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Lübeck Stadt will Volkshochschule in der Hüxstraße aufgeben
Lokales Lübeck Stadt will Volkshochschule in der Hüxstraße aufgeben
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22:16 08.01.2018
Das VHS-Gebäude in der Hüxstraße muss für Millionen Euro saniert werden. Die Stadt erwägt einen Verkauf. Quelle: Maxwitat

„Das Gebäude in der Hüxstraße ist in Millionenhöhe sanierungsbedürftig“, erklärt Weiher, „es gibt einen zweiten innenstadtnahen Standort der VHS in der Falkenstraße.“ Beide Senatorinnen betonen, dass es sich um Überlegungen handelt und es noch keine politischen Beschlüsse gebe. Allerdings hat der Senat für die neue Nutzung der Alten Schule in Moisling schon seinen Segen gegeben und die Bauverwaltung hat bereits die Planung beauftragt. Die Verwaltung geht davon aus, dass die VHS künftig das gesamte Schulgebäude benötigt. „Wir haben bereits mit dem letzten Programm die VHS-Angebote in Moisling weiter ausgebaut und beabsichtigen, das Angebot der VHS stärker in die Stadtteile zu tragen“, sagt Bildungssenatorin Weiher und denkt dabei an Kücknitz und Travemünde.

Die frühere Alte Schule in Moisling soll eine große Außenstelle der Volkshochschule (VHS) werden. Der bisherige Standort in der Hüxstraße soll dafür aufgegeben werden. Das planen Bildungssenatorin Kathrin Weiher (parteilos) und Bausenatorin Joanna Glogau (parteilos).

Schon jetzt werde die Alte Schule für Deutschkurse von der VHS genutzt. Weiher: „Da liegt der Gedanke nahe, nach dem Auslaufen der Deutschkurse das Gebäude, das über eine gute Busanbindung und einen Parkplatz verfügt, weiter für die VHS zu nutzen.“ Was aus dem dann leerstehenden Gebäude in der Hüxstraße wird, ist noch offen. „Der Verkauf kann eine Option sein“, sagt Weiher. In einer Antwort der Verwaltung auf eine Anfrage von Stadtpräsidentin Gabriele Schopenhauer (SPD) steht klipp und klar, dass das Gebäude als unwirtschaftlich eingestuft wird und „perspektivisch veräußert werden soll“.

Für Moisling gibt es eine ganze Reihe von weiteren Überlegungen. Der Pavillon auf dem Gelände der Alten Schule, der bis Ende 2017 als Flüchtlingsunterkunft genutzt wurde, könnte die Kita aus dem „Haus der Mitte“ aufnehmen. Bausenatorin Glogau spricht in einem dreiseitigen Schreiben an den Moislinger Stadtteilbeirat sogar von einem Neubau für die Kita an dieser Stelle. Die Turnhalle auf dem Gelände könnte zu einem Stadtteiltreff umgewandelt werden. Das „Haus der Mitte“ soll aufgegeben werden, weil auch dieses Gebäude erheblichen Sanierungsbedarf hat. Einen Zeitraum nennt die Verwaltung nicht. Das Freizeitzentrum soll an die Heinrich-Mann-Schule verlegt werden und die Stadtteilbibliothek an die Astrid-Lindgren-Schule. Bildungssenatorin Weiher: „Wir arbeiten mit Schulvertretern, Schulrat und Jugendsozialarbeit seit Monaten in Form von Workshops und Arbeitsgruppen daran, beide Schulen zu stärken. Die Stadtteilbibliothek dort anzusiedeln, könnte ein guter Baustein sein, um Leseförderung stärker in den Ganztag zu integrieren und Jugendliche niedrigschwellig an das Lesen heranzuführen.“ In der Astrid-Lindgren-Schule seien genug hervorragende Räume vorhanden.

Weiher und Glogau halten die Verlagerung der Einrichtungen vom Ortseingang in Richtung Neue Mitte für richtig. Der jetzige Standort des „Hauses der Mitte“ sei wegen des Verkehrs, der fehlenden Parkplätze und der wenigen Wohnungen im Umfeld suboptimal, erklärt die Bildungssenatorin. Die Verwaltung wolle die „Neue Mitte Moisling“ stärken, sagt Bausenatorin Glogau: „Es ist wünschenswert, zentrale Nutzungen dort anzusiedeln.“ Was aus dem „Haus der Mitte“ werden soll, steht in den Sternen. Glogau: „Erst wenn wir wissen, ob und welcher zukünftige Bedarf für den Standort besteht, kann über die weitere Nutzung, Verwendung oder Veräußerung der Flächen nachgedacht werden. Es muss also nicht zwangsläufig ein Abriss erfolgen.“

Kurse überall

18 150 Teilnehmer erwartet die Volkshochschule (VHS) in diesem Jahr bei 1120 Veranstaltungen. Das geht aus dem Haushaltsentwurf hervor. Kurse gibt die VHS an fast 50 Einrichtungen überall in der Stadt.

2010 wurde die Alte Schule in Moisling in der August-Bebel-Straße geschlossen. Bis Ende Dezember 2017 waren im Pavillon Flüchtlinge untergebracht, im Schulgebäude laufen VHS-Kurse von „Deutsch für alle“.

 Kai Dordowsky

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