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Lübeck Schützen bangen ums Vereinsheim
Lokales Lübeck Schützen bangen ums Vereinsheim
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07:19 10.11.2017
Ungewisse Aussicht: Vorsitzender Manfred Spehr steht vor dem Vereinsheim auf dem ehemaligen Volksfestplatz. Quelle: Fotos: Margitta True
St. Gertrud

Der Pachtvertrag mit der Stadt läuft aus. Eine Verlängerung ist wegen der geplanten Bebauung fraglich. Ein Gespräch der Vereinsvertreter mit der Stadt habe zwar mittlerweile stattgefunden, berichtet der Vereinsvorsitzende Manfred Spehr. Doch eine Entscheidung stehe immer noch aus. „Uns wurde von der Stadt mündlich mitgeteilt, dass der Pachtvertrag voraussichtlich nicht verlängert wird“, sagt Spehr. „Das ist unser Stand.“

Sie sind in Sorge: Die Mitglieder des Vereins ehemaliger Jäger und Schützen von 1896 bangen um ihr Vereinsheim. Auf dem Volksfestplatz an der Travemünder Allee sollen 155 Häuser und Wohnungen entstehen. Ob dafür das Vereinsgebäude weichen muss, ist unklar.

Der Verein stelle weder infrage, dass in Lübeck bezahlbare Wohnungen gebraucht würden, noch seien die Schützen gegen den Bau von Mehrfamilien-, Doppel- und Reihenhäusern in unmittelbarer Nachbarschaft. „Wir wollen auf jeden Fall im Konsens mit der Stadt bleiben“, betont Spehr, „aber wir wollen nicht mehr und nicht weniger, als wir jetzt haben.“ Ein Ausweichquartier werde gern akzeptiert, sofern es die entsprechende Infrastruktur aufweise.

Denn der Verein verzeichnet einen Zuwachs. „Wir haben endlich wieder mehr junge Mitglieder“, sagt Spehr. Man habe mal wieder die Jugendkönigskette entstauben können. „Aber die Jugendlichen sind ebenso auf die nahe Bushaltestelle angewiesen wie viele unserer Senioren.“ Parkplätze müssten ebenfalls in ausreichender Anzahl vorhanden sein. An den wöchentlichen Schießabenden stehen laut Spehr schon mal mehr als 20 Autos vor der Tür. Außerdem pflege der Traditionsverein seit vielen Jahren regen Austausch mit anderen Verbänden, veranstalte gemeinsame Wettkämpfe, stelle Schießstände und Vereinsraum zum Beispiel den Reservisten zur Verfügung. Der Zulauf: steigend.

Schützenmeister Ernst Paduraru weist zudem auf die Notwendigkeit entsprechender Räumlichkeiten für die Schießstände hin: Neben dem Kleinkaliber-Stand kann der Verein zurzeit fünf elektronische Luftgewehr-Schießanlagen zum Training anbieten. Dies erfordert eine entsprechende Genehmigungsfähigkeit und Lärmschutzmaßnahmen. „Die beste Lösung wäre, hier bleiben zu können.“

Einfach abwarten sei keine Alternative, drängt Vorsitzender Spehr. Immerhin stehe 2021 das 125-jährige Jubiläum an. „Sollten wir umziehen müssen, brauchen wir danach mindestens zwei Jahre, um alles wieder auf den aktuellen Stand zu bringen und die Feier vorzubereiten“, sagt Spehr. Auch die Finanzierung eines Umzugs müsse geklärt werden. Ein hoher Anteil an Eigenleistung wie 1964 beim Errichten des Vereinsheims sei aufgrund der Altersstruktur der Mitglieder heute jedenfalls nicht mehr möglich.

Die Stadt verweist darauf, dass die Angelegenheit noch in Bearbeitung sei. Näheres könne man erst sagen, wenn das Verfahren abschließend geklärt sei.

So warten die Schützen an der Travemünder Allee auf dem verplanten Gebiet hinter den Sandbergen weiterhin darauf, dass eine Entscheidung gefällt wird. Spätestens im Jahr 2018. Spehr sagt: „Umso früher, desto besser.“

 Von Margitta True

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