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Lübeck Seit 90 Jahren im Hafen fest verankert
Lokales Lübeck Seit 90 Jahren im Hafen fest verankert
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11:40 03.04.2016
Hochtechnologie auf dem Cargo Terminal Lehmann: Die beiden Hafenmobilkräne heben jeweils 125 Tonnen. Quelle: Fotos: Maxwitat (2), Lehmann-Gruppe

Die Lehmann-Kaianlagen sind lang in Siems — 2,2 Kilometer. Die Hafenanlagen sind groß — 50 Hektar; ein Bollwerk, gewachsen in 90-jährigem, stillen Handeln. „Wer vorausschauend agiert, meistert die Zukunft“, sagte der Firmengründer Hans Lehmann, der 1926 im Hafenschuppen 4 an der Untertrave sein Stauereikontor eröffnete. Der Firmengründer hatte keinen Zweifel daran, eine Erfolgsgeschichte zu schreiben: „Ich bin in der Lage, allen an mich herangetretenen Anforderungen in jeder Weise gerecht zu werden.“ Nicht anders denkt und handelt auch heute sein Engel Holger Lehmann (64), der die Firmengruppe in dritter Generation führt. Bestimmend für den Unternehmenserfolg seien seit 90 Jahren enge partnerschaftliche Kontrakte. „Wir haben im Lübecker Hafen keine Probleme, uns sind alle Kunden treu geblieben“, betont Holger Lehmann und fügt hinzu: „Wir sind absolut zuverlässig. Es hat 90 Jahre lang keinen Streik bei uns gegeben.“

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Massengutumschlag in Herrenwyk: In den 1930er Jahren investierte Lehmann in eigene Kähne.

Ein Beispiel für langfristige Partnerschaften ist das Zusammenwirken mit dem norwegischen Stahlkonzern Celsa. Seit 20 Jahren besteht die Partnerschaft und wurde jüngst verlängert. Es ist für beide Seiten eine Erfolgsgeschichte. Die Lehmann-Schiffe transportieren Schrott ins nordnorwegische Stahlwerk, dort wird es zu neuen Rohstoffen geschmolzen, die wiederum von den Lehmann-Schiffen zu Ostsee-Anrainerstaaten geschippert werden.

„Schon mein Großvater hat nach Norden und Osten geblickt“, sagt Holger Lehmann. In Skandinavien, dem Baltikum und in Russland sah und sieht man die unternehmerischen Zukunftschancen und die große Bedeutung des Lübecker Hafens wegen seiner „unbestrittenen geografischen Vorteile“.

Sieben eigene Schiffe besitzt die Firmengruppe, ein achtes, die künftige „Ina Lehmann“, wird derzeit im niederländischen Hoezand auf der Royal Bodewes Werft gebaut. Das Geburtstagsgeschenk kostet neun Millionen Euro. Fast ebensoviele Schiffe hat die Firmengruppe gechartert. Jährlich werden zehn Millionen Tonnen Massengüter über die Meere transportiert, der Jahresumsatz der Unternehmensgruppe liegt bei 60 Millionen Euro.

Die Lehmann-Gruppe mit ihren 150 Mitarbeitern ist der größte private Hafendienstleister in Lübeck, ist Reedereibetrieb und Betonproduzent. Als Erfolgsgaranten nennt das Unternehmen „Weitsicht, Kreativität, Flexibilität und unternehmerischen Mut“. Als die an den Lehmannkai angrenzende Flender Werft 2004 ihren Betrieb einstellte, erwarb Lehmann das Werftgrundstück und entwickelte auf dem Gelände ein RoRo-Terminal für die Abfertigung von Fährschiffen. 2010 erweiterte das Unternehmen erneut seine Hafenfläche und erwarb den Container Terminal Lübeck (CTL). Heute befindet sich auf dem Siemser Cargo Terminal Lehmann das einzige Vollcontainer Terminal der Hansestadt und mit zwei hochmodernen und jeweils 125 Tonnen tragenden Hafenmobilkränen auch die größte Lübecker Hafenkrankapazität.

In den vergangenen Jahrzehnten investierte Lehmann beständig in neue Tätigkeitsfelder und Märkte. In den 1920er Jahren war das Lübecker Unternehmen erfolgreich im Handel mit Kohlen und Baustoffen. In den 1930er und 1940 Jahren investierte Lehmann in eigene Kähne und einen Schwimmkran. Anfang der 1950er Jahre wurde die Reederei gegründet und das erste Küstenmotorschiff, die „Hans Lehmann“, auf Kiel gelegt. Und 1952 war die MS „Dania“ das erste Passagierschiff nach dem Krieg, das unter deutscher Flagge fuhr — im Lehmann-Liniendienst zwischen Travemünde und Kopenhagen.

„Unser Erfolg beruht auf Teamwork“, betont Holger Lehmann, der das Familienunternehmen gemeinsam mit Geschäftsführer Dierk Faust (42) und Prokurist Timo Siebahn (29) führt. Mit Henrik Lehmann (20) ist die Nachfolge an der Spitze des Familienunternehmens gesichert.

50 Hektar Hafenfläche...

...betreibt Die Lehmann-Gruppe in Siems. Von den Kais legen jede Woche zehn Schiffe ab.

Zielhäfen sind Riga (Lettland), Helsinki und Hanko (Finnland) , St. Petersburg (Russland), Paldiski (Estland) und Halstervik und Braviken (Schweden).

Fünf Hektar umfasst die Hallenfläche auf dem insgesamt 50 Hektar großen Lehmann-Hafengelände in Siems.

Die Firmenzentrale befindet sich am Lehmannkai 2.

Von Torsten Teichmann

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