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Lübeck „St. Lorenz ist mein zweites Zuhause“
Lokales Lübeck „St. Lorenz ist mein zweites Zuhause“
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18:25 28.06.2016
Annemarie Kempfert schwärmt für ihre Kirche. Sie erzählt Besuchern gern Geschichten von St. Lorenz. Quelle: KK-LL

Da sein, begrüßen und Fragen beantworten: Annemarie Kempfert macht sich jeden zweiten Sonntag im Monat auf den Weg in die Travemünder Altstadtkirche St.

„Wir wollen viele Touristen über unsere schöne Kirche informieren.“Pastorin Astrid Baar

Lorenz. Sie gehört zur Kirchenwacht, die von Mai bis Oktober immer sonntags als Ansprechpartner vor Ort ist. Ehrenamtlich engagiert sich die Rentnerin seit fünf Jahren. Darauf gekommen ist sie durch eine Kirchenführerin aus der Gemeinde. „Frau Hess hat gesagt: Annemarie, komm einfach mal mit“. Das hat sie auch gemacht und ist nun mit Leib und Seele dabei.

„St. Lorenz ist zu meinem zweiten Zuhause geworden. Hier gehöre ich hin“, sagt sie dann auch voller Überzeugung. Besonders schöne Momente bereitet ihr das Sonnenlicht, das ins Kirchenschiff fällt. Je nach Tageszeit setze es immer wieder andere Akzente, schwärmt sie. „Manchmal ist dieses Strahlen überwältigend schön.“

Das Team der Kirchenwächter sucht noch nach Verstärkung. Vom Mai bis Oktober öffnet die Gemeinde die Kirche. Sie gilt als eine der ersten nachreformatorischen Kirchenbauten Deutschlands und ist berühmt für ihre reiche Deckenmalerei. „Travemünde ist ein Urlaubsort – wir wollen die Touristen aus möglichst vielen Ländern über unsere schöne Kirche informieren“, sagt Astrid Baar. Nicht nur die Bade- und Tagesgäste hat die Pastorin im Blick. Kreuzfahrtschiffe machen in Travemünde fest. Die meisten Gäste zöge es bei ihrem Landaufenthalt zu den sieben Türmen in die Lübecker Innenstadt. „Aber es sind erkennbar viele, die bewusst in Travemünde bleiben.“ Enge Gassen, schmucke Giebel und eben die Kirche erzählen heute noch viel von der Geschichte des Ostseebades.

Seit Jahrhunderten haben Travemünder Bürger ihrer Kirche Ausstattungsgegenstände gestiftet. Der Altar etwa ist vom selben Künstler entworfen wie der in St. Jakobi. Die Kronleuchter blinken je nach Lichteinfall und sind ebenfalls Stiftungen. Tiefer Glaube und bürgerliches Engagement machen die Kirche aus. Und erinnern zugleich ein wenig an die Bürgerkirche St. Marien auf der Lübecker Altstadtinsel – kein Wunder. Sie ist historisch betrachtet Patronatskirche von St. Lorenz in Travemünde.

All das wissen die Kirchenwächter. Sie erzählen den Besuchern auf Nachfrage die kleinen und großen Geschichten. Ihr Wissen haben sie vom ehemaligen Kirchendiener und Bürgerpreisträger Otto Timmermann, dem die Travemünder schon zu Lebzeiten auf dem alten Marktplatz ein Denkmal gesetzt haben. Er hat von Kindesbeinen mit der Kirche gelebt. „Seine Bücher gehören zur heimlichen Pflichtlektüre. Sie sind toll zu lesen“, sagt Annemarie Kempfert.

Manch einer, der St. Lorenz besucht, möchte aber gar keine Zahlen und Geschichten hören. „Viele wollen nur innehalten und zur Ruhe kommen“, sagt sie. Das sieht die erfahrene Kirchenwächterin sofort und belässt es bei einem Gruß. Diese Aufmerksamkeit für den Besucher ist dann auch die einzige Voraussetzung, um bei den Kirchenwächtern mitzumachen. Wer mitmachen möchte, kann eine E-Mail schreiben an pastorin.baar@kirche-travemuende.de oder an pastor. schmersow@kirche-travemuende.de

mho

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