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Lübeck Siebeneinhalb Jahre Haft für Serienräuber
Lokales Lübeck Siebeneinhalb Jahre Haft für Serienräuber
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20:24 13.06.2016

Mehr als ein Dutzend Tankstellen überwiegend im Lübecker und Hamburger Raum hatte der Angeklagte im November 2015 überfallen. Die Beute von 10000 Euro verspielte er anschließend beim Roulette und kaufte dafür Kokain. Gestern verurteilte eine Strafkammer des Kieler Landgerichts den Serientäter wegen besonders schwerer Raubtaten in 14 Fällen zu siebeneinhalb Jahren Haft.

Die Staatsanwältin hatte zehneinhalb, der Verteidiger sechs Jahre Gefängnis für den aus der Ukraine stammenden 28-Jährigen gefordert. Als bewaffneter Kapuzenmann mit Sonnenbrille hatte er die Mitarbeiter der Tankstellen bedroht. Betroffen war auch eine Tankstelle an der Travemünder Allee, wo der Täter am 13. November gegen 19.30 Uhr der Kassiererin ein Messer vorhielt und 1152 Euro erbeutete. Die geschockte Mitarbeiterin hatte der Räuber mit den Worten „Keine Angst, dir passiert schon nichts“ zu beruhigen versucht. Weitere Tatorte waren Ahrensburg, Norderstedt und Nahe. Ein Tankwart in Norderstedt und eine Kassiererin in Stuttgart wurden an der Hand verletzt, als sie den Täter zurückdrängen wollten.

Das Gericht folgte im Urteil zwar dem Gutachten der Gerichtsmedizinerin, die dem Täter trotz Spielsucht und Kokainkonsums eine verminderte Schuldfähigkeit absprach. Es fasste jedoch die 14 Einzelstrafen zusammen. Begründung: Die Dauer der knapp vierwöchigen Raubserie und die Höhe der Beute blieben überschaubar.

Zudem habe der Angeklagte, der nach eigenen Angaben „wie getrieben“ handelte, sofort nach seiner Festnahme nach der letzten Tat vom 28. November an der A 7 bei Stellingen ein umfassendes Geständnis abgelegt. Dabei räumte er auch Überfälle in Dortmund, Stuttgart und Nürnberg ein, die ihm nicht zugerechnet worden waren.

Diese drei Taten wertete das Gericht als minder schwere Fälle. Im Strafmaß deutlich unter der Forderung der Staatsanwältin blieb die Kammer, weil sie dem im Kreis Segeberg aufgewachsenen Angeklagten die Zukunftsperspektive nicht verbauen wollte. Dieser hatte sich bei den Opfern entschuldigt, Reue gezeigt und seine Absicht bekundet, die Haftzeit für eine Ausbildung zum Elektriker zu nutzen.

Vor seiner Raubserie hatte der kaum strafrechtlich vorbelastete, als Kind mit seiner Familie aus der Ukraine eingewanderte Gelegenheitsarbeiter in der Gastronomie rund 2000 Euro verdient. Weil er freie Kost und Logis bei seiner Mutter hatte, konnte er sein gesamtes Einkommen verspielen und in Drogen umsetzen.

Thomas Geyer

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