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Lübeck Senatorin will mehr Geld fürs Theater
Lokales Lübeck Senatorin will mehr Geld fürs Theater
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00:00 17.11.2011
Die Oper „Carmen“ läuft auch in dieser Spielzeit wieder am Lübecker Theater, eine der aufwendigsten Produktionen des Hauses. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen
Lübeck

Mehr Geld für Kultur: Lübecks Musentempel an der Beckergrube soll künftig einen höheren Zuschuss erhalten. Dafür macht sich Senatorin Annette Borns stark: „Das Stadttheater soll mehr Geld bekommen.“ Sie hat für den Haushalt 2012 bereits 150 000 Euro extra angemeldet. Ob das zusätzliche Geld fließt, muss die Bürgerschaft in ihrer Februar-Sitzung entscheiden.

Hintergrund des unerwarteten Zusatz-Geldes sind die höheren Gehälter, die Theaterdirektor Christian Schwandt ab nächstem Jahr zahlen muss. 2012 steigen seine Personalkosten um 400 000 Euro, 2013 sogar um 700 000 Euro. Denn der Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes (Bund und Kommune) wird neu verhandelt. Schwandt geht von einer Lohnsteigerung von 3,3 Prozent zum 1. März und 2,5 Prozent zum Januar 2013 aus. „Diese Mehrkosten kann ich nicht mehr aus unserem Budget finanzieren“, argumentiert Schwandt. Er hat in der vergangenen Spielzeit (2010/2011) ein kleines Plus von gut 30 000 Euro erwirtschaftet. „Wir müssen in sechs Wochen noch 100 000 Euro Umsatz machen“, sagt Schwandt, dann kommt er für dieses Jahr hin.

Doch die zusätzlichen 400 000 Euro für die 280 Vollzeit-Stellen im nächsten Jahr kann er nicht finanzieren. Er hat noch Überschüsse aus vorangegangenen Spielzeiten von 250 000 Euro – und würde mit zusätzlichen 150 000 Euro der Stadt das Jahr 2012 überstehen. Doch für 2013 sieht es nicht gut aus. „Ich will die Politik rechtzeitig informieren“, erklärt Schwandt. Andere Theater wie Rostock oder Schwerin schrammen aktuell nur knapp an der Insolvenz vorbei – und brauchen kräftige Finanzspritzen. „Andere sind insolvenzgefährdet, wir nicht“, macht Schwandt deutlich.

„Wir wollen nicht die Strategie fahren wie in Schwerin“, unterstützt ihn Borns. Deshalb ist sie froh, dass Schwandt das Problem schon jetzt angeht. Aber sie fordert: „Auch andere müssen sich beteiligen – wie das Land.“ Von jährlich gut 16 Millionen Euro Zuschuss für das Theater Lübeck zahlt das Land 9,78 Millionen Euro, die Stadt 6,3 Millionen Euro. Borns schließt auch erneute Erhöhungen der Eintrittspreise nicht aus: „Alles muss auf den Prüfstand.“

Die Kulturpolitiker honorieren Schwandts Theaterführung und wollen den erhöhten Zuschuss genehmigen. „Natürlich muss es mehr Geld geben“, sagt SPD-Kulturexperte Frank-Thomas Gaulin. Das Haus stünde so gut da wie nie zuvor, lobt er. „Manche Schauspiele sind sogar kostendeckend.“ Bruno Böhm (BfL) stimmt zu: „Es kann nicht ohne mehr Geld von der Stadt gehen.“ Aber:„Auch das Personal muss seinen Beitrag leisten – und das Theater als Ganzes.“ Es gehe nicht, dass nur die Stadt zahle.

Das lehnt Linken-Chefin Antje Jansen hingegen ab. „Die Mitarbeiter des Theaters machen gute Arbeit, also müssen wir sie auch gut bezahlen.“ Ein Haustarifvertrag, der den Beschäftigten das Gehalt kürzt, sei mit den Linken nicht zu machen. In dem Punkt ist sich Jansen mit Theater-Betriebsrat Reiner Trenkmann einig. „Ein Haustarifvertrag löst das grundsätzliche Problem nicht.“ Wäre das Theater keine GmbH, sondern wie früher bei der Stadt, gebe es die ganze Diskussion nicht. „Über das zusätzliche Geld freuen wir uns“, sagt Trenkmann. Aber die Theater-Mitarbeiter müssten nicht betteln gehen. „Wir können auch ein wenig stolz auf unsere Arbeit sein, wir haben viel bewegt in den letzten Jahren“, sagt Trenkmann. Und das komme der ganzen Stadt zugute.

Das Land unterstützt neben dem Lübecker auch das Kieler Theater mit 13,65 Millionen und das Landestheater mit 13,27 Millionen Euro. Ob sich an dieser Geldverteilung etwas ändert, kann im Kultusministerium niemand sagen. Da wird auf die Lenkungsgruppe Theater verwiesen, die seit zwei Jahren tagt, aber noch nie einen Beschluss gefasst hat – und auch niemals fassen wird, sagen Insider.

Josephine von Zastrow

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