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Lübeck Sechs Kandidaten wollen Bürgermeister werden
Lokales Lübeck Sechs Kandidaten wollen Bürgermeister werden
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11:43 12.10.2017
Von links oben nach rechts unten: Detlev Stolzenberg, Ali Alam, Kathrin Weiher, Joachim Heising, Thomas Misch, Jan Lindenau. Quelle: LN, Montage: Haller
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Lübeck

Die Bürgermeisterwahl ist am 5. November. Eine mögliche Stichwahl dann am 19. November. Amtsantritt für den frisch gekürten Rathaus-Chef ist der 1. Mai 2018. Er ist für sechs Jahre bis 2024 gewählt. Er folgt dann auf Bürgermeister Bernd Saxe (SPD), der nach 18 Jahren im Amt kein viertes Mal antritt.

Direktwahl

Seit 1999 wird der Bürgermeister direkt gewählt und nicht mehr von der Bürgerschaft. Seither fiel alle drei Mal die Entscheidung in einer Stichwahl der beiden Bewerber mit den meisten Stimmen. 1999 gab es in der ersten Runde vier Kandidaten, 2005 waren es fünf – und 2011 sechs.

Die Favoriten für das Amt stehen bereits fest: Jan Lindenau (SPD) und Senatorin Kathrin Weiher (parteilos). Der 38-jährige Bankkaufmann ist seit fast fünf Jahren SPD-Fraktionschef und tummelt sich seit 20 Jahren in der Kommunalpolitik. Lindenau wurde von seiner Partei als Hoffungsträger nominiert. Wenn es nach den Genossen geht, soll Lindenau das Zepter des Bürgermeisters von Saxe übernehmen. Dann würde weiterhin ein Sozialdemokrat die Stadt regieren – wie seit 1988.

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Einen Strich durch die Rechnung könnte ihm seine größte Konkurrentin machen: die 54-jährige Weiher. Sie ist seit 2015 Senatorin für Schule, Sport und Kultur. Hinter ihr steht ein buntes Bündnis aus CDU, Grünen, Linke, FDP und BfL. Sie ist die einzig weibliche Bewerberin und bringt viel Erfahrung mit. Sie ist stellvertretende Bürgermeisterin und arbeitete in der Kreisverwaltung Goslars, bevor sie nach Lübeck kam.

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Pikant an dem Favoriten-Duell: Es ist eine Wiederauflage. Schon im November 2014 trafen Weiher und Lindenau aufeinander. Damals ging es um den Senatorenposten für Schule, Sport und Kultur. Das Rennen ging extrem knapp aus – mit 25 zu 24 Stimmen. Weiher setzte sich gegen Lindenau durch. Sie wurde von denselben Parteien unterstützt, die sie jetzt ins Bürgermeisteramt bugsieren wollen.

Doch die Lübecker haben eine noch größere Auswahl: Bürgermeister wollen vier weitere Kandidaten werden – allesamt Männer. Thomas Misch ist von den Freien Wählern nominiert worden. Der 60-Jährige war Autohändler, ist seit 2012 in der Kommunalpolitik tätig und derzeit stellvertretender Chef der Zwei-Mann-Fraktion aus Freien Wählern und Linken. Die anderen drei Kandidaten sind parteilos – allerdings steht hinter dem Bewerber Ali Alam die Satirepartei „Die Partei“. Doch sie kann den 36-jährigen Geschäftsführer einer Marketing-Agentur nicht nominieren. Denn ein Vertreter „Der Partei“

sitzt in der Bürgerschaft und hat sich der BfL-Fraktion im Rathaus angeschlossen. Die BfL aber unterstützt schon Weiher. Somit muss Alam als parteiloser Bewerber auftreten und 245 Unterschriften von Unterstützern sammeln. Nur so kann er sich um den Posten des Bürgermeisters bewerben – wie die anderen Kandidaten auch.

Bewerber Detlev Stolzenberg hat sie ebenfalls zusammenbekommen. Der 57-jährige Stadtplaner war bis 2014 zwei Jahre Mitglied der Piratenpartei. Er saß für die Piraten auch im Bauausschuss. Auf den letzten Drücker hat Joachim Heising seine Bewerbungsunterlagen bei der Stadt abgegeben. Auch er hat die Unterschriften beisammen. „In drei Tagen habe ich sie gesammelt“, sagt er. Der 51-Jährige ist selbstständiger Versicherungsmakler und war bis vor drei Jahren kurzzeitig Mitglied in der Freien Union. Das ist eine kleine Partei, die 2009 von der ehemaligen CSU- und Freie-Wähler-Politikerin Gabriele Pauli initiiert wurde. Der Lübecker will sich jetzt für seine Heimatstadt engagieren. Heising: „Die Idee habe ich schon länger, aber jetzt steht ein Wachwechsel im Rathaus an.“

 Josephine von Zastrow

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