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Lübeck Senatoren-Wahlen: CDU nominiert Ludger Hinsen
Lokales Lübeck Senatoren-Wahlen: CDU nominiert Ludger Hinsen
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23:33 25.01.2016
„Das sind beides Bereiche, in denen ich Erfahrungen gemacht habe.“ Ludger Hinsen (53, CDU)

Es wird eine Kampfkandidatur. Das steht fest. Die CDU nominiert CDU-Mann Ludger Hinsen (53) als ihren Kandidaten. Unklar ist noch, für welchen Senatoren-Posten. „Wir wollen zurück in die Verantwortung“, sagt Fraktionschef Andreas Zander. „Und wir wollen es mit Ludger Hinsen.“ Die Fraktion habe ihn einstimmig nominiert. „Er ist fachlich für beide Posten geeignet“, so Zander. Nun sollen Gespräche bis Donnerstag ergeben, für welchen Posten die CDU eine Mehrheit bekommt. Dann schickt sie Hinsen entweder gegen den amtierenden Wirtschafts- und Sozialsenator Sven Schindler (SPD) ins Rennen — oder gegen Innensenator Bernd Möller (Grüne) und Boris Blöß (parteilos), den die Freien Wähler für das Amt des Innensenators nominiert haben.

Denn Hinsen hat sich für beide Posten beworben. „Das sind beides Bereiche, in denen ich Erfahrungen gemacht habe“, sagt der Jurist. Nach Lübeck will er, weil er eine Arbeit sucht, „in der ich etwas gestalten kann“, so Hinsen. Zudem habe er „eine emotionale Bindung“ zur Lübecker Bucht, weil er dort immer Urlaub mache. Hinsen lebt in Münster, ist verheiratet und hat erwachsene Kinder.

Er ist gebürtiger Münsteraner. Sein Jura-Studium am kommunalwissenschaftlichen Institut an der Uni Münster beendete er mit Prädikat. Der Jurist war sieben Jahre wissenschaftlicher Mitarbeiter der CDU-Landtagsfraktion in Nordrhein-Westfalen. Seine Themen: Finanzausgleich für die Kommunen sowie die kommunalpolitische Verfassung. Er wechselte zur Stadtverwaltung Essen — und war dort Chef des Ordnungsdezernats. Der Posten ist vergleichbar mit dem des Innensenators. Nach fünf Jahren ging Hinsen nach Berlin, wurde dort IHK-Vizechef — und beriet auch Berliner Politiker wie den Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) und den Wirtschaftssenator Harald Wolf (Linke). Zuletzt war Hinsen Geschäftsführer des Immobilienverbandes IVD Nord. Von dem Arbeitgeber trennte er sich im Streit, die Sache liegt beim Arbeitsgericht. Jetzt arbeitet Hinsen als Anwalt. Schon mit 16 Jahren trat er in die CDU ein, war aber seit der Studienzeit nicht mehr selbst politisch aktiv.

Bereits vor der Nominierung des CDU-Mannes brodelte in Lübeck die Gerüchteküche. Denn Hinsen wurde 2013 von einem NPD-Mann während der Leipziger Stadtratssitzung als Ordnungsdezernent vorgeschlagen.

Er selbst war nicht anwesend. „Ich hatte meine Bewerbung zurückgezogen, weil klar war, dass der Amtsinhaber wiedergewählt werden würde“, so Hinsen. Von seiner Nominierung durch den NPD-Mann habe er erst Tage später erfahren. Hinsen holte sich Ehrenerklärungen vom Bürgermeister und der CDU-Fraktionschefin, die das bestätigen. Hinsen: „Ich habe nix mit der NPD zu tun.“ Zweites Gerücht: Als er Essener Ordnungsdezernent war, mussten Libanesen zum DNA-Test. Der Hintergrund: Vor dem Bürgerkrieg geflohene Libanesen erhielten Sozialhilfe. Doch auch Türken gaben sich als Libanesen aus. „Wir wollten mit dem Test verwandtschaftliche Verhältnisse unter Türken nachweisen, von denen sich einige als Libanesen ausgaben“, so Hinsen. Zudem wird er damit zitiert, dass er abgeschobene Asylbewerber „aus dem Flugzeug abwerfen“ wollte. Hinsen erklärt den Vorfall so: Es habe eine hitzige Debatte gegeben, in deren Verlauf jemand sagte: „Wollen Sie die Flüchtlinge denn aus dem Flugzeug abwerfen?“ Da habe er eine hilflose Geste gemacht und die Schultern hochgezogen. Gesagt habe er das nicht.

Wegen dieser Gerüchte hatten die Grünen abgelehnt, Hinsen als CDU-Kandidaten zu unterstützen. Die BfL hingegen hat Hinsen nominiert — als Wirtschaftssenator. Fraktionschef Marcel Niewöhner: „Er ist ein überragender Kandidat.“

• Am Donnerstag:

Live-Ticker zur Senatoren-Wahl auf LN-online.de

Josephine von Zastrow

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