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12:12 09.04.2017
Auf dem Hof des Hansemuseums zeigen George Yang (links) und Lukas Janku ihr ganzes Können. Das Video der Söhne Mannheims rund um Frontmann Xavier Naidoo war ihr erster Schritt im Musikgeschäft. Quelle: Olaf Malzahn
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Lübeck

Durch die enge Straße im angesagten Hamburger Karoviertel, zwischen den abgerockten Altbauten mit Graffiti an den Hauswänden, tanzen Lukas Janku (22) und George Yang (23). Die beiden Lübecker sind mittendrin beim Videodreh der Söhne Mannheims. Mit fünf weiteren Tänzern der Agentur The Fantastix treten sie im aktuellen Musikvideo der Band auf. Und während sie durch die Karolinenpassage tanzen, kommt im Hintergrund die Stimme von Xavier Naidoo aus den Boxen: „Guten Morgen, lass die Sonne rein“, singt der Soulsänger.

„Das Lied ist ein cooler Sommersong“, sagt Janku. „Ich glaube, dass er noch öfter in diesem Jahr zu hören sein wird.“ Zwei Tage lang drehten die beiden Lübecker in Hamburg. Und obwohl Janku schon beim neuen, vielumjubelten Imagevideo der Stadt Lübeck vor der Kamera stand, war der Dreh für die Söhne Mannheims eine neue Erfahrung. „Das war eine ganz andere Nummer“, schwärmt er.

Denn der 22-Jährige hat sogar einen schauspielerischen Part im Video zu „Guten Morgen“ übernommen. „Das war eine Riesenerfahrung, an der ich gewachsen bin.“ Von einem gehörnten Ehemann wird er aus der Wohnung gejagt – bekleidet lediglich in Boxershorts. „Für zwei Sekunden im Video musste ich so eine Stunde lang in der windigen Gasse stehen. Das war echt kalt“, betont Janku.

Auch George Yang war vom professionellen Dreh beeindruckt. „Im Video sieht man vielleicht ein Dutzend Leute. Doch hinter der Kamera standen rund 50 – allein drei davon waren nur fürs Make-up zuständig“, erinnert sich der 23-Jährige. Von den acht Stunden, in denen sie jeden Tag gedreht haben, hätten sie laut Yang siebeneinhalb gewartet und Kaffee getrunken. „Aber wenn du dran bist, musst du abliefern“, sagt er.

Der Manager der Söhne Mannheims wurde im Internet auf The Fantastix aufmerksam. Die Hamburger Agentur vertritt 15 Tänzer und Künstler und vermittelt sie an Kunden in ganz Deutschland. „Die Band hatte mehrere Tanzformationen zur Auswahl“, erklärt Yang. „Wir haben aber in letzter Zeit echt gute Arbeit geleistet. Deswegen hat sie sich für uns entschieden.“ Beim Dreh schauten sogar einige Bandmitglieder in Hamburg vorbei – Xavier Naidoo jedoch leider nicht.

Mit Mathé Prüßmann ist sogar noch ein dritter Lübecker im Video zu sehen. Er wohnt mittlerweile in Hamburg und spielt den gehörnten Ehemann, dem Lukas Janku die Frau ausspannt. Alle drei sind miteinander befreundet, kannten sich schon, bevor sie bei The Fantastix anheuerten. An den Wochenenden haben sie oft mit anderen Freunden als „Concrete 3“ Streetshows gemacht und sind bereits als Showact bei den Nordischen Filmtagen oder der Travemünder Woche aufgetreten.

Beim 22-jährigen Janku ist aus dem einstigen Hobby ein Beruf geworden. „Ich kann mittlerweile vom Tanzen leben“, sagt er. Unter anderem arbeitet er in Lübeck als Tanzdozent und gibt Kurse und Workshops an Schulen. Auch Yang, der als Tänzer bei der West Side Story am Lübecker Theater war, arbeitet als Tanzlehrer, leitet Kurse im Jugendzentrum am Burgtor oder für Flüchtlinge. „Das ist wirklich kein Klischee: Tanzen ist eine Sprache, die jeder versteht“, sagt Yang.

Gemeinsam haben beide nun den Verein Movement Family gegründet. Sie wollen Kindern Breakdance, Hip-Hop-Tanz, Parcours und Akrobatik näherbringen. „Lübeck wirkt oft sehr alt, gesetzt und gemütlich“, sagt Janku. „Uns ist aber wichtig, dass die Jugend mehr unterstützt und gehört wird.“

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 Jan Dresing

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