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Lübeck Schwere Bauschäden am Lübecker Dom
Lokales Lübeck Schwere Bauschäden am Lübecker Dom
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15:55 07.08.2018
Die Außenmauer der Doppelturmanlage des Doms muss saniert werden. Abplatzendes Mauerwerk hat zur teilweisen Sperrung geführt. Quelle: epd
Innenstadt

Das gelbe Warnschild am Bauzaun lässt seit Längerem vermuten, wie es um die zwei Türme des Doms bestellt ist: „Vorsicht Steinschlaggefahr“ ist darauf zu lesen. Hinter dem Zaun liegen Splitter der roten Backsteine, für die die fünf evangelischen Altstadtkirchen und ihre sieben Türme bekannt sind. Voruntersuchungen – unter anderem per Drohnenflug – sollen nun das Ausmaß der Schäden am Dom klären; dann soll die Sanierung konkret beginnen.

Die Außenmauer der Doppelturmanlage des Doms muss saniert werden. Abplatzendes Mauerwerk hat zur teilweisen Sperrung geführt. Quelle: Fotos: Epd

Die sieben Kirchtürme der fünf gotischen Kirchen St. Jakobi, St. Marien, St. Petri, St. Aegidien und des Doms gehören neben dem Holstentor zu den Wahrzeichen der Stadt und sind Weltkulturerbe. „Soviel Backsteingotik wie Lübeck hat keine andere Stadt in Norddeutschland“, betont Liane Kreuzer, Bauchefin des Kirchenkreises. Nicht umsonst leistet die Hansestadt sich nach wie vor eine eigene obere Denkmalschutzbehörde und hat damit bundesweit einen Sonderstatus. Umso mehr ist dem Kirchenkreis daran gelegen, dass die sieben Türme in ihrer Pracht erhalten bleiben.

Schon bei ihrem Amtsantritt in der Bäckerstraße im Jahr 2010 ahnte Liane Kreuzer, dass sie sich auf ein Mammutprojekt eingelassen hatte. „Bei der Bestandsaufnahme stellten wir fest, dass jeder Turm der fünf Kirchen Schäden aufweist“, sagt Kreuzer. Eine überschlägige Schätzung damals ergab, dass die Sanierung aller Türme bis zu 20 Millionen Euro kosten würde. Daraufhin wurde das Spendenprojekt „Sieben Türme“ reaktiviert, das 2002 als große Kampagne schon mal die Hansestadt durchzog und damals die dringende Sanierung von St. Jakobi und St. Marien ermöglichte.

In den vergangenen viereinhalb Jahren hat sich die Aktion dann dem Turm der Lübecker Petrikirche zugewendet. Bei der Maßnahme, die knapp drei Millionen Euro gekostet hat, wurden unter anderem etwa 3500 Quadratmeter Fassadenfläche instandgesetzt sowie die Natursteingesimse und Mauer-Anker saniert.

Aktuelles Sorgenkind ist nun der Dom, der 1247 geweiht wurde. Mit seiner Turmhöhe von knapp 115 Metern ist er nach der Marienkirche (125 Meter) das zweithöchste Gotteshaus in Schleswig-Holstein. Durch den Norderturm verläuft ein großer Riss. Hinzu kommt der Steinschlag. Mit Architekten, Statikern und Fachplanern untersucht die Bauabteilung des Kirchenkreises zusammen mit der Domgemeinde nun die Ursachen für die Schäden und will anhand einer Musterfläche den zu erwartenden Aufwand ermitteln. Allein die Kosten für diese intensiven Voruntersuchungen liegen bei geschätzten 400.000 Euro. Wenn die Finanzierung gesichert ist, soll 2020 mit der Sanierung begonnen werden.

An der Marienkirche ist die Bauchefin mit der Kirchengemeinde und den Fachleuten dagegen schon einen großen Schritt weiter. Die Voruntersuchungen sind abgeschlossen, das Sanierungskonzept steht: Eine Million Euro wird es kosten, die Doppel-Turmanlage der Bürger- und Marktkirche auf Vordermann zu bringen. Ein auch nach früheren Sanierungen immer wiederkehrender Riss gab den Experten dabei besonders große Rätsel auf. Er soll nun durch eine Soll- Riss-Fuge aus Ziegel und Gipsmörtel geschlossen werden und das Mauerwerk vor weiter eindringender Feuchtigkeit schützen. Dies ist für nächstes Jahr geplant.

Das Sanierungskonzept der Marienkirche lässt sich allerdings nicht auf die anderen Kirchen anwenden, obwohl alle einen ähnlichen Baustil aufweisen. „Aus der Sanierung der Kirche St. Petri haben wir gelernt, dass jeder Turm ein anderes Problem hat und individuell untersucht werden muss“, erklärt Kreuzer. Weitere Informationen unter www.sieben-tuerme-luebeck.de.

mho/epd

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