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Lübeck Warum Lübecks Wochenmärkte ein neues Konzept brauchen
Lokales Lübeck Warum Lübecks Wochenmärkte ein neues Konzept brauchen
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10:41 13.02.2019
Immer noch beliebt: der Wochenmarkt am Brink. Quelle: Felix König
Lübeck

Eine Anfrage der FDP-Wirtschaftspolitikerin Kim Carolin Nehrhoff brachte es an den Tag: Mit den Wochenmärkten ist für die Hansestadt kein Geschäft zu machen. Die Standgebühren, die die Marktbeschicker zahlen, decken die Kosten immer weniger. 2012 betrug das Minus 18 000 Euro, 2017 schon 128 000. „Die Defizite sind gestiegen“, bestätigt Wirtschaftssenator Sven Schindler (SPD), „Wochenmärkte sind nicht mehr kostendeckend.“

Alle Informationen zu den Lübecker Wochenmärkten finden Sie hier.

Wirtschaftssenator Sven Schindler (SPD) arbeitet an einem neuen Konzept für die Wochenmärkte. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen

Laut Verwaltung bestreiten 99 Händler die elf Standorte mit 16 Markttagen. „Drei Standorte haben nur einen Händlerbesatz von zwei bis fünf pro Markttag“, erklärt der Bereich Liegenschaften. Dass es nicht so toll steht um die Wochenmärkte, ist seit langem Thema in der Kommunalpolitik. Schon 2013 analysierte die Verwaltung, dass die Branche Nachwuchsprobleme habe, dass es immer weniger Bewerbungen von Marktbeschickern gebe und dass sich auf den Märkten immer mehr Lücken auftun. Detlev Stolzenberg (Unabhängige), der sich selbst als „überzeugten Marktbesucher“ bezeichnet: „Auf dem Brolingplatz mit seiner schön gestalteten, neuen Fläche verlieren sich in der Woche zwei bis drei Händler.“

Kim Carolin Nehrhoff (FDP): „Die momentane Situation erachten wir als nicht zufriedenstellend.“ Quelle: Privat

„Die momentane Situation erachten wir als nicht zufriedenstellend, weder für die Marktbeschicker noch für die Marktbesucher“, erklärt die FDP-Wirtschaftspolitikerin Nehrhoff, „klar ist für uns, dass die Wochenmärkte wieder an Attraktivität gewinnen müssen.“ Das wollen alle Fraktionen. Ende September 2018 forderte die Bürgerschaft die Verwaltung auf, für den Brink und die übrigen Märkte ein Konzept zur Steigerung der Attraktivität vorzulegen – einstimmig.

Ideen dafür haben die Politiker jede Menge. Peter Reinhardt (SPD): „Die Märkte müssen behindertengerecht sein, es muss Parkplätze und Fahrradständer sowie Toiletten geben.“ Wichtig seien „gute Warenangebote und tolle Verkaufsstände.“ Wochenmärkte seien mehr als Orte, „wo frisches Gemüse und lose Waren gehandelt werden“, sagt Frank Müller-Horn (Unabhängige), „es sind auch soziale Treffpunkte.“ Um Aufenthaltsqualität zu erhöhen, könnte man beispielsweise über eine teilweise Überdachung des Brinks nachdenken.

Sven Bössow, Vorsitzender der Marktkaufleute: „Eine Gebührenerhöhung lässt sich den Händlern schwer erklären.“ Quelle: SF

Die Marktbeschicker haben von den Überlegungen nur durch eine FDP-Anfrage erfahren, Sven Bössow, Vorsitzender der Marktkaufleute: „Ich bin überrascht.“ Zumal die Verwaltung auch die Standgebühren erhöhen will. „Eine Neukalkulation liegt noch nicht vor“, sagt der Wirtschaftssenator. Sven Bössow weist darauf hin, dass die Händler heute Leistungen übernehmen, die früher die Verwaltung erledigt habe – die Müllentsorgung zum Beispiel. Eine Gebührenerhöhung bei nachlassender Leistung der Verwaltung sei den Händlern schwer zu erklären.

„Das könnte Händler abschrecken“, sagt SPD-Politiker Reinhardt, „damit werden die Märkte nicht attraktiver.“ Detlev Stolzenberg (Unabhängige) schlägt für schlecht laufende Märkte sogar Gebührensenkungen vor. Wirtschaftssenator Schindler will die Marktbeschicker bei der Erarbeitung des Konzepts von Anfang mit einbinden und auch die Kunden befragen lassen.

Kai Dordowsky

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