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Lübeck Schwitzen für die Zeltstadt am Traveufer
Lokales Lübeck Schwitzen für die Zeltstadt am Traveufer
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22:41 04.08.2016
„Santé!“: Jean-Marc Zind gönnt sich nach dem Transport des Flammkuchen-Ofens ein Gläschen Muscat d’ Alsace. Quelle: Fotos: Wolfgang Maxwitat
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Innenstadt

Lastwagen, Transporter, Hubwagen, beladen mit kistenweise Getränken und allerlei Materialien: Zwischen den weißen Pagodenzelten auf der Meile zwischen Radisson Blu Senator Hotel und Musik- und Kongresshalle (MuK) bestimmten gestern vor allem Fahrzeuge, die entladen werden mussten, das Bild.

Letzte Vorbereitungen fürs Duckstein-Festival erfordern durchgemachte Nächte und viel Durchhaltevermögen.

Bis Sonntag ging das Duckstein- Festival in Hamburg, Montagfrüh wurde ab- und nur wenig später in Lübeck aufgebaut. „Wir versuchen immer, bis Mittwochabend alle Zeltbauten fertig zu haben“, sagt Thorsten Weis (bwp Festival & Event GmbH). Das hat geklappt, nun müssen die Standbetreiber ihre Zelte möblieren und bestücken. Fast 100 Leute sind laut Weis auf dem Gelände, um alles vorzubereiten für Lübecks liebstes Festival.

Im großen Zelt, das sonst Manfred Miera betrieb, herrscht ziemliches Chaos. „Es dauert doch alles länger, als gedacht“, sagt Holger Schubert, der sonst Barista im Kaffeehaus in der Hüxstraße ist und die beliebte Location gemeinsam mit Katharina Boye betreibt. Der sonst so ordentlich gekleidete junge Mann trägt nun Kapuzenpulli, Strickmütze und leichte Ringe unter den Augen. „Die letzten beiden Tage haben wir durchgemacht“, erklärt Schubert. Kaffeehaus, Restaurant Shanghai und Vito sowie dessen Sohn Toni Fiammingo haben sich zusammengetan, um das große Gastronomiezelt mit seinen 300 Sitzplätzen gemeinsam zu bespielen. Drei Pizza-Öfen müssen aufgestellt und angeschlossen werden, die 800 Kilo schwere Knetmaschine ist bereits da, der Jet-Wok, für den man laut Schubert eine Sondererlaubnis braucht, steht ebenfalls bereits im Zelt. Die Aushilfen Magdalena Dabringhaus und Margarethe von der Lühe spülen bereits Gläser, „Mama“ Anna Fiammingo bietet mal hier, mal da eine helfende Hand an.

Am anderen Ende der kulinarischen Festmeile steht das bereits in den französischen Nationalfarben Blau-Weiß-Rot eingerichtete Zelt des Elsässers Jean-Marc Zind, der seit Beginn der Duckstein-Festivals an der Trave dabei ist und mit seiner Frau Katrin nicht nur köstliche Speisen und Weine serviert, sondern auch so manche „Dramödie“. Hier hilft der Chef ebenfalls kräftig mit:

Gemeinsam mit Wolfgang Lohf und Christian Borsch schleppt er den ziemlich schweren Flammkuchen-Ofen vom Lkw ins Zelt. Um sich gleich hinterher ein kleines Gläschen Muscat d’ Alsace zu genehmigen.

Ebenfalls von Anfang an dabei an der Trave: das indische Restaurant „Shikara“ aus Hamburg. Noch stapeln sich die Warmhaltepfannen in Kartons auf dem Zeltboden, aber dafür ist die Speisekarte schon geschrieben und prangt gut sichtbar hinterm Tresen. „Wir bieten dieses Jahr mehr Auswahl“, sagt Kristof Zurawski, der zwar nicht Inder, sondern Pole ist, aber Jahr für Jahr an der Trave steht und indische Gerichte an den Mann oder die Frau bringt.

Wenn heute am späten Nachmittag die ersten Pagodenzelte am Traveufer öffnen, wenn Bürgermeister Bernd Saxe gegen 19.20 Uhr auf der schwimmenden Bühne das Festival offiziell eröffnet, dann wird so mancher noch eine durchgemachte Nacht voller Arbeit in den Knochen stecken haben. Aber dennoch: Die Freude darüber, zehn Tage lang Lübecks beliebtes Festival zu feiern, dürfte alle Müdigkeit hinfortwischen.

Heute auf dem Festival

Auf der Travebühne spielt direkt nach der Eröffnung – etwa ab 19.30 Uhr – Bê Ignacio brasilianischen Pop.

Auf dem Theaterplatz ist um 18 und um 21.30 Uhr das schwedische Showorchester Alte Kamereren zu erleben, um 18.30 und 20.45 Uhr zeigen Extra Art Clownerie, Akrobatik, Jonglage und Zauberei; um 19.15 und 22.15 Uhr präsentiert das Duo Kaos Zirkustheater mit Akrobatik.

 Sabine Risch

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