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Lokales Lübeck Lübeck investiert in den neuen Bürgerservice
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18:46 13.11.2018
Im Sommer 2015 wurde das Stadtteilbüro Kücknitz geschlossen, voraussichtlich 2019 wird es wieder eröffnet. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen
Lübeck

Die Rückkehr des Bürgerservices: Der Senat will zwei Millionen Euro in die Hand nehmen, um die Zahl der Stadtteilbüros von derzeit zwei auf sieben zu erweitern. In Kücknitz soll das frühere Büro am Kirchplatz wieder eröffnet werden. In Moisling wird eine vorübergehende Lösung am Moislinger Berg gegenüber dem früheren Standort angestrebt, bis die Neue Mitte Moisling fertig ist. Die bestehenden Standorte Innenstadt und Meesenring werden modernisiert. Für die Wiedereröffnung in St. Lorenz Nord sucht die Verwaltung noch nach einem Standort. In Travemünde wird eine Außenstelle in Büros der Kurverwaltung eingerichtet. Und im Hochschulstadtteil wird in der Carl-Gauß-Straße eine völlig neue Anlaufstelle geschaffen.

Proteste, Schließungen, Standorte

„Es geht um eine grundlegende Erneuerung der Verwaltung“, erklärt Bürgermeister Jan Lindenau (SPD). In den Bürgerbüros soll es neue Eingangsbereiche, öffentliches WLan, Kassenautomaten, Ladestationen für mobile Endgeräte und elektronische Mediaboxen der LN geben. In den großen Büros werden 15 Mitarbeiter sitzen, in den Außenstellen zwei bis drei. Die Zeiten, als Stadtteilbüros wegen erkrankter Mitarbeiter immer wieder vorübergehend geschlossen waren, seien Vergangenheit, erklärt Innensenator Ludger Hinsen (CDU). In den Büros werde es auch zahlreiche weitere Dienstleistungen und Informationen geben – unter anderem auch die Kfz-Zulassung. Lindenau: „Wenn der Bürger hereinkommt, soll er sich fragen: ,Bin ich wirklich bei der Stadtverwaltung?’“

Für die Investitionen in die sieben Standorte will der Senat zwei Millionen Euro ausgeben. Lindenau: „Das wird kein Luxus, sondern Standard.“ Hinsen: „Wir versuchen, auf ein Level zu kommen, auf dem andere Städte schon längst sind.“ 79 000 Euro an Mietkosten pro Jahr werden für die Standorte anfallen. Das zusätzliche Personal sei zum Teil schon im vergangenen Jahr von der Bürgerschaft beschlossen worden. Weitere neue Stellen werden Ende November in der Haushaltssitzung der Bürgerschaft beantragt.

Kücknitzer erhalten alte Anlaufstelle wieder

Die Stadtvertretung muss nicht nur das ganze Konzept absegnen, sondern gleich grünes Licht für einen Mietvertrag im Hochschulstadtteil geben. Wenn die Filiale in der Carl-Gauß-Straße steht, kann das Moislinger Büro wiedereröffnet werden. Die alte Liegenschaft am Moislinger Berg kommt nicht mehr infrage, weil das Gebäude zu marode sei, sagen Hinsen und Lindenau. Auf der anderen Straßenseite werde ein provisorisches Stadtteilbüro geschaffen, bis eine Immobilie in der Neuen Mitte bereitsteht.

Die Kücknitzer erhalten ihre Anlaufstelle am Kirchplatz wieder. Die Außenstelle in Travemünde erhält ein bis zwei Räume der Kurverwaltung. Sollte die benachbarte Stadtschule Travemünde mehr Platz benötigen, werde der durch Umbauten geschaffen, versichern Bürgermeister und Innensenator.

Verlagerung in Königpassage stockt

Für das große Büro in der Dr.-Julius-Leber-Straße gibt es noch keinen neuen Standort. Lindenaus Pläne, die Anlaufstelle in der Königpassage anzusiedeln, sind ins Stocken geraten, weil der Stadt die Miete zu teuer ist. Für die von der Bürgerschaft geforderte Wiedereröffnung des Stadtteilbüros in St. Lorenz Nord, das früher in der Fackenburger Allee lag, gebe es bis jetzt keine Immobilie, sagen Lindenau und Hinsen: „Vermieter können sich gerne bei uns melden.“

Um Kosten zu sparen, wurden in den vergangenen fünf Jahren vier der sechs Stadtteilbüros geschlossen. Im Dezember 2013 wurde die Anlaufstelle in Travemünde dichtgemacht, im Juli und August 2015 folgten Kücknitz, Moisling und die Fackenburger Allee. Seit Jahren kämpfen Bürger für die Wiedereröffnung. Im Bürgermeister- und im Kommunalwahlkampf war die Wiederherstellung des Bürgerservices ein Top-Thema. Die Politiker fassten diverse Beschlüsse, um den Sparkurs rückgängig zu machen. Lindenau: „Der dezentrale Bürgerservice vermeidet Autoverkehr und Staus.“ Im Laufe des Jahres 2019 sollen alle sieben Standorte geöffnet sein.

Kai Dordowsky

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