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Lübeck Schwarzer Schandfleck
Lokales Lübeck Schwarzer Schandfleck
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20:34 06.09.2016

Eigentlich müsste das Läuferherz jubeln. Was sind die letzten Marathonkilometer in Lübeck lästig gewesen: Mit den müden Füßen über die Katzenköpfe am Koberg – eine Zumutung! Nun liegt der schöne glatte Asphalt plattgewalzt statt des buckeligen Pflasters in der Lübecker Altstadt und lädt direkt zum Endspurt ein. Doch komisch: Freude kommt bei mir nicht auf!

Im Gegenteil: Ich vermisse die Steine schon jetzt, die so gut ins historische Ensemble passten. Sicher gibt es schöner gepflasterte Straßen – und der ausgefahrene Belag war zugegebenermaßen rumpelig und laut. Aber: Der Granit fügte sich ins Straßenbild ein, er beleidigte durch seine Anwesenheit weder das Heiligen-Geist-Hospital noch die Jakobikirche.

Die schwarz asphaltierte Fläche dagegen protestiert optisch quasi gegen sich selbst. Sie bleibt ein Fremdkörper. Fast wäre ich bereit zu hoffen, dass dichter und reger Verkehr diesen neuen Schandfleck möglichst oft verdeckt.

Liebevoll wurden in den vergangenen Jahren so viele Straßen und Gassen in Lübeck instandgesetzt. Bei der Gestaltung des Kobergs scheint es aber Tradition zu haben, dass an dieser Liebe gespart wird.

Der kahle Platz bietet Stoff für Diskussionen. Wie schade – aber beim Straßenbelag ist es längst nicht zu spät. Liebe Stadtväter: Bitte veredelt die schnöde Fläche schnell mit geschnittenem Granit wie in der Fleischhauerstraße. Dann muss niemand mehr Touristen erklären, dass Lübeck ohne diese Bausünde noch viel schöner sein könnte. Und auch wir Läufer könnten gut damit leben.

Sichere Zwischenlösung

Massive Schäden und Zerstörungen am Heiligen- Geist-Hospital. Tiefe Risse in der Fassade und in den Türmen. Gibt es ein schlagenderes Argument für eine dringend notwendige Sanierung? Auch eine mittelalterlich anmutende Straße muss neuen Herausforderungen und Anforderungen leider angepasst werden. Wenn täglich Tausende Autos, schwere Lkw und Busse über den Koberg rollen und dabei nicht nur das Kopfsteinpflaster malträtieren, sondern auch noch die Mauern der Häuser zum Erzittern bringen, besteht dringend Handlungsbedarf.

Die Planer und Bauarbeiter haben sich für den Koberg mächtig ins Zeug gelegt. Nicht nur, dass die Sanierung schneller als geplant vonstatten ging – es gab auch keinerlei böse Überraschungen. Ein Verkehrschaos blieb aus. Eigens wurde ein Shuttle-Bus eingerichtet.

Der Flüsterasphalt sorgt nun nicht nur für ruhigere Nächte der Anwohner, sondern schützt auch das zum Weltkulturerbe gehörende Heiligen-Geist-Hospital. Ganz zu schweigen von den 1250 Fahrradfahrern, die durchschnittlich an einem Tag den Koberg und seine Straße befahren: Für sie gehört die quälend holprige und nicht ungefährliche Fahrt über das Kopfsteinpflaster nun der Vergangenheit an.

Ja, ein Belag aus geschnittenem Pflaster wäre schön gewesen. Aber dagegen steht ein sinnvolles Argument der Bürgerschaft, das man gelten lassen muss: Der Asphalt ist eine Zwischenlösung. Wenn entschieden ist, wie die Altstadt befahren und benutzt werden soll, steht einer neuen Decke auf dem sanierten, stabilen Untergrund nichts mehr im Wege.

Linienbusse fahren erst später durch die Königstraße

Aufgrund von letzten Baumaßnahmen wird die Königstraße voraussichtlich erst am Donnerstagmorgen um 7.30 Uhr für den Verkehr freigegeben. Das betrifft auch den Busverkehr. Richtung stadtauswärts können die Linienbusse 4, 10, 11, 21, 31, 32 und 39 erst ab diesem Zeitpunkt die Haltestellen Fleischhauerstraße, Katharineum und Koberg wieder bedienen. Bis dahin fahren die Linienbusse weiter die bisherige Umleitung über Wahmstraße, Krähenstraße und Falkenstraße.

Die Linien 12, 30 und 40 fahren am Donnerstag ab Betriebsbeginn ihre reguläre Strecke und bedienen ganz normal die Haltestellen Stadttheater, Breite Straße und Große Burgstraße. Ebenso fahren ab Donnerstag alle Linienbusse vom Gustav-Radbruch-Platz stadteinwärts wieder regulär.

LN

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