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Lübeck Shanties satt und ein Rekord-Versuch
Lokales Lübeck Shanties satt und ein Rekord-Versuch
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12:14 01.07.2018
Zünftig in historischer Tracht: die Esmouth Shanty Men (und eine Dame) bringen a-capella klassische Shanties zu Gehör. Quelle: Fotos: Kulturbühne, S. Risch (1)
Travemünde

Okay, für Hovestädts Kulturbühne, offizieller Veranstalter des Festivals, lief wahrlich nicht alles ideal. Doch mit welcher Energie und Freude der 74-Jährige das größte Shanty-Festival Deutschlands vorbereitet, organisiert und über die Bühne bringt: Chapeau! Schon jetzt habe er wieder Anfragen für kommendes Jahr – von 20 Chören. Doch erst einmal steht das Festival 2018 an – mit Sängern sowie Musikern aus ganz Deutschland und Europa, die sich vom 6. bis 8. Juli auf fünf Bühnen am Meer abwechseln. Wobei auch Städte, die wenig bis nichts mit der Seefahrt zu tun haben, Shanty-Chöre entsenden. Wie die Isarmöven aus München, hervorgegangen aus einem Reiterverein, oder aber die Jungs vom Seemannschor Sempach in der Schweiz. Natürlich dürfen auch der Passat Chor und der Shantychor Möwenschiet nicht fehlen!

Shanties gehen immer: Zum sechsten Shanty-Festival Travemünde erwartet Wolfgang Hovestädt 35 Chöre aus dem In- und Ausland. Ein Höhepunkt wird ein Weltrekordversuch am kommenden Sonnabend – im Beisein von Ministerpräsident Daniel Günther (CDU).

Dass nicht alles, was beim Festival gesungen wird, echte Shanties sind, tut der Begeisterung des meist älteren Publikums keinen Abbruch. Und dass sich klassische Seemanns-Arbeitslieder wie „Rolling Home“ oder „Hamborger Veermaster“ im Laufe des Festivals wiederholen, ebenfalls nicht. Im Gegenteil: Hovestädt verrät, ihm mache es Spaß, „immer mal wieder zu gucken, wie unterschiedlich die einzelnen Chöre das jeweilige Lied interpretieren.“

Freunde des englischsprachigen maritimen Liedguts können sich schon auf die Exmouth Shanty Men aus England freuen, denn die treten nicht nur in der schmucken Tracht der Händler-Segler aus dem 18. und 19. Jahrhundert auf, sondern singen – ohne musikalische Begleitung – waschechte Shanties. Wohingegen die Hamelinos, sechs Freizeitmusiker aus Hameln, nur instrumental an- und auftreten. Im Repertoire haben sie neben Shanties auch Country-Musik und bekannte Schlager. Die Bandbreite ist also groß, die Festivalbesucher können sich auf viel Abwechslung freuen. Zumal auf einer Festmeile Kulinarisches, ein Riesenrad, maritime und handgefertigte Produkte locken.

Neu und für Hovestädt ein Highlight: Am Sonnabend, 14 Uhr, treffen sich möglichst viele Sänger und Sängerinnen, um unter Aufsicht des Rekord-Instituts für Deutschland (RID) den größten Shantychor der Welt zu bilden. Mitmachen müssen mehr als 1850 Sänger, denn die niederrheinische Stadt Dinslaken hält aktuell diesen Rekord. „Jeder darf mitsingen, er bekommt dann einen blauen Schal als Erkennungszeichen“, sagt Hovestädt. Moderiert wird das Spektakel von Björn Engholm, Ministerpräsident Daniel Günther hat sich ebenfalls angesagt.

Übrigens: Der Besuch des Shanty-Festivals ist wie immer kostenfrei. Hovestädt finanziert es über die Standgebühren, Unterstützung bekommt er von der Possehl- und der Gemeinnützigen Sparkassenstiftung. Er weiß schon jetzt, dass es 2019 auf alle Fälle wieder ein Festival geben wird. „Denn es passt zu Travemünde, es passt an die Küste.“ Oder, so zitiert er Christian Martin Lukas, Chef des Lübeck und Travemünde Marketing: „Travemünde ohne Shanty wäre wie Lübeck ohne Marzipan.“

Das Programm

Freitag, 6. Juli: 14 Uhr Eröffnung durch Bürgermeister Jan Lindenau, Veranstalter Wolfgang Hovestädt und den Lübecker Shantychor „Möwenschiet“ von Bord der „Lisa von Lübeck“, anschließend Chöre auf fünf Bühnen, 22.40 Uhr Tagesausklang.

Sonnabend, 7. Juli: 11 Uhr Beginn auf fünf Bühnen, 14 Uhr Rekordversuch „Der größte Shanty-Chor der Welt“ mit mehr als 1850 Sängern und Moderator Björn Engholm, Strandpromenade am Lotsenturm, 22.40 Uhr Tagesausklang.

Sonntag, 8. Juli: 11 Uhr Seemanns-Gottesdienst mit Pastorin Anja Möller und dem Shantychor „Möwenschiet“, ab 12 Uhr Chöre auf allen Bühnen, ab 19.45 Uhr Ausklang und Verabschiedung, gemeinsames Singen mehrerer Chöre auf Bühne 5.

Sabine Risch

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