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Schlachthof: Stadt will andere Varianten prüfen

St. Lorenz Nord Schlachthof: Stadt will andere Varianten prüfen

Der Ärger um das Areal an der Schwartauer Allee geht weiter: Die Bauverwaltung will aus dem Gelände ein Wohngebiet machen und hat versucht, dabei zu tricksen.

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Kein schöner Anblick: Seit 2006 ist das Schlachthof-Gelände zwischen Schwartauer Allee und Katharinenstraße eine Industriebrache.

Quelle: Maxwitat

St. Lorenz Nord. Alle Räder stehen still, wenn die Verwaltung es so will. Dieser abgewandelte Ausspruch der Arbeiterbewegung passt gut auf die Vorgänge rund ums Schlachthof-Gelände. Die Bauverwaltung soll einen Bebauungsplan für das Areal aufstellen, auf Grundlage der Pläne von Investor Thorsten Schulze. Das hat der Bauausschuss Ende November beschlossen. Doch das hat die Verwaltung nicht getan. Sie hat indes drei Varianten untersucht — bei der die Pläne des Investors am schlechtesten wegkommen. Außerdem hat sie versucht, die Politiker auszutricksen — allerdings nicht unbemerkt.

Die Ausgangslage: Investor Schulze hat das Schlachthof-Gelände 2006 gekauft und will es bebauen. Er plant dort einen Kaufland mit 3800 Quadratmetern Verkaufsfläche und 130 Wohnungen. Dafür sind CDU, FDP, BfL. Dagegen sind die Verwaltung, SPD, Piraten. Sie wollen dort mehr Wohnungen und lediglich 1500 Quadratmeter Verkaufsfläche für einen Supermarkt. Sie halten 3800 Quadratmeter für zu viel.

Denn in der Nähe ist bereits ein kleiner Sky-Supermarkt vorhanden. Linke und Grüne haben sich nicht eindeutig positioniert.

„Wir halten einen so großen Einzelhandel nicht für richtig“, erklärt Chef-Stadtplaner Karsten Schröder. Daher hat die Verwaltung jetzt drei Varianten vorgelegt — und will ein wesentlich größeres Areal überplanen. Sie hat 8,7 Hektar zwischen Schwartauer Allee, Karl-, Katharinen- und Matthäistraße ins Auge gefasst. Davon sind lediglich 3,16 Hektar Schlachthof-Gelände. Der kleine Sky-Supermarkt stehe „dort, wo er ist, an einem idealen Standort“, so Schröder. Deshalb favorisiert die Stadt, dass dieser Supermarkt sich erweitern kann — und das benachbarte Gewerbegelände plus das nördlich daran angrenzende Schlachthof-Areal soll Wohnviertel werden. „Wir wollen den Schwerpunkt auf Wohnen legen“, macht Schröder klar.

„Die Varianten sind gar nicht vergleichbar“, ärgert sich der Grüne Arne-Matz Ramcke. Denn die Varianten der Stadt umfassten ein größeres Areal als die Pläne des Investors. „Da vergleichen Sie Äpfel mit Birnen.“ Die Stadt kommt bei ihren Berechnungen auf insgesamt 500 Wohnungen, davon auf bis zu 30 auf dem Schlachthof-Areal — weil dort kein Kaufland gebaut wird. Investor Schulze hingegen kommt auf lediglich 130 Wohnungen, weil er auf dem Schlachthof-Gelände einen Kaufland unterbringen will.

„Wir würden die Variante der Stadt begrüßen, weil es städtebaulich die beste Lösung ist“, stellt sich Harald Quirder (SPD) auf die Seite der Bauverwaltung. Möglicherweise gebe es andere Investoren, die die Pläne der Stadt realisieren würden. „Wir sollten uns für mehr Wohnungen und gegen ein Shopping- Center auf der Grünen Wiese aussprechen“, fordert auch Pirat Detlev Stolzenberg.

Da ist FDP-Mann Björn Nemitz ganz anderer Meinung: „Es gibt ein Gutachten, das die 3800 Quadratmeter als verträglich nachweist.“ Und Christopher Lötsch (CDU), Vorsitzender des Bauausschusses, wundert sich: „Ich bin überrascht.“ Die Bauverwaltung sollte einen Bebauungsplan aufstellen, der 3800 Quadratmeter Verkaufsfläche und mindestens 130 Wohnungen beinhalte. Und dabei die angedachte Größe der Verkaufsfläche überprüfen. „Das habe ich mir anders vorgestellt“, so Lötsch mit Blick auf die drei Varianten, die die Stadt jetzt präsentiert.

Und dann macht Lötsch klar: „Wenn wir den Vorschlag der Verwaltung beschließen, dann werden die Pläne des Investors nicht weiter verfolgt.“ Denn die Stadt spricht von der „Ansiedlung eines Nahversorgers“ in ihrem Beschlussvorschlag. Doch ein Kaufland gilt nicht als Nahversorger, sondern als Einzelhandel. Damit wären die Pläne des Investors gestorben. Lötsch warnt: „Das muss uns allen klar sein.“ Schröder gibt zu: „Ja, das wäre ohne die Variante des Investors.“ Nach langer Debatte einigen sich die Baupolitiker, dass die Stadt alle drei Varianten für einen Bebauungsplan weiterentwickeln soll.

Aber ein neuer Supermarkt an der Lohmühle

Die Stadt ist dagegen — die Bürger dafür. Jetzt soll ein neuer Supermarkt an der Lohmühle in St. Lorenz Nord geschaffen werden. Das hat der Bauausschuss beschlossen — mit den Stimmen von SPD, Grünen, Linken, Piraten. Die Verwaltung soll den Bebauungsplan entsprechend ändern, so dass an der Adresse Bei der Lohmühle 84 ein Lebensmittelmarkt eröffnen kann. Der Hintergrund ist ein Antrag von Bürgern aus dem Quartier am Brolingplatz. Sie hatten in der Einwohnerversammlung im November gefordert, dass dort ein Markt entstehen soll.

„Das ist im Sinne der Bürger“ , ist der Grüne Carl Howe dafür. „Wir haben nichts dagegen, dass dort ein kleiner Nahversorger installiert wird“, stimmt Harald Quirder (SPD) zu. Chef-Stadtplaner Karsten Schröder ist dagegen. Es gebe keine kleinen Supermärkte. „1200 Quadratmeter Verkaufsfläche — in dieser Größenordnung bewegen wir uns“, so Schröder. Ulrich Brook (CDU): „Die Lohmühle ist an der Grenze der verkehrlichen Belastbarkeit.“ Er wolle zunächst die vorliegenden Gutachten sehen. Doch der Bauausschuss lehnt eine Vertagung ab.

Josephine von Zastrow

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