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Lübeck Skandinavienkai: Zoll entdeckt 6,6 Millionen Zigaretten
Lokales Lübeck Skandinavienkai: Zoll entdeckt 6,6 Millionen Zigaretten
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11:21 22.02.2018
Die blauen Zigarettenschachteln waren hinter einer Wand aus Tierstreu versteckt. Quelle: Christian Charisius/dpa
Travemünde

„Auf den unterschiedlichsten Wegen kommen Schmuggel-Zigaretten nach Deutschland. Die Ostseehäfen sind dabei permanent im Fokus des Zolls“, sagt Stephan Meyns, Sprecher beim Zollfahndungsamt Hamburg.

„Die Ostseehäfen sind permanent

im Fokus

des Zolls. Stephan Meyns,

Zollfahndungsamt

Die Beamten entdeckten die 33000 Stangen bei einer Schiffs-Kontrolle am 7. Februar, teilten das Ergebnis aber erst gestern mit. Nach den Frachtpapieren sollte der Lastzug mit Möbel- und Sägespänen für Großbritannien beladen sein. Die Zöllner wollten es jedoch ganz genau wissen und begutachteten die Ladung im Rahmen einer Routinekontrolle mit Hilfe der vollmobilen Röntgenanlage. Die Röntgenbilder waren eindeutig: Mehr als sechs Millionen Zigaretten der Marke „Mayfair“, versteckt hinter einer Tarnladung aus Tierstreu, stellten die Beamten sicher. „Immer wieder gelingen uns solche Großsicherstellungen wie jetzt in Travemünde. Die Ermittlungen richten sich oft gegen international agierende Tätergruppen,“ sagt Meyns. Es konnte ein Steuerschaden von mehr als einer Million Euro verhindert werden. Die weiteren Ermittlungen des Zollfahndungsamtes Hamburg im Auftrag der Staatsanwaltschaft Lübeck dauern noch an.

Immer wieder ist Travemünde Schauplatz von großen Kontrollen. Im März vergangenen Jahres stellten die Beamten 8,4 Millionen Schmuggel-Zigaretten sicher. Der Fahrer kam aus Lettland, die Zigaretten waren hinter Glas versteckt. Der Fahrer des Schmuggel-Lastwagens wurde festgenommen. Gegen den Mann wurde ein Haftbefehl erlassen.

Der bislang größte Fund geschmuggelter Zigaretten in Travemünde ereignete sich im Dezember 2015. Da entdeckten die Zöllner insgesamt 9,3 Millionen Glimmstängel an Bord eines Lkw. Auch er kam von einer lettischen Fähre am Skandinavienkai. Statt Drucktechnikwaren befanden sich auch hier fast ausschließlich Zigaretten im Laderaum. Bei der Schmuggelware handelte es sich damals um Zigaretten der Marke „L&M“, die Warnhinweise waren in englischer Sprache verfasst. Die Zöllner vermuteten, dass die Ware in den britischen Raum weitertransportiert werden sollte.

So könnte es auch dieses Mal sein, denn die Marke „Mayfair“ ist ebenfalls eine englische. In Großbritannien ist das Geschäft mit geschmuggelten Zigaretten besonders lukrativ, weil die Schachteln im legalen Handel umgerechnet rund acht Euro kosten – Herstellung und Transport der illegalen Ware belaufen sich dagegen bloß auf ein bis zwei Euro.

„Die weiteren Ermittlungen müssen nun zeigen, wer die Hintermänner oder die Verantwortlichen sind“, sagt Stephan Meyns. Dass der Travemünder Fährhafen immer wieder Schauplatz für Zigarettenschmuggler ist, erstaunt Stephan Meyns nicht: „Die Risikoanalysen zeigen, dass die Fährlinien aus Osteuropa und dem Baltikum besonders beliebt bei Schmugglern sind.“

 Maike Wegner

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