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Lübeck Science Slam History im Kolosseum
Lokales Lübeck Science Slam History im Kolosseum
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12:35 08.09.2018
Simon Hauser, Altgermanist aus Berlin, spricht über die geheimnisvolle mittelalterliche „Heilsspiegel-Handschrift A“. Quelle: Slam A Rama
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Lübeck

Wer trägt am Ende des Abends die güldene „Science Slam Gehirn“ von dannen? Das ist die Frage, die das geneigte Publikum beim Science Slam History, den Willy-Brandt-Haus und Slam A Rama gemeinsam veranstalten, zu beantworten hat. Denn das Publikum ist, wie bei jedem Slam, die Jury.

Sie alle treten den Kampf um den Gewinn des güldenen „Science-Slam-Gehirns“ an:

Sechs Wissenschaftler aus allen Teilen Deutschlands versuchen, ihre Forschungsthemen möglichst verständlich und vergnüglich an den Mann oder die Frau zu bringen. Requisiten aller Art sind erlaubt, voller Körpereinsatz ist dabei gefragt, Lachen nicht nur erlaubt, sondern erwünscht. Dafür haben die Teilnehmer gerade einmal zehn Minuten Zeit, damit die Häppchen leicht verdaulich bleiben und das Publikum sich nicht stundenlange, dröge Vorträge anhören muss.

Tickets

Beginn des Science Slam History ist am Sonnabend, 15. September, um 20 Uhr im Kolosseum, Kronsforder Allee 25.

Karten kosten im Vorverkauf acht Euro zuzüglich Gebühren für Studenten und Schüler, zehn Euro für alle anderen. Erhältlich sind sie an allen bekannten Vorverkaufsstellen sowie online unter www.slamarama.de. An der Abendkasse kosten die Karten elf Euro für Schüler und Studenten, sonst 13 Euro.

Ins Rennen gehen fünf junge Forscher und eine Forscherin. Die heißt Julia Erdogan, kommt vom Zentrum für Zeithistorische Forschung in Potsdam und spricht über die Geschichte des Computer-Hackings. Sie bricht eine Lanze für Hacker, die für sie keine Kriminellen sind, sondern helfen, für Themen wie Datenschutz zu sensibilisieren und maßgeblich an der Entwicklung neuer Technologien beteiligt sind. Die Historikerin erzählt von der Entstehung der Hacker-Bewegung, dem Hacker-Ethos und ihrem Mehrwert für die Gesellschaft im Web 2.0.

Altgermanist Simon Hauser aus Berlin hingegen führt das Publikum in eines der Geheimnisse des Mittelalters – den sogenannten „Heilsspiegel-Handschrift A“ – und verrät, ob ihm das Schriftstück schlaflose Nächte bereitet hat. Diplom-Psychologe Moritz Kirchner wiederum spricht über „Demokratie und Komplexität“. Seine These: „Das skeptische Diktum Winston Churchills, dass die Demokratie die schlechteste aller Staatsformen sei, mit Ausnahme all derer, die wir bisher ausprobiert haben, scheint seine Aktualität zu behalten.“ Auch wenn auf den ersten Blick nicht sichtbar wird, was das mit Psychologie zu tun hat: Ein spannendes Thema ist es allemal.

Tiere vor Gericht

Dass und warum Tieren im Mittelalter der Prozess gemacht wurde, dass sie seinerzeit als Mitglieder der Rechtsgemeinschaft galten und als Zeugen vor Gericht auftraten, wird Sebastian Huncke aus Münster in seinem Slam-Beitrag erklären. Vorab soviel: Der Mensch galt zwar als Krone der Schöpfung, doch auch von Tieren nahm man an, dass sie eine Seele besitzen. Weshalb sie auch für ihre Handlungen verantwortlich gemacht werden konnten. Diplom- und Astroteilchen-Physiker Michael Büker aus Dresden wird dem geneigten Publikum nahebringen, wie Wisschenschaftler Atomtests nachweisen können. Der Sechste im Bunde der Wissenschaftler ist Christoph Plath von der Freien Universität Berlin. Er spricht über Willy Brandt als Vermittler im Nord-Süd-Konflikt.

„Geschichte macht Spaß!“

Und da kommt das Willy-Brandt-Haus als Mitveranstalter ins Spiel. Leiterin Bettina Greiner: „Geschichte macht Spaß! Mit dem Science Slam History zeigen wir, wie spannend ein Blick in die Geschichte ist und wie unterhaltsam ein wissenschaftlicher Vortrag.“ Der Slam sei nicht nur etwas für historisch Interessierte, „sondern für alle Menschen, die eine Portion Neugier mitbringen.“ Der ein oder andere Gast, ist sie überzeugt, werde die Beiträge „zum Anlass nehmen, sich tiefer mit einem Thema zu beschäftigen, das er beim Slam entdeckt hat.“

Tilo Strauß freut sich „sehr über diese Kooperation mit dem Willy-Brandt-Haus.“ Für ihn ist ein Science Slam nichts Neues, startete er doch 2012, als Lübeck Stadt der Wissenschaft war, mit diesem Format. „Es hat sich inzwischen zum absoluten Publikumsliebling entwickelt.“ Schließlich verlasse man einen Science-Slam-Abend mit dem Gedanken: „Wieder was dazu gelernt und dabei so verdammt gut unterhalten worden!“

Sabine Risch

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