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Lübeck Sonnenuntergang, die 1.: Dreh mit Hindernissen
Lokales Lübeck Sonnenuntergang, die 1.: Dreh mit Hindernissen
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21:21 16.10.2015
Eric Janssens Hund „Momo“ kommt eine wichtige Rolle zu.
Travemünde

Der Himmel präsentiert sich einheitlich grau, der stetige Regen prasselt aufs Holzdeck. Der Wind, der am Vortag noch heftig wehte und die Männer der „Lisa von Lübeck“ in ihren Kojen heftig schaukelte, ist so gut wie eingeschlafen. Kein idealer Tag, um mit einem finnischen Filmteam auf die Ostsee hinauszufahren. Aber was sein muss, muss sein, denn die Finnen haben für den Part ihrer Serie „The Heroes of the Baltic Sea“, der im staatlichen TV laufen soll, zwei Drehtage eingeplant.

Doch erst einmal ist Warten auf das finnische Filmteam angesagt. Kapitän Dieter Baars weiß, dass der Flieger aus Helsinki morgens um 7 Uhr gelandet ist. Per Bus wollen die Fernsehleute nach Travemünde kommen, am Skandi-Kai allerdings noch einen Wagen mit Material abholen. „So gegen 11.30, 12 Uhr müssten sie hier sein“, meint Baars.

Während die meisten Besatzungsmitglieder noch in ihrer Alltagskluft umherlaufen, sitzen unter Deck, im Mannschaftsraum, schon rund 30 mittelalterlich gewandete Komparsen. Sie gehören dem Hansevolk an, der Jugendbauhütte oder aber dem Bauspielplatz Roter Hahn. Judith Pera (42) vom Hansevolk hat ihre Töchter Solveig (10) und Alva (7) am letzten Schultag vor den Herbstferien sogar extra aus der Schule genommen, damit sie mitmachen können. Gespannt warten sie auf ihren Einsatz. „Dürfen wir den Hund streicheln?“, fragt Alva den Komparsen Eric Jannsen von der Jugendbauhütte. „Klar“, sagt der Mann, der seinen Hund „Momo“ mitbringen musste, „weil die Finnen zum Dreh auch einen Hund an Bord haben wollten“, wie Dieter Baars erklärt.

Während unten im Mannschaftsraum mollige Wärme herrscht, zumal das Essen für die Filmcrew — Fisch und Vegetarisches — vor sich hinbrutzelt, ist es auf Deck unangenehm nass-kalt. Es ist 12.30 Uhr, als ein Bus mit Hamburger Kennzeichen am Ostpreußenkai vorfährt. Frauen und Männer mit Trolleys kommen an Bord, Regisseur und Drehbuchautor Antti-Jussi „AJ“ Annila kann sich einen Scherz übers Wetter nicht verkneifen. Dennoch gibt er sich optimistisch: „Die Sonne wird rauskommen“, ist er überzeugt. Er muss daran glauben, denn eigentlich will man auf der Ostsee einen Sonnenuntergang filmen. Die Geschichte zu „The Heroes of the Baltic Sea“, gedacht für Kinder zwischen elf und 16 Jahren, spiele im Jahr 1467, weshalb er sich auf die Suche nach einem möglichst authentischen Schiff gemacht habe.

Eine Hansekogge hätte nicht gepasst. „Über ein Museum bin ich dann auf die ,Lisa von Lübeck‘ aufmerksam geworden“, erzählt er, wie es zu dem Vertrag mit der Gesellschaft Weltkulturgut Hansestadt Lübeck kam. Denn das Lübecker Hanseschiff ist eine Kraweel, ein Nachfolger der Kogge.

Da der Lkw mit dem Material immer noch nicht am Ostpreußenkai angekommen ist, genießen die finnischen Filmer erst einmal das Mittagessen im Mannschaftsraum — gemeinsam mit den Lübeckern.

Pünktlich um 15 Uhr legt die Kraweel vom Ostpreußenkai ab, bei gutem Wind geht es gen Neustadt. Noch am Abend wird auf der Ostsee gefilmt — mit romantischem Laternenschein. Nur der vom Regisseur erwünschte Sonnenuntergang fällt komplett aus. Vielmehr wandelt sich der Himmel von Hell- über Dunkelgrau bis hin zu tiefem Schwarz. Aber heute ist ja auch noch ein Tag . . .

Der finnische Film
Erzählt wird die Geschichte eines Hanseschiffes, das 1467 vor Helsinki untergeht. Ein Schiffsjunge ist der einzige Überlebende. Sechs Jahre irrt er durch die Lande und erlebt viele Abenteuer.
Finnish Broadcasting Company, auch bekannt als Yleisradio (Yle), wurde 1926 gegründet und ist die öffentlich- rechtliche Rundfunkanstalt Finnlands. „The Heroes of the Baltic Sea“
ist eine Abenteuerserie und soll eine nordische Variante von „Piraten der Karibik“ sein.

Sabine Risch

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