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Lübeck „Spaß hat’s gemacht“
Lokales Lübeck „Spaß hat’s gemacht“
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12:17 26.09.2017
Motivationsschübe: Die sechsjährige Helen Dömer feuert ihren Papa Thomas beim Zehn-Kilometer-Lauf vom Rand aus an. Quelle: Fotos: Ulf-Kersten Neelsen
Innenstadt

Ein trister Himmel hängt Sonntagmorgen über der Hansestadt. Doch davon lassen die Lübecker sich die Laune nicht verderben: Zahlreich tummeln sie sich rund ums Rathaus. Mehr als 800 Teilnehmer gehen an den Start des nunmehr 30. City-Laufs in Lübeck. So auch Philipp Rittscher aus Kiel. Seine Frau Christin sowie Schwiegermutter Christa Rittscher stehen schon wenige Minuten nach dem Startschuss beim Zieleinlauf. Rittscher hat eine Kamera um den Hals baumeln, in der Hand eine Videokamera.

Mehr als 800 Läufer sind am Sonntag beim 30. City-Lauf rund um und quer durch die Lübecker Innenstadt gelaufen. Angefeuert von vielen Schaulustigen am Rand der Strecke liefen die Profis und Amateure und auch die vielen Kinder zufrieden ins Ziel vor dem Rathaus ein.

„Hoffentlich schafft er die zehn Kilometer in weniger als 35 Minuten“, sagt sie, und klingt fast ein wenig aufgeregt. Denn für Philipp Rittscher ist der City-Lauf mehr als nur ein Lauf: Als „Turnschuhheizer“ gibt er auf seinem eigenen YouTube-Kanal Lauftipps und -tricks – und erklärt, wie Läufer innerhalb eines zwölfwöchigen Trainings eine Zehn-Kilometer- Strecke in unter 35 Minuten schaffen können. Die Anspannung ist groß, auch unter den Zuschauern. Wann ist der erste Läufer in Sicht?

Leonie Diekmann steht währenddessen kurz hinter der Zielgeraden; um sich herum einige weitere Helfer und Helferinnen. Über ihrem Arm hängen Medaillen. „Wir haben 975 Medaillen für die Läufer“, erzählt sie und hat viel damit zu tun, die ins Ziel einlaufenden Läufer zu beglückwünschen. Nachdem gut 40 Minuten seit dem Startschuss vergangen sind, trudeln die Läufer beinahe im Sekundentakt bei ihr ein. Mit großer Geste hängt Diekmann der 17-jährigen Wiebke Frank aus Oldenburg eine Medaille um den Hals. „Ich mache Leichtathletik im Verein und laufe eigentlich eher die 800-Meter-Distanz. Aber gerade jetzt im Herbst habe ich Spaß an den Langstreckenläufen“, erzählt sie wenig später und stützt für einen kurzen Moment ihre Hände auf den Knien ab, atmet schwer vor Anstrengung.

„Man, war das ein Rennen! Jetzt schauen Sie sich mal an, wie groß der Vorsprung der ersten Läufer war“, ruft Moderator Heinz Galling mit dramatischer Stimme ins Mikrofon. „Lübeck ist ganz schön hügelig, das geht in die Beine“, spricht er weiter und hält Claudius Michalik mit der Nummer 916 das Mikrofon unter die Nase: „Michalik, du bist Erster! Wie war’s?“ „Anstrengend“, erwidert der Favorit und braucht einen Moment, um wieder zu Atem zu kommen. „Bisschen rutschig, aber ansonsten war es top.“ Die Umstehenden jubeln, von überall her sind Anfeuerungsrufe und schnelle Klatschrhythmen zu hören. Beim City-Lauf wird jeder motiviert. Hier scheint das Publikum zusammenzustehen – es gilt das Motto: Einer für alle, alle für einen.

Als Team gelaufen sind auch Lina Schrieber, Alexander Struth und Jan-Ove Litzenroth. „Für uns ist das mehr Event als Wettkampf“, sagt Struth. „Aber“, fügt Schrieber hinzu, „Ziel erreicht – denn wir wollten die Fünf-Kilometer-Strecke unter 30 Minuten laufen.“ Litzenroth nickt. Das Wichtigste für das Trio: „Spaß hat’s gemacht.“ Den hatte auch die sechsjährige Elida Schäfer. Zusammen mit ihren beiden älteren Schwestern ist sie die Ein-Kilometer-Strecke mit dem Einrad gefahren. Jetzt hält sie stolz den kleinen Pokal. „Ich bin auch gar nicht hingefallen“, erzählt sie. So geht ein fröhlicher Tag mit sportlichem Ehrgeiz zu Ende.

Mehr zum City-Lauf lesen Sie im Sportteil auf Seite 23.

 Von Josephine Andreoli

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