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Lübeck Schwestern mit Herz: Helfen ist ihr Hobby
Lokales Lübeck Schwestern mit Herz: Helfen ist ihr Hobby
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11:02 21.02.2015
Sie haben das gemeinnützige Projekt „Unity“ aufgebaut: Marie (20, l.) und Ann-Julie Blume (17) möchten Flüchtlingskindern mit Sprachtreffen, Nachhilfe, Schreibwerkstatt und Theaterspiel helfen. Quelle: Cosima Künzel
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Lübeck

Marie (20) und Ann-Julie (17) Blume möchten Flüchtlingskindern helfen. Dafür haben sie das gemeinnützige Projekt „Unity“ gegründet, das den kulturellen und sprachlichen Austausch zwischen Lübecker Schülern und Flüchtlingskindern fördern soll. Als Startkapital nutzen sie 2000 Euro aus dem Rotary-Förderpreis, den die 20-Jährige im vergangenen Jahr gewonnen hat.

„Unity entstand aus der Idee heraus, dass Hilfe auf ganz verschiedenen Ebenen stattfinden kann“, sagt Marie, die an der Oberschule zum Dom (OzD) Abitur gemacht hat und sich seit Jahren ehrenamtlich engagiert. Seit 2011 hat sie an der OzD verschiedene Hilfsprojekte auf die Beine gestellt, Spenden gesammelt und ihre Mitschüler zum Mit- und Weitermachen motiviert. „Ich habe nur einen Dominostein angestoßen“, sagt die ehemalige Schülersprecherin, die für ihr Engagement den Rotary-Förderpreis 2014 erhalten hat.

Als Motor für ihr soziales Handeln nennt Blume „tolle Erfahrungen“ und „unglaublich viel Spaß“. Die jüngere Schwester sieht das ebenso. „Die Projekte sind unsere Freizeitbeschäftigung, unser Hobby“, betont Ann-Julie als Mitinitiatorin von „Unity“ und Geschwister-Prenski-Schülerin. Mit ihrer Freude und Tatkraft schaffen es die jungen Frauen nicht nur, Sponsoren und Unterstützer zu überzeugen. Sie haben auch schon eine Orga-Crew mit Dutzenden Helfern auf die Beine gestellt, so dass die Projekte nach den Osterferien beginnen können. „Unser Team besteht aus Ehrenamtlichen, die zum Großteil selbst noch Schüler sind“, sagt die angehende Studentin der Zahnmedizin, die sich auch über engagierte Erwachsene freut. „Zu viele Helfer gibt es bei sozialen Projekten nicht.“

Geplant haben die Geschwister folgende Vorhaben: das Tandem-Programm, die Nachhilfe „Improve“, das Theater-Projekt „Speak it out loud!“ und eine Schreibwerkstatt. Beim Tandem bilden ein Schüler und ein Flüchtlingskind ein Duo, das sich einmal pro Woche für mindestens 45 Minuten trifft. Hier steht der sprachliche Austausch durch einfache Kommunikation und Interaktion im Vordergrund. Die Räume für die Begegnung stellt „Unity“ zur Verfügung. „Unser Ziel ist, dass Freundschaften entstehen und sich die Flüchtlingskinder in Lübeck Zuhause fühlen“, sagt Marie. Pro Monat gibt es außerdem einen Themenabend (Bildungsausflüge, Museumsbesuche, Vorträge), an dem alle Mitglieder teilnehmen können.

„Improve“ ist ein Programm, bei dem Oberstufenschüler den Flüchtlingskindern und Jugendlichen bei den Hausaufgaben und beim Lernen helfen. „Wir stellen uns vor, dass sich Lerngruppen bilden und dass wir auch Einzel-Nachhilfe vermitteln können.“ Das Projekt „Speak it out loud!“ ist für Schüler der fünften bis siebten Klassen gedacht. Durch das Theaterspielen sollen Lübecker Schüler schon früh an das Thema Migration herangeführt werden und sich spielerisch und dramaturgisch mit Themen wie Identität, Solidarität und Gemeinschaft auseinandersetzen. „Wir schreiben derzeit an dem entsprechenden Drehbuch, und das Ensemble ist schon komplett.“

Um Kreativität und Kommunikation geht es auch in der Schreibwerkstatt. Hier bekommen Kinder und Jugendliche die Gelegenheit, Geschichten und Gedichte zu wechselnden Themen zu verfassen. Eine Veröffentlichung auf der „Unity“-Homepage ist geplant, und betreut wird die Schreibwerkstatt durch ausgebildete Mentoren.

• Infos online unter www.unity-hl.de

„Soziales Engagement und die Projekte sind unser Hobby.“
Ann-Julie Blume (17)
Über 30 junge Lübecker haben sich für den Rotary Förderpreis beworben
„Wo sind Lübecks heimliche Helden?“, hat die Rotary Stiftung zu Lübeck auch im vergangenen Jahr gefragt und zum elften Mal den Förderpreis für ehrenamtliches Engagement ausgelobt. Jetzt steht die Preisverleihung kurz bevor, und geehrt werden wieder junge Menschen (bis zum 27. Lebensjahr), die sich freiwillig für das Gemeinwesen engagieren. Insgesamt werden Preise im Wert von 5000 Euro vergeben, und diesmal haben über 30 Bewerber ihre spannenden Projekte vorgestellt.
Die Betätigungsfelder aus den Bereichen Umwelt, Senioren, Kirche, Kultur, Schule, Freiwillige Feuerwehr, Musik, oder Schule sind dabei zahlreich: Cellistin Jeanette Bartsch beispielsweise ist Gründerin der Regionalgruppe „Jugend gegen Aids“, engagiert sich bei „Schüler helfen Leben“ und war Schülersprecherin. Stefanie Bohn unterstützt die „Haustierhilfe Lübeck“ bei Futterausgaben, Spendentransporten, Beratung und vielem mehr. Carla Jenkins hat zehn Jahre lang den Kinder- und Jugendzirkus Lübeck auf- und ausgebaut und dabei auch andere Hilfseinrichtungen unterstützt. Julian Klüssendorff ist Kinder- und Jugendtrainer bei der Lübecker Rudergesellschaft und bringt seine Schützlinge auf die Wettbewerbsebene. Alexander Otte gilt als DLRG-Vollblut: Bei der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft engagiert er sich für den Jugenddienst und ist vor allem in der Aus- und Weiterbildung der Kinder und Jugendlichen im Wasserrettungsdienst in Beidendorf tätig. Außerdem gibt es einige Bewerbungen für den Gruppenpreis, die aus den Bereichen Sport, Schule und Musik kommen.
Wer den elften Förderpreis der Rotary Stiftung zu Lübeck gewinnen wird, das steht noch nicht fest. Das wird während der Verleihung am Montag, 23. Februar, bekanntgegeben. Die Feierstunde beginnt um 19 Uhr im St.-Annen-Museum, die Schirmherrschaft hat Stadtpräsidentin Gabriele Schopenhauer, und die Festansprache hält Pastor Lutz Jedeck. kü

Cosima Künzel

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