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Lübeck Seelandkai: Stadt baut das Terminal aus
Lokales Lübeck Seelandkai: Stadt baut das Terminal aus
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16:50 13.02.2019
Blick über die Baustelle am Seelandkai: Vorne wird das Terminal um einen Hektar vergrößert . Hinten liegt die „MS Genca“ und wird entladen. Quelle: Agentur 54°
Kücknitz

 Der Seelandkai wird ausgebaut. Die Stadt investiert 1,5 Millionen Euro in das kleinste Terminal der Lübecker Hafen-Gesellschaft (LHG). Start war Mitte Januar. Fertig soll alles Ende Juni sein. Der Grund für die Erweiterung: Es legen immer größere Schiffe an, die brauchen mehr Platz zum Entladen. Das Areal an der Seelandstraße misst künftig 16,8 Hektar statt 15,8 Hektar. Es ist der erste Ausbau, seit das Terminal 2006 eröffnet wurde.

Das Terminal wächst um einen Hektar

Der Blick fällt in den Bauch des Schiffes. Die „MS Genca“ hat ihr dickes Hinterteil an den Anleger drei geschoben. Das Schiff ist 205 Meter lang und 26 Meter breit. Die riesige Klappe steht offen. Davor lenken die Lasterfahrer ihr Gefährt in eine enge Kurve und biegen auf den großen Platz ein, der sich zwischen Anleger und Seelandstraße erstreckt. Denn direkt vor dem Schiffsheck ist das Asphalt-Band schmal, reicht gerade zum Wenden der Lastwagen. Jetzt wird diese Fläche vergrößert. Die Bagger machen das Erdreich bereits plan und schieben den Boden zu Erdhaufen zusammen. Ein Stück vor dem Heck des Schiffes und gleich neben der Uferkante zur Trave. Das Stück ist 10 000 Quadratmeter groß. Davon werden 8700 Quadratmeter zur Aufstellfläche ausgebaut. Ursprünglich sollte dort Anleger vier errichtet werden. Doch die Pläne änderten sich.

Größere Schiffe, mehr Platz

„Die Reederei Transfennica kommt mit größeren Schiffen“, sagt Karsten Brüning, LHG-Chef der Stadthäfen. Sieben mal pro Woche. Die haben jetzt vier Decks, statt drei. Heißt: Es wird mehr Ware transportiert. Im Durchschnitt dauert das Abfertigen eines Schiffes drei Stunden, sagt Umschlagleiter Jan Seemeier. Um den dicken Pott in derselben Zeit zu entladen wie bisher, muss mehr Ware an Land abgestellt werden können. Daher der Ausbau der Fläche.

Fliegender Container: Per Containerbrücke werden die Schiffe am Seelandkai entladen. Quelle: 54° / Christian Schaffrath

Das Besondere: Es gibt zwei Containerbrücken. Damit ist der Anleger drei am Seelandkai der einzige Liegeplatz der LHG, an dem ein Schiff per Containerbrücke entladen werden kann. Riesige Stahlträger ragen quer über das Schiff, ein Greifer hebt den rechteckigen Container von Deck, fährt an der Brücke entlang und stellt ihn auf den Asphalt an Land. Dort wartet ein gelber Kran auf die schwere Fracht: der Torstapler. Der sieht aus wie ein zu hohes und zu schmales Fußballtor. Er hievt den Container hoch, fährt über die Terminalfläche, bugsiert den Container an die richtige Stelle und stellt ihn ab. Die Container werden dabei vorsortiert, sodass sie in der richtigen Reihenfolge abgeholt werden können. Wie die Päckchen im Transporter der Post.

Der Torstapler: Das ungewöhnliche Gefährt hievt einen Container und bugsiert ihn zu seinem Stellplatz. Quelle: 54° / Christian Schaffrath

Die LHG betreibt das Terminal. Die Stadt hingegen baut. Oder vielmehr die städtische Hafenbehörde, die Lübeck Port Authority (LPA). „Es ist ein kleines Bauprojekt“, aber ein wichtiges“, sagt LPA-Chef Guido Kaschel. Die Flexibilität des Standortes Seelandkai müsse erhalten bleiben. Die Stadt investiert 1,5 Millionen Euro – und hofft auf Geld vom Land. Das könnte bis zu 900 000 Euro beisteuern.

47 Millionen Euro für den Hafen

Die Stadt investiert 115 Millionen Euro in 2019. Das allermeiste Geld fließt in den Hafen: 47 Millionen Euro. In 2019 werden die Millionen hauptsächlich in zwei große Projekte am Skandinavienkai investiert. Den Ausbau des Skandinavienkais (25,3 Millionen Euro für 2019). Er wird um 16 Hektar vergrößert – auf 82,9 Hektar. Und den Bau von zwei Lagerhallen für Papier am Skandinavienkai (18,2 Millionen Euro für 2019). Das Bauprojekt läuft über mehrere Jahre. Gestartet ist es 2018, fertig soll alles 2021 sein. Die Gesamtkosten des Projektes belaufen sich auf 68,3 Millionen Euro.

Die Konkurrenz ist direkt nebenan

Pikant: Die Konkurrenz ist gleich nebenan. Das kleine LHG-Terminal klemmt direkt zwischen den Terminals der Firma Lehmann. Das Traditionsunternehmen ist der größte private Hafenbetreiber in Lübeck. Lehmann investiert bis zu 100 Millionen Euro auf dem früheren Eon-Gelände. Das misst 26 Hektar und liegt an der Siemser Landstraße, die die Seelandstraße verlängert. Das Areal liegt in unmittelbarer Nähe des Seelandkais der LHG.

Josephine von Zastrow

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