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Lübeck Sommergefühle beim Campus Open Air
Lokales Lübeck Sommergefühle beim Campus Open Air
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22:32 19.05.2017
Die Band Hips4Gyps mit Studenten der Musikhochschule erfreut die Festival-Besucher mit folkigem Sound. Quelle: Fotos: Lutz Roessler
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Lübeck

Auf der Wiese neben den Bühnen trinken sich die Leute in Sitzkreisen schon mal mit Dosenbier und Wein warm und genießen die letzten Sonnenstrahlen des Tages. „Endlich ist mal was los in Lübeck!“, sagt die Medizinstudentin Maria Schröder. Sie ist zum ersten Mal auf dem Festival im Freien. Vielleicht geht sie gleich tanzen, jetzt ist ihr die 22 Grad heiße Luft noch zu schwül. Rund 5000 Studenten, Schüler und auch der eine oder andere Besucher aus der Stadt haben sich am gestrigen Freitag auf dem Campus Open Air-Festival, kurz Coal, an Universität und Fachhochschule getroffen. 14 Bands ließen auf zwei Bühnen vor dem Hörsaalgebäude mit guter Musik beim Publikum ausgelassene Stimmung aufkommen.

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14 Bands verwandeln Uni- und FH-Gelände in eine Tanzwiese für Schüler und Studenten.

Feiern und informieren

Rund 5000 Besucher besuchten am Freitagnachmittag bis in die späte Nacht hinein das Campus Open Air-Festival auf dem Gelände von Universität und Fachhochschule Lübeck.

Auf dem Campus konnten parallel dazu Schüler schnuppern. Sie besuchten die Labore, lernten Professoren und Studenten kennen und informierten sich zum Studienangebot.

Wo sonst in Stillarbeit für die nächste Prüfung gebüffelt wird, geht es vom Nachmittag bis spät in die Nacht laut und lebendig zu. Den Auftakt macht um 14 Uhr die Musikhochschultruppe Hips4Gyps mit „wildem Crossover“, wie der Sänger den Musikstil beschreibt. Zwei Geigen, eine Bratsche, eine Gitarre, Kontrabass und Klarinette drängen sich auf der Bühne. Sie bringen einen folkloristisch angehauchten Sound hervor, der an Irland erinnert. Das Publikum mag das, klatscht mit, schwoft im Takt, hüpft hin und her.

Auf der großen Bühne rockt die Band Leoniden mit dickem Wummerbass und fetzigem Gitarrensound die Bühne. Grund genug für die Architekturstudenten Lukas Lübke und Kjell Faber, sich am Bierstand mit der ersten Kaltschale des Nachmittags zuzuprosten. „Wir hatten heute kaum Vorlesungen, also geht’s bei uns früh los“, sagt Lukas Lübke.

Die Band Platzhalter aus Husum braucht sich um die Fangemeinde keine Sorgen machen. Der Klavierspieler Daniel Höttger ist Medizinstudent an der Lübecker Universität, und so jubeln ihm am Freitagnachmittag seine Studienkollegen zu. So auch Theresa Brückmann, die bei träumerischem Indie-Pop in deutscher Sprache mit dem ganzen Körper hin- und herschwingt. „Die Stimmung ist super, und es hängt ein Gefühl von Sommer in der Luft“, sagt die 20-jährige Studentin.

Lang ist der Tag für die 250 Helfer, ohne die es das von den Studenten selbst organisierte Festival nicht gäbe. Jan Niklas, einer der Organisatoren, läuft am späten Nachmittag mit Schweißperlen auf der Stirn übers Gelände. Wenn an den Bierbuden oder auf den Bühnen was fehlt, sorgt er für Nachschub. Nur wenn seine Lieblingsband Smash Into Pieces aus Schweden auf die Bühne kommt, wird er die Arbeit für kurze Zeit liegen lassen. Bis dahin gibt es immer wieder etwas zu tun. „Gerade sind uns die Eiswürfel ausgegangen“, sagt er, „wir haben uns jetzt welche aus dem Chemielabor geklaut.“

Schüler schnuppern Uni-Luft

Jürgen. Parallel zum Festival haben sich am gestrigen Freitag zahlreiche Schüler einen Eindruck von der Lübecker Universität verschafft. Professoren, Wissenschaftler und Studenten gaben den aus ganz Deutschland angereisten Jugendlichen einen umfangreichen Überblick über das Studienangebot. Zudem öffneten die Forscher ihre Labore für den potenziellen Nachwuchs.

Wie ist das Lebensgefühl auf dem Campus? Wie sind die Professoren drauf? Wie sieht es mit den Jobaussichten aus, wenn man den Abschluss in der Tasche hat? Solche und noch viele Fragen mehr stellte der Schüler Luckhard Gondesen (17) aus Neuruppin (Brandenburg) der Biophysikstudentin Pauline Lux. Die 21-Jährige führte die Schülergruppen am Schnuppertag durch die naturwissenschaftlichen Labore.

Bei so vielen Fragen fühlt sich die Studentin drei Jahre in der Zeit zurückversetzt. „Ich war damals auch beim Schnuppertag und wollte einfach alles wissen“, erinnerte sie sich. Inzwischen ist sie im sechsten Semester.

Ihre große Befürchtung sei es damals gewesen, keinen Anschluss zu finden. „Natürlich waren meine Sorgen unbegründet, man kommt sehr schnell rein in den Uni-Alltag“, erzählte Lux. Der Standort Lübeck sei sehr besonders, weil es eine kleine Universität mit nur etwa 4000 Studenten ist. „Das Verhältnis zwischen den Studis und den Profs ist hier sehr persönlich“, berichtete Pauline Lux auch dem neugierigen Schüler Luckhard. Der war am Ende immer noch etwas ratlos, was er studieren soll, aber immerhin um einige Eindrücke reicher.sbü

 Saskia Bücker

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