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Lübeck Schwerer Wasserschaden in der OzD: Chemieräume unbenutzbar
Lokales Lübeck Schwerer Wasserschaden in der OzD: Chemieräume unbenutzbar
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23:12 13.05.2016
Teile der Decke des Chemieraumes haben sich gelöst und sind auf Tische und Stühle gestürzt. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen

Völlig durchnässte Teile der Decke in den Chemieräumen sind auf Tische, Stühle und Reagenzgläser gestürzt. In den Räumen laufen ununterbrochen Lüfter. Die Tests, die Chemielehrerin Nadine Kohlmorgen schreiben ließ, sind nicht mehr zu entziffern. „Die wollte ich heute zurückgeben“, sagt die 34-Jährige, „aber Namen und Punktzahlen sind nicht mehr lesbar.“

Kleine Ursache, große Wirkung: Schlauch an Geschirrspülmaschine geplatzt – Wasser lief die ganze Nacht durch das Gebäude – Unterricht ist aber nicht gefährdet.

In der Nacht zu gestern platzte der Schlauch einer Geschirrspülmaschine, die der Caterer der Oberschule nutzt. Bemerkt wurde das Malheur erst am frühen Morgen von den Putzkräften. Über Stunden trat das Wasser mit einem für Gebäude üblichen Wasserdruck (4 bar) aus. Von dem kleinen Abstellraum, den Mathematiker und Informatiker für Unterlagen und Geräte nutzen, floss das Wasser zunächst in die Physikräume. „Im Physikflur stand das Wasser nur Millimeter hoch“, berichtet Schulleiter Oliver Schaefer. „Die acht Computer der Informatiker sind wohl hin“, sagt Schaefer. Vorsichtshalber wurde der Strom in den Räumen abgeschaltet. Aber vom Physiktrakt floss das Wasser durch Schächte und Decken in die darunter gelegenen Chemieräume.

„Hier stand das Wasser zentimeterhoch“, sagt der Schulleiter. Die Räume wurden sofort gesperrt, weil die Decken sich stellenweise lösten und Teile herunterfielen. Besonders schwer hat es den Vorbereitungsraum getroffen. „Der sieht aus wie eine Tropfsteinhöhle“, erklärt Schaefer. Immer noch tropft von der Decke das Wasser, an manchen Stellen hat sich der Putz gelöst, Notizen von Lehrkräften sind weggeschwommen, die riesigen Schränke haben Wasser gezogen. Immerhin: Der kleine Hörsaal nebenan ist trocken geblieben.

Da noch kein Gutachter vor Ort war, tut sich der Bereich Schule und Sport mit der Schätzung der Schadenshöhe schwer. „Der Schaden kann in die Hunderttausende gehen“, gibt Bereichsleiter Friedrich Thorn eine vorsichtige Einschätzung seiner Fachleute wieder. Das hält der Schulleiter für realistisch: „Wenn eine Komplettsanierung nötig ist.“ Tröstlich: „Es besteht Versicherungsschutz“, sagt Bereichsleiter Thorn.

Der Unterricht sei gestern nicht ausgefallen, erklärt Oliver Schaefer. Der Chemieunterricht werde ebenfalls weiter erteilt, allerdings in den Klassen- und nicht in den Fachräumen. Glück im Unglück für die Oberschule mit 830 Schülern: Der doppelte Abiturjahrgang hat die OzD verlassen. 150 Schüler oder sieben Klassen weniger – das entspannt die Lage in dem Gymnasium, das derzeit viele Baustellen vorweist. Seit Januar ist die Aula mit einem Baugerüst versehen, von dem aus Fachleute in regelmäßigen Abständen die Decke kontrollieren. Kurz vor Ostern starteten die Bauarbeiten für die neue Mensa, die für etwas mehr als eine Million Euro eingerichtet wird. Auch der Brandschutz wird an mehreren Stellen erneuert. Und auch der Bau der neuen Bibliothek schreite voran, sagt der Schulleiter.

 Kai Dordowsky

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