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Lübeck Sperre in der Reiferstraße: Kehrt jetzt Ruhe im Viertel ein?
Lokales Lübeck Sperre in der Reiferstraße: Kehrt jetzt Ruhe im Viertel ein?
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20:22 21.09.2013
Der Schleichweg ist dicht: Über die Reiferstraße kommen die Autofahrer seit Dienstag nicht mehr zur Lohmühle. Quelle: Fotos: Lena Schüch

Bärbel Becker sitzt in ihrem Wohnzimmer in der Reiferstraße. „Toll, jetzt ist es wesentlich ruhiger hier“, sagt die 66-Jährige. „Hier rumpelten vorher ja sogar Laster über das Kopfsteinpflaster.“ Sie ist eine der Anwohner des Wohngebietes zwischen Schwartauer Allee, Fackenburger Allee und Lohmühle, die sich mit Protesten dafür eingesetzt haben, dass die kleine Straße nicht mehr als Schleichweg von der Innenstadt zur Autobahn benutzt wird. Jetzt ist damit erst einmal Schluss: Eine Diagonalsperre an der Kreuzung Reiferstraße/Warendorpstraße sorgt seit Dienstag dafür, dass der von der Innenstadt kommende Verkehr über die Gloxinstraße oder Wickedestraße wieder zurück auf die Schwartauer Allee geleitet wird.

„Das zeigt doch, dass es etwas bringt, wenn man sich als Bürger einsetzt“, sagt Siegmund Becker, der die Diagonalsperre begrüßt. „Jetzt verirren sich nicht mehr so viele hierher.“ Seit die Friedenstraße keine Durchfahrtstraße mehr von der Lohmühle und Fackenburger Allee ist, hatte der Verkehr nach Empfinden der Bürger stark zugenommen. Auch wenn die Ergebnisse einer Verkehrserhebung in der 30er Zone Anfang des Jahres ergeben hatten, dass nur etwa zehn Prozent der passierenden Fahrzeuge dem Durchgangsverkehr zuzurechnen seien, gab die Stadt den Protesten nach. „Die Diagonalsperrung ist ein Versuch und wird erst einmal neun Monate bestehen“, sagt Stadtsprecher Marc Langentepe. „Während der Versuchsphase wird untersucht, wie sich die Maßnahme auswirkt, also insbesondere, wie es zu Verkehrsverlagerungen in benachbarten Wohnstraßen kommt.“

Fragt man jedoch die Anwohner der Parallelstraße, ist das jetzt schon der Fall. „Das ist eine Riesensauerei“, sagt Harald Süßenbach. „Jetzt düsen sie alle durch die Wickedestraße.“ Der 67-Jährige beobachtet seit der Sperrung der Friedenstraße nicht nur, dass die Wickedestraße stadteinwärts als „Autobahntrasse“ missbraucht wird. Nun würde durch die Diagonalsperre auch der untere Teil der Wickedestraße noch stärker befahren werden. „Ich habe auch gesehen, wie die umgeleiteten Fahrzeuge entgegen der Einbahnstraßenregelung die Wickedestraße rückwärts hochfahren“, sagt Anwohnerin Eike Harder. „Das ist gefährlich.“

Zusätzlich beschweren sich Anwohner, dass sie nun große Umwege in Kauf nehmen müssen. „Immer, wenn ich nun meinen Sohn von der Schule abholen möchte, muss ich einen großen Bogen fahren“, sagt Armin Nowak. „Von Verkehrsberuhigung kann keine Rede sein — alle müssen mehr Sprit und Zeit investieren.“ Um das zu umgehen, nehmen manche sogar eine Abkürzung und fahren an der Querbake vorbei über den Fußweg weiter in die Reiferstraße. Die Lücke ist breit genug für einen Pkw.

Doch wie das Problem des Durchgangsverkehrs zu lösen ist, darüber scheiden sich die Geister. Die einen wünschen sich, dass die Friedenstraße wieder für den Durchgangsverkehr geöffnet wird, die anderen eine Schließung mit Pollern, damit nur noch Einsatzwagen passieren können. Peter Harder sagt: „Es würde auch einfach schon reichen, wenn es Wellen auf der Straße gäbe, damit die Fahrer nicht mehr so rasen können.“

Lena Schüch

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