Heimatstadt Robotik und Autonome Systeme oder Medizinische Informatik studieren.

Den ganzen Tag über erforschten die jungen Leute die Studienmöglichkeiten auf dem Lübecker Campus, stellten unermüdlich Fragen in den Seminarräumen und drängelten sich in Laboren, um Eindrücke von der wissenschaftlichen Praxis zu bekommen.

2004 fand der erste „Schnuppertag“ auf dem Campus statt, initiiert vom Studiengang Molecular Life Science (MLS). Damals kamen gerade mal 15 Oberstufenschüler, erinnert sich Studienberaterin Dr.

Rosemarie Pulz vom Institut für Chemie. Das eine Universität wie die in Lübeck so attraktiv für Abiturienten ist, verwundert die Wissenschaftlerin nicht. Es gebe einen Trend, lieber an kleinen, feinen Universitäten zu studieren, statt an „Massen-Unis“. Außerdem gebe es in Lübeck mit Robotik und Autonome Systeme einen einzigartigen Studiengang. Viele junge Leute ziehe es, so Rosemarie Pulz, nach dem Schulabschluss nicht in die Ferne: „Sie wollen in ihrer Heimatregion bleiben und dort studieren.“ Aber wohl nicht alle. Denn unter den Teilnehmern des „Schnuppertags“ war eine große Zahl von Schülern aus Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen. Ein Teilnehmer war sogar aus Ungarn angereist. Doch das Hauptkontingent stellten die Norddeutschen, allen voran die Lübecker.

Warum studieren? Im bis auf den letzten Platz gefüllten Hörsaal 1 des Auditorium Maximum auf dem Lübeck Campus sprach Prof. Till Tantau, Studiendekan des Mint-Bereichs (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik), sehr unterhaltsam und prägnant über den Sinn des Studierens. Nichts sei schlimmer, als ein Fach zu studieren, „das nichts für einen ist“. Er mahnte die 420 gebannt zuhörenden Abiturienten: „Bevor Sie fünf Jahre im Hörsaal sitzen, sollten Sie sich fragen, was Sie wirklich studieren wollen.“ Ein schlechter Grund für ein Studium sei die Erkenntnis: „Ich weiß

nicht, was ich sonst machen soll.“ Die Arbeitsbelastung der Studenten sei zwar „erträglich“, sagte der Hochschullehrer: „Im Studium geht aber relativ viel Zeit drauf.“ Tantau nannte drei „wirklich gute Gründe“, ein Studium aufzunehmen: „Ich will forschen und Neues entdecken, ich will Dinge wirklich verstehen, und ich will Verantwortung übernehmen.“

Am Beispiel visionärer (aber dennoch existierender) Zukunftspläne für eine Reise zum Mars wollte der Studiendekan von den Abiturienten wissen, welche Fachrichtungen die 24 Astronauten als Raumfahrer und Mars-Besiedler vertreten müssten, um für alle Eventualitäten gewappnet zu sein? Da war die Antwort schon klar. Es sind alles Studiengänge, die die Lübecker Universität anbietet (siehe Info-Text).

Was eine Abiturientin nach Abschluss ihrer „ersten Vorlesung“ zu dem euphorischen Spruch hinreißen ließ: „Das ist einfach klasse hier.“

Torsten Teichmann

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