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Lübeck So spektakulär feiert die Hüxstraße
Lokales Lübeck So spektakulär feiert die Hüxstraße
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21:24 08.07.2017
Auf einem ausgelegten Teppich mitten auf der Hüxstraße präsentiert Isabella Fischer ihren orientalischen Tanz. Quelle: Wolfgang Maxwitat
Innenstadt

 „Das ist echte Urlaubs-Atmosphäre“, urteilt Anja Lohmann aus Krummesse. Zusammen mit ihrer Familie ist sie per Rad zum Hüxstraßenfest gekommen, „und das hat sich absolut gelohnt“, kommentiert Ehemann Sven. Zwei volle Stunden wollen sie sich Zeit lassen, um alles genießen zu können.

Ihre Töchter Anna-Lena und Leonie haben unterdessen an der Bio- Konditorei „Gaumenfreude“ einen kurzen Genießer-Stopp eingelegt. Erdbeeren werden in flüssige Schokolade eingetaucht und so zu kleinen Lecker-Kunstwerken. „Bei uns sind fast durchgehend alle Tische besetzt. Das Wetter hätte nicht besser sein können, und das fing schon gegen zehn Uhr hier auf der Straße an“, ist Inhaberin Silke Eickhoff begeistert.

Seit 1988 wird auf der beliebten Schlendermeile einmal jährlich gefeiert und sowohl von Geschäftsleuten unter der Federführung der Interessengemeinschaft Hüxstraße wie auch von Anwohnern allerhand Abwechslungsreiches auf die Beine gestellt. „Dieses Fest ist immer wieder schön. Wir genießen einfach das Leben und diesen köstlichen Kaffee hier“, strahlen Bernt Goebel und seine Lebenspartnerin Birgit Lehmann.

In ihrer Blickweite auf Höhe des Teppichhauses „Bisbee“ hat es sich gerade etwas aufgestaut. Denn mitten auf einem ausgelegten Teppich zeigt Isabella Fischer, was sie in der Tanzschule „Lena Dance“ in den zurückliegenden zwei Jahren gelernt hat. Kunstvoll und von vielen Augenpaaren bestaunt, präsentiert die 26-Jährige ihren orientalischen Tanzstil.

Neben dieser arabischen Musik durchschweben viele weitere Klänge fremder Kulturen den Straßenzug. Irischer und amerikanischer Folk, sentimentaler Blues und gefühlvoller Soul, Klassiker der Swing-Ära und handfester Pop erklingen ebenso wie Jazz, französische Chansons, seelige Lieder und südamerikanische Balladen.

„In der Vielfalt der Musik ist noch das Motto dieses Festes ,Kunst und Kulturen’ ablesbar; ansonsten hat es sich ein bisschen verloren, wenn man sich umschaut“, erklärt Birgit Böhnke von der Buchhandlung „Makulatur“. Sie hat die Künstlerin Claudia Bachmann aus Berlin eingeladen, damit sie ihr Foto- und Postkartenprojekt „Blick zurück“ öffentlich präsentieren kann. Es resultiert aus intensiven Gesprächen mit Geflüchteten aus Syrien, dem Irak und Libyen.

Vor dem „Kinderstübchen“ hingegen hat es sich Märchenerzählerin Laila Lamoh gemütlich gemacht. Vor ihr sitzen aufgereiht zahlreiche junge Besucher des Festes und lauschen ihrer Lesung.

„Unser kleines Publikum hat viel Spaß dabei, und dieses Wetter ist einfach toll für uns“, flüstert Petra Jordan vom Kindermodegeschäft.

Platz für Kreatives ist an diesem Nachmittag jedenfalls sehr viel. Spannende Holzskulpturen von Peer Oliver Nau zum Beispiel erweisen sich als echte Hingucker. Und Designerin Karin Tauer vom Atelier „Zebrafisch“ zaubert fantasievolle Fische auf die Hand. „Klasse!“, sagt Susanne Kamlade, Besucherin aus Hamburg, die nach eigenem Bekunden vor dem G

20-Gipfel in ihrer Stadt geflohen ist.

 Michael Hollinde

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