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Lübeck Stadt will im C&A-Haus Akten lagern
Lokales Lübeck Stadt will im C&A-Haus Akten lagern
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21:08 07.07.2017
Das C&A-Haus in der Mühlenstraße: Drinnen wird seit vier Monaten gearbeitet . Mitte 2018 soll das Gebäude umgebaut sein. Im Erdgeschoss zieht ein Supermarkt ein, in den oberen Etagen entsteht ein Ärztehaus. Die Stadt will ihre Akten im Keller unterbringen. Quelle: Fotos: Von Zastrow/roessler/neelsen
Innenstadt

 Der Quadratmeterpreis beträgt 5,36 Euro. Der Mietvertrag soll zehn Jahre laufen, mit der Option ihn jeweils zwei Mal auf fünf Jahre zu verlängern. Pro Jahr geht es um 62600 Euro – davon 45000 Miete und 17000 Betriebskosten. Los gehen soll es am 1. März 2018. Das geht aus einem nicht-öffentlichen Papier der Stadt hervor. Aber die Politiker haben noch nicht darüber entschieden. Sie haben Änderungswünsche.

„Wir wollen eine kürzere Laufzeit des Mietvertrags“, begründet SPD-Fraktionschef Jan Lindenau die Vertagung. Denn aktuell wird die Idee diskutiert, ob die Bauverwaltung an einen anderen Standort zieht – außerhalb der Altstadtinsel. Im Gespräch ist beispielsweise die Wallhalbinsel, das Areal neben der Musik- und Kongresshalle (MuK). Wären die Akten dann in der Mühlenstraße, „würde das wieder lange Wege für die Mitarbeiter der Verwaltung bedeuten“, so Lindenau. Denn derzeit sitzt die Bauverwaltung am Mühlendamm. Das C&A-Gebäude in der Mühlenstraße ist zu Fuß zu erreichen. CDU-Vormann Christopher Lötsch stimmt zu: „Wir wollen gerne einen Vertrag über fünf Jahre.“ Daher müsse die Stadt versuchen, den Mietvertrag neu zu verhandeln. Generell ist Lötsch aber angetan: „Ich finde es positiv, dass die Stadt neue Lagerräume gefunden hat.“ Denn derzeit sind die Akten in einem Bunker in der Schildstraße 2 im Aegiedienviertel der Altstadt untergebracht. Seit den 1990er Jahren lagern sie dort. Doch die alten Unterlagen sind mit Schimmelpilzen befallen und das Papier zersetzt sich bereits – vor allem das Recyclingpapier. Denn das Klima im Bunker ist schlecht. Dort herrscht eine extrem hohe Luftfeuchtigkeit und die Temperaturen schwanken ständig. Außerdem: „Der Bunker darf nicht als Arbeitsstätte genutzt werden“, das hat die Arbeitsschutzbehörde schon 2015 festgestellt heißt es in dem Papier der Stadt.

Hinzu kommt: Die Papierberge in der Bauverwaltung wachsen. „Es besteht künftig ein erheblicher Mehrbedarf an Lagerflächen“, heißt es weiter. Denn jedes Jahr kommen neue Akten hinzu. Da es keinen geeigneten Ort gibt, werden sie „ungeordnet zwischengelagert“. Die Folge: Nur einmal im Monat dürfen Bauherrn, Architekten und Statiker die Akten einsehen. „Es bestehen keine geeigneten stadteigenen Ausweichflächen“, notiert die Stadt in dem Papier. Und es gebe zudem „keine realistische Möglichkeit“, den Bunker so herzurichten, dass die Akten dort angemessen untergebracht werden können. Daher war die Stadt froh, als die Investoren des C&A-Gebäudes der Stadt den Keller angeboten haben. Das Haus wird für 14 bis 15 Millionen Euro komplett umgebaut.

„Über die Vertagung sind wird nicht glücklich“, gibt Investor Jürgen Schrader zu. Aber die Zeitschiene für die Sanierung des C&A-Hauses werde dadurch nicht verzögert. Seit vier Monaten wird das Gebäude komplett entkernt. Ende des Monats sollen die Arbeiten fertig sein. Mitte 2018 ist das gesamte Gebäude fertig. Es hat 7000 Quadratmeter, drei Geschosse plus Keller. Geplant ist im Erdgeschoss ein Supermarkt (Rewe), die Bäckerei Allwörden, eine Apotheke sowie ein Sanitätshaus. Auf den anderen Etagen entsteht ein Ärztehaus. Nach 46 Jahren hat C&A seinen Standort in der Mühlenstraße aufgegeben, Ende 2013. Seither steht es leer – seit fast vier Jahren.

 Josephine von Zastrow

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