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Lübeck Sperrung: Kanalbrücke in Büssau wird neu gebaut
Lokales Lübeck Sperrung: Kanalbrücke in Büssau wird neu gebaut
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16:31 18.09.2017
Noch rollen die Autos über die Kanalbrücke zwischen Ober- und Niederbüssau. Weil sie inzwischen marode ist, wird ab Ende September eine neue Überführung gebaut. Quelle: Foto: Lutz Roessler

Am Stahlüberbau wird schon gewerkelt, und bald kommt die Brücke ganz weg: Die Bewohner der lübschen Dörfer Oberbüssau und Niederbüssau müssen sich ab Ende September auf Umwege und Lärm einstellen. Zwischen den Ortschaften verläuft der Elbe-Lübeck-Kanal, die Straßenbrücke an der Schleuse Büssau verbindet sie. Die aber wird ab Ende September abgerissen, dann wird eine neue Brücke gebaut.

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Arbeiten beginnen Ende September – Im Frühjahr 2019 soll alles fertig sein – Schleuse wird vorerst nicht saniert – Umleitung für Autofahrer.

„Die Umleitung ist nur zwei Kilometer länger.“Burkhard Knuth,

Bauleiter

Das sei dringend notwendig, da der Bau über 120 Jahre alt und mittlerweile marode sei, sagt Burkhard Knuth, Leiter des Bauvorhabens. Der Neubau bedeutet aber auch, dass die Querung für den öffentlichen Verkehr über den Elbe-Lübeck-Kanal für voraussichtlich ein Jahr gesperrt sein wird. Bisher rechnet der Bauherr mit einer Sperrung bis Mitte Oktober 2018. Im Frühjahr 2019 soll dann alles komplett fertig sein.

Bauherr ist das Wasserstraßen- Neubauamt Magdeburg. Das Amt arbeitet im Auftrag für die zuständigen Behörden in Lauenburg, weil es mehr Erfahrung im Brückenbau hat. Die bisherige Querung ist 4,53 Meter hoch. Die Neue wird etwas an Höhe gewinnen und exakt 5,25 Meter hoch sein. Damit wird sie so konzipiert, dass bei einem möglichen Ausbau des Elbe-Lübeck-Kanals nicht noch einmal eine neue Brücke gebaut werden muss, sagt Knuth: „Da muss dann nichts nachgearbeitet werden.“

Saniert wird allerdings erstmal nur die Brücke. Die Schleuse bleibt unberührt und soll erst mit dem möglichen Kanalausbau erneuert werden. Finanziert wird das Projekt über das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur.

Der Verkehr wird während der Bauarbeiten an der Brücke umgeleitet. Dabei müsse laut Bauherr ein Umweg von zwei Kilometern einberechnet werden. Die Umleitung verläuft über die Straßen Langjohrd und Milbreed, dann über die Kronsforder Hauptstraße Richtung Krummesser Landstraße, so Knuth. Das sind eigentlich Wirtschaftswege für den landwirtschaftlichen Verkehr. Diese Regelung werde für den Sperrzeitraum aber aufgehoben.

Durch die Umleitung fürchten die Anwohner Lärm im Wohngebiet. So ist etwa das Hotel Friederikenhof in Oberbüssau von den Arbeiten betroffen. Mehr Lkws, mehr Lärm, weniger Ruhe für die Hotelgäste:

„Wir haben sicher mehr Krach direkt vor der Haustür“, sagt Hotelbesitzerin Heide Meyer. „Ich bin um jeden Tag froh, an dem die Baustelle noch nicht eröffnet wird.“ Schließlich könnte das die Gäste vergraulen.

Der Kanalausbau

Das Geld ist da, aber das Personal fehlt. Der Ausbau des Elbe-Lübeck-Kanals kann nach der Verabschiedung des Bundesverkehrswegeplans 2030 im vergangenen Jahr eigentlich umgesetzt werden.

Zehn Millionen Euro hat der Bund dafür bereitgestellt. Das Problem: Bisher fehlt fachlich qualifiziertes Personal für die Maßnahme. Politiker, Biologen und Naturschützer kritisieren das Vorhaben. Das Transportaufkommen auf dem Kanal nehme stetig ab, der Kanal sei für die Wirtschaft weniger bedeutsam und größere Schiffe seien nicht umweltfreundlich. Wirtschaftsvertreter hingegen betonen, dass der Ausbau wichtig für die Binnenschifffahrt in ganz Deutschland sei, weil der Kanal einen bedeutsamen Zugang zur Ostsee darstelle.

 Saskia Bücker

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