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Lübeck Lübecker Altstadt: Das wollen die Bürger
Lokales Lübeck Lübecker Altstadt: Das wollen die Bürger
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07:52 12.11.2018
Lübecker planen die Altstadt (v.l.): Aileen Haack (27), Arne Müller (26) und Sebastian Lopitz (44). Quelle: Wolfgang Maxwitat
Innenstadt

 Die Entscheidung: Fast keine Autos mehr – und weniger Busse in der Altstadt. Das ist das Ergebnis der Planungswerkstatt Innenstadt. Mitgemacht haben 120 Lübecker. Konkrete Vorschläge gibt es auch – und sie sind revolutionär für Lübeck. Daraus entsteht jetzt ein Gesamtplan für die Altstadt. Er wird im kommenden Frühjahr präsentiert.

Altstadt fast autofrei

„Der Wunsch nach Veränderung ist sehr ausgeprägt“, sagt Wolfgang Haller, Chef bei SHP Ingenieure aus Hannover.„Die Menschen sind mit der Situation heute nicht zufrieden.“ Sein Büro entwickelt für Lübeck einen neuen Innenstadt-Plan. Dafür haben ihm die Lübecker jede Menge Ideen geliefert. Dabei soll die Altstadt fast autofrei werden. Nur noch Anwohner dürfen hineinfahren, Busse und Taxen. Und: Die Besucher, die zu den Parkhäusern fahren wollen.

Holstentor ohne Autos

Konkrete Idee: Es geht nur noch an einer Seite des Holstentors vorbei. Damit würden sich die Fahrspuren auf zwei verringern – von jetzt vier. Der Verkehr soll auf der Seite der Bundesbank entlang geführt werden. Dadurch würde zwischen Holstentor, Salzspeichern und Holstenhalle neuer Platz entstehen. Am Holstentor vorbei fahren dürften nur Busse, Taxen und Anwohner sowie Besucher, die zum Parkhaus in der Schmiedestraße wollen.

Promenaden-Meile vom Bahnhof zur Altstadt

Hinzu kommt die Sperrung der Untertrave – zwischen Holstenstraße und Beckergrube. Dadurch geht es am Holstentor nur noch geradeaus in die Holstenstraße. Es gibt kein Abbiegen mehr in die Untertrave. Dadurch wird die Flaniermeile der Obertrave in die Untertrave hinein ausgeweitet. „Das Holstentor ist ein Zukunftsort für Lübeck“, sagt Bausenatorin Joanna Hagen (parteilos). Die Lübecker hätten in der Planungswerkstatt „gute Ansätze“ geliefert. „Wer vom Hauptbahnhof zum Holstentor geht, hat eine Promenaden-Meile vor sich.“ Die komme aber gar nicht zur Geltung, weil es dafür zu viel Verkehr gebe.

Altstadt: So könnte die Verkehrsführung künftig aussehen. Quelle: Jochen Wenzel

Ein Theaterplatz in der Beckergrube

Klarer Konsens: Kein Durchgangsverkehr mehr durch die Beckergrube bis zum Burgtor. Die Beckergrube würde ab der Straße Fünfhausen gesperrt. Damit wird die Beckergrube und der Koberg zur Flaniermeile – vor dem Theater kann ein Platz entstehen. Wer ein Auto im Parkhaus Wehdehof abstellen will, kann über die Willy-Brandt-Allee, Drehbrücke, Untertrave, Beckergrube in die Straße Fünfhausen fahren.

Busse sollen in der Königstraße bleiben

Knackpunkt sind sie Busse: Sie sollen weiter durch die Altstadt fahren – und vor allem auch durch die Königstraße. Aber: Die Zahl der Busse könnte reduziert werden und weitere Busse an der Kanalstraße entlang fahren. Der Vorschlag mit Shuttle-Bussen in die Altstadt zu fahren, fand kaum Zustimmung.

Die Millionen sind da

Allerdings: Die Altstadtinsel neu zu gestalten wird teuer. Wenn es weniger Verkehr gibt, gibt es mehr Platz. Der muss umgebaut werden – und das kostet Millionen. Aber: „Wenn wir zu einem guten Ergebnis kommen, dann ist immer Geld da“, verspricht Bürgermeister Jan Lindenau (SPD). Er ist sich sicher, dass „die Bürgerschaft Geld gibt, sich Fördertöpfe auftun und Institutionen etwas beisteuern, wenn es einen Konsens in der Stadt gibt.“

Josephine von Zastrow

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