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Lübeck Sprach-Einsatz im Freiwilligendienst
Lokales Lübeck Sprach-Einsatz im Freiwilligendienst
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23:14 19.01.2018
Schauen Wahidullah Alizada beim Kochen zu (v. l.): Marlies Fritzen, Anna-Lena Grober, Jule Fröhlich, Nora Zielberg sowie Christine Gantner. Quelle: Foto: Hollinde
St. Jürgen

Noch kommen seine Sätze etwas zögerlich. „Vormittags helfe ich auf dem Hof, bei den Kinder-Kochkursen und so weiter, aber auch mal im Büro“, erzählt Wahidullah Alizada. Der 22-jährige Afghane ist 2016 aus seinem Heimatland nach Deutschland geflohen. Die Sprache ist für ihn der Schlüssel, um hier anzukommen und sich eine berufliche Perspektive eröffnen zu können.

„Und er hat uns erzählt, dass er hier seit August durch das tägliche Sprechen schon wesentlich mehr Deutsch gelernt hat, als im gesamten Jahr zuvor“, berichtet Cornelia Klaffke, die mit Christoph Beckmann-Roden zur Geschäftsführung des Jugend-Naturschutz-Hofes Ringstedtenhof gehört. Dieser ist seit vielen Jahren Einsatzstelle für das Freiwillige Ökologische Jahr, und Wahidullah Alizada ist als FÖJler hier aktiv.

Der Grund: Im vergangenen Jahr wurden im Land die bestehenden 150 Freiwilligen-Plätze um weitere zehn ausschließlich für Geflüchtete im Alter zwischen 18 und 26 Jahren aufgestockt. „Das Projekt ist uns ein Herzensanliegen“, sagt dazu die Landtagsabgeordnete Marlies Fritzen. Die kultur- und umweltpolitische Sprecherin der Fraktion

Sie schickt gleich voraus, dass auch ab Sommer 2018 diese zehn zusätzlichen FÖJ-Stellen finanziert werden. „Das Land gibt rund 1,2 Millionen Euro jährlich zur Unterstützung für das FÖJ“, erklärt sie. Generell könne man die insgesamt 160 Plätze locker verdoppeln – „die Nachfrage ist ungebrochen hoch“, so Fritzen.

Das „FÖJ mit Geflüchteten“ ist in Schleswig-Holstein ein Gemeinschaftsvorhaben der FÖJ-Träger „Ökologische Freiwilligendienste Koppelsberg im Jugendpfarramt in der Nordkirche“ und der „Trägergemeinschaft für das FÖJ am Nationalpark Wattenmeer“. Die zehn jungen Leute mit Flüchtlingshintergrund, die gerade im Land im Einsatz sind, kommen ursprünglich aus Syrien, Eritrea, Iran, Jemen und eben Afghanistan, erläutert Projektleiterin Birgitt Fitschen.

Zum Konzept gehört auch, dass jeweils zwei deutsche und ein ausländischer Teilnehmer ein Team bilden. „Natürlich hat Wahid aufgrund der fehlenden Sprachkenntnisse anfänglich viel Unterstützung gebraucht; das hat sich dann aber relativ schnell durch die Praxis eingependelt“, sagt die 20-jährige Anna-Lena Grober. Und Jule Fröhlich (18) und Nora Zielberg (21), die mit dem jungen Afghanen Firunz Rasuli im Geschichtserlebnisraum Roter Hahn ein Team formen, erzählen voller Hochachtung: „Das ist faszinierend, wie sich das bei ihm entwickelt hat.“

Christine Gantner, die für die Projekt-Koordination und -Betreuung zuständig ist, betont ausdrücklich den Integrationseffekt. „Die jungen Menschen bekommen Sprachpraxis, ihre Persönlichkeit reift, sie schließen Freundschaften außerhalb ihrer Community, und sie können sich unter Umständen eine Berufsperspektive erarbeiten.“ Aber natürlich sei das keine Einbahnstraße, „denn auch die deutschen Teampartner lernen dabei einiges“, so Gantner. Und was ist mit Wahidullah Alizada? Der 22-Jährige möchte nach seinem Jahr auf dem Ringstedtenhof ein Sprachzertifikat erwerben und danach eine Ausbildung beginnen (Infos zum FÖJ: www.oeko-jahr.de).

Bündnis 90/ Die Grünen Ist zu Besuch In Lübeck, Um

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