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Lübeck Stadtverkehr reagiert auf Protest: Mehr Busse, bessere Takte
Lokales Lübeck Stadtverkehr reagiert auf Protest: Mehr Busse, bessere Takte
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00:00 19.10.2012
Lübeck

Noch bevor die neuen Fahrpläne des Stadtverkehrs Anfang Juni in Kraft traten, regte sich vielerorts der Protest, der bis heute anhält. Überfüllte Schulbusse, unpassende Umstiegszeiten, reduzierte Taktungen und nicht mehr erreichbare Stadtteile – die Liste der Beschwerden ist lang. Zum Ende der Herbstferien am Montag versucht der Stadtverkehr nun mit einem neuen Liniennetzoptimierungsplan auf diese Nöte einzugehen: Auf einigen Buslinien soll es Nachbesserungen geben.„Wir haben grundlegend umfangreiche Fahrgasterhebungen durchgeführt“, berichtet Gerlinde Zielke vom Stadtverkehr Lübeck. An Stellen, an denen es besonders viele Proteste gegeben habe, etwa in Form von Unterschriftensammlungen, habe der Stadtverkehr auch das persönliche Gespräch gesucht. Doch: „Es ist ein Spagat, auf die Wünsche der Kunden einzugehen und trotzdem das Spardiktat der Bürgerschaft einzuhalten“, sagt Zielke. „Solange die Politik nicht mehr Geld bereitstellt, wird sich nicht so viel verändern.“ Ein zusätzlicher Einsatz von Bussen und Personal könne sich schnell auf 500 000 Euro jährlich summieren – und das bei einer Sparvorgabe von 2,5 Millionen Euro. Eine teure Veränderung wird es auf der Linie 7 geben: „Hier werden ab Dezember noch mehr Gelenkbusse eingesetzt.“ Gespräche mit Bürgern hätten ergeben, dass in der Friedhofsallee Fahrgäste, die mit Kinderwagen, Rollatoren oder Rollstühlen unterwegs sind, zu wenig Platz hätten. Bis zu dem Einsatz der neuen Busse stünden aber zusätzliche Einsatzwagen bereit, die der Busfahrer bei überfülltem Bus schnell bei der Leitstelle rufen könne. Außerdem sieht die Liniennetzoptimierung eine Taktverdichtung in der Zeit von 8 bis 13 Uhr vor.Immer wieder sind auch die überfüllten Schulbusse ein Thema gewesen. Schon im September wurde die Linie 10 zur Georg-Kerschensteiner-Schule mit zwei zusätzlichen Bussen morgens erhöht, nun wird auch noch einer um 7.22 Uhr dazu kommen. Mittags fahren auch drei Busse zurück. „Diese Problematik trat nicht wegen der neuen Fahrpläne, sondern in erster Linie wegen der Vergrößerung des Schulzentrums auf“, sagt Zielke. Für die Schüler aus Krummesse, Vorrade und Wulfsdorf, die ab der Schiereichenkoppel häufig im Regen stehen, wird von Montag an nach der siebten und achten Stunde ein zusätzliches Linientaxi eingesetzt, ebenso nachmittags ab Schlutup Markt.Auch im Gewerbegebiet Roggenhorst formierte sich nach der Fahrplanreform der Widerstand: Schichtarbeiter kamen nach den neuen Fahrzeiten nicht rechtzeitig zur Arbeit. „Hier wurde schon für die Schicht um 5.30 Uhr mit einem Bus nachgebessert“, erklärt Zielke. Weiterhin wurde ein Mobilitätsberater beauftragt, bei den Firmen im Gewerbegebiet Erhebungen vorzunehmen. Laut Zielke mit folgendem Ergebnis: „Es fahren nicht viele Mitarbeiter der einzelnen Firmen mit dem Bus, viele nutzen das eigene Auto oder Fahrgemeinschaften.“ Maßnahmen und deren Finanzierung müssten hier extra diskutiert werden.Auch im Kücknitzer Wohngebiet Silberstraße kamen viele Unterschriften gegen den neuen Linienplan zusammen. Der Einwand von Anwohnern: Die Linie 32 fährt nicht mehr direkt in die Innenstadt, stattdessen muss die Linie 33 genutzt und dann kompliziert in die Linie 32 umgestiegen werden. „Das ist überarbeitet worden“, sagt Zielke. „Die Fahrgäste haben ab 9. Dezember die Möglichkeit, an der Haltestelle Solmitzstraße innerhalb von circa fünf Minuten in die 39 umzusteigen.“ Zu den Fahrplanwechseln im Juni und Dezember 2013 sollen weitere Linien überarbeitet werden: Im Wohngebiet Sudetenstraße sollen eventuell abends Sammeltaxen bereitgestellt werden, die Anpassung an die Fahrzeiten der Bahn beim Schnellbus aus dem Hochschulstadtteil soll gewährleistet werden.

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