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Lübeck Stadt bietet Härtefallregelung für Kitas an
Lokales Lübeck Stadt bietet Härtefallregelung für Kitas an
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18:12 08.07.2016

Wochenlang streikten im vergangenen Jahr Beschäftigte unter anderem von Kitas. Ziel: Sozial- und Erziehungsberufe sollten endlich wertgeschätzt werden – ausgedrückt in höheren Gehältern. Die durchschnittlich zehn Prozent mehr, die die Gewerkschaften angepeilt hatten, sprangen bei Weitem nicht dabei heraus. Trotzdem geraten Träger von sozialen Einrichtungen in Not, weil sie die Gehaltssprünge nicht zahlen können. Prominentestes Beispiel ist der Jugendhilfeträger Kinderwege.

Der Anbieter von zehn Kitas und zehn Schulkindhäusern stieg aus dem Tarif für Sozial- und Erziehungsberufe aus, 240 Mitarbeiter akzeptierten, dass sie an der Gehaltsentwicklung nicht teilnehmen. „Die Anwendung der neuen Tarifbedingungen für alle Mitarbeiterinnen in Kita, Schule und Jugendhilfe zusammen bedeutet für Kinderwege einen Betrag von 233000 Euro, von denen rund 70000 Euro erstattet werden“, rechnete Geschäftsführer Joachim Karschny vor. „Nahezu 163000 Euro jährlich bleiben ohne Refinanzierung.“ Kinderwege stieg mitten in den Verhandlungen mit der Stadt aus dem Tarif aus, was Karschny viel Kritik einbrachte. Die Verwaltung hat in einem komplizierten Modell die höheren Kosten durch den neuen Tarif berechnet. Ergebnis: Um etwas über drei Prozent soll der städtische Zuschuss an die Kita-Träger erhöht werden. Für viele Einrichtungen reicht das nicht aus. Folge: Die Träger müssen Geld zuschießen, damit Erzieher und sozialpädagogische Assistentinnen ihr Tarifgehalt bekommen. Tim Klüssendorf (SPD), Vorsitzender des Jugendhilfeausschusses, kritisierte die Berechnung der Stadt: „Das ist kein großzügiges Angebot.“

„Es gibt immer Gewinner und Verlierer“, sagte Klaus-Peter Jürgensen, Experte der Stadt für die Kita-Finanzierung. Immerhin: Die Verwaltung will den Härtefällen unter den Kitas helfen. „Wenn die Träger ihre besonderen Belastungen nachweisen, gleichen wir das im Zuge einer Härtefallregelung aus“, verkündete Jugendsenatorin Kathrin Weiher (parteilos). „Aber dafür müssen die Unterlagen auf den Tisch.“ Mehr Geld gebe es nur für Tariflöhne. Weiher: „Wenn Träger ihren Leuten 300 Euro im Monat über den Tarif hinaus zahlen, gleichen wir das nicht aus.“

dor

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