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Lübeck Sportliche Aufklärung auf dem Tandem
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21:10 03.08.2015
Wer lacht, kann trotzdem betroffen sein: Die Tandemfahrer repräsentieren diejenigen, die ihre Depression nicht öffentlich machen. Quelle: Maxwitat
Innenstadt

Tandemfahren als Mutmacher. Nach über 200 Kilometern und vier sportlichen Tagen haben drei Tandem-Teams der sogenannten Mut-Tour ihr Etappenziel Lübeck erreicht.

Ziel der Tandem-Tour: Ängste und Vorurteile gegenüber dem Thema Depression abbauen. Von Wittenberge über Schwerin und Boltenhagen bis in die Hansestadt führte die siebte von insgesamt acht Etappen.

24 Tandem-Teams mit und ohne Depressionserfahrungen radeln insgesamt durch Deutschland.

„Abends haben wir uns kennengelernt, am nächsten Morgen ging‘s dann gleich los“, erzählt Radfahrerin Susan Thomas (50). Schwer bepackt sind die Fahrräder mit Schlafsäcken und Isomatten. Die Teams übernachten in der freien Natur. Auf den Wegstrecken betreiben die Sportler Öffentlichkeitsarbeit, um die Depression als Krankheit zu entstigmatisieren und einen offenen Umgang mit der Krankheit zu ermöglichen. „Wir zeigen, dass auch Betroffene etwas leisten können“, erklärt Tourleiter Joseph Huber (48). Vor allem im Arbeitsumfeld der Betroffenen herrschen Vorurteile. „Wenn jemand sechs Monate krankgeschrieben ist, gehen viele Kollegen sofort von einem Alkoholentzug aus.“ Mit der Mut-Tour soll eine positive Bühne für Depressionen geschaffen werden. „Nicht- Betroffene können sich mit dem Thema auseinandersetzen, ohne sich betroffen zu fühlen“, so Tour- Initiator Sebastian Burger (35).

Die sportliche Betätigung durchs Tandemfahren hilft also jedem. „Als Erkrankter zweifelt man an sich selbst, jede Anforderung, die an einen gestellt wird, ist schon zu viel“, sagt Eugen Biniasz- Schreen (55) , der schon Erfahrung mit den Mut-Touren hat. Und Depressionen sind vielfältig. „Manche glauben, antriebslos zu sein, obwohl sie eigentlich unter einer Depression leiden“, erklärt Huber.

Die Diagnose ist dann erleichternd. „Ich dachte immer, bei mir ist was falsch“, so Alina Hahn. „Als ich erfahren habe, dass ich dagegen etwas tun kann, war ich entlastet.“ Die wenigsten Betroffenen trauen sich, Hilfe zu suchen. Dann kommen die Angehörigen ins Spiel. „Wertfrei und gemeinsam zum Arzt gehen — das ist die beste Hilfe“, findet Biniasz-Schreen.

Die Mut-Tour in Zahlen
2000 Kilometer radeln die 24 Tandem-Teams auf der Mini-Mut-Tour quer durch Deutschland. Insgesamt bewältigen sie acht Etappen.
50 bis 80 Kilometer beträgt eine Tagesstrecke, die die Radfahrer zurücklegen müssen. Übernachtet wird dabei im Zelt.
4,9 Millionen Deutsche erkranken jedes Jahr an einer Depression. Mit den Radtouren sollen Vorurteile abgebaut werden.

tp

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