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Lübeck Stadtwerke-Areal wird zum Wohnquartier
Lokales Lübeck Stadtwerke-Areal wird zum Wohnquartier
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11:12 28.10.2017
Neues Wallufer: So nennt Klaus A. Thiele, Geschäftsführer von Garbers Partner, das Quartier zwischen Moislinger Allee und Stadtgraben. Quelle: Felix König
St. Lorenz Süd

Der Blick schweift hinunter zum Wasser, dort führt ein Wanderweg am Ufer entlang, dahinter erstreckt sich die Altstadt. Eine Tasse Kaffee auf dem kleinen Bistrotisch, der auf einer Balkonterrasse steht, im Rücken das Café im alten Stadtwerke-Gebäude. So stellt sich Klaus A. Thiele das Entrée zum Quartier Neues Wallufer vor. Er ist Geschäftsführer der Wohnungsbaugesellschaft Garbers Partner und plant das Quartier mit einem Mix aus Wohnen, Arbeiten und Leben.

Neues Wallufer: Zwischen Moislinger Allee und Stadtgraben entsteht ein drei Hektar großes Viertel für 300 Menschen. Geplant sind Mikro-Apartments, Seniorenwohnungen, soziale Einrichtungen, Büros und ein Café mit Ausblick. Kosten: 60 Millionen Euro. Ende 2021 soll es fertig sein.

„Wir wollen eine Einladung aussprechen“, sagt er. Damit die Menschen auf das Areal kommen. „Denn das hier ist ein Stückchen Lübeck.“ Zwar kennt jeder Lübecker den 70er-Jahre-Riegel der Stadtwerke an der Moislinger Allee 9, aber das Grundstück dahinter war stets abgeriegelt. Dabei ist es eine Idylle direkt am Wasser. Die will Thiele erlebbar machen. Das Hamburger Unternehmen hat das 27850 Quadratmeter große Gelände Anfang des Jahres gekauft und plant die Neugestaltung. Die Stadt hat sie nun genehmigt.

Jetzt soll es losgehen. Der Riegel mit seinen vier Stockwerken ist bereits entkernt. Jetzt wird innen umgebaut. Auch die Fassade soll verschönert werden. Im Herbst 2019 können die ersten Lübecker einziehen. Der Plan: Dort entstehen 120 Mikro-Apartments. Heißt: Ein-Zimmer-Apartments mit Bad und Küche. Sie sollen vermietet werden an Studenten oder große Firmen in Lübeck wie Dräger, die Mitarbeiter haben, die ein paar Monate im Hauptsitz in der Hansestadt arbeiten und wohnen, aber woanders leben. Im Keller stehen Waschmaschinen und Trockner für die Bewohner. Das Treppenhaus wird verbreitert. Es verbindet den 70er-Jahre-Riegel mit einem roten Klinker-Gebäude. Dort sind Büros untergebracht, sie sind teilweise an „Die Brücke“ vermietet. Sie ist mit ihrer Verwaltung ins Erdgeschoss und ins erste Obergeschoss eingezogen.

Das neue Café soll im Erdgeschoss des alten Stadtwerke-Baus eingerichtet werden. In Richtung Stadtgraben ist ein großer Stadtbalkon, eine Terrasse, die auf Pfählen steht, geplant, sagt Thiele. Von dort aus können die Gäste bis hinunter zum Wallufer schauen. Das Café soll der Dreh- und Angelpunkt des neuen Viertels werden. Daneben ist die Zufahrt ins Quartier platziert. Sie soll schmaler werden als jetzt. Die Autos werden versteckt unter dem Stadtbalkon geparkt. Es wird zudem eine ebenerdige Fläche eingezogen mit viel Rasen für Fußgänger. Denn das Gelände fällt zum Wasser hin etwa drei Meter ab. Dadurch können darunter weitere Autos auf der tieferen Ebene abgestellt werden. Neben der Zufahrt zum Viertel steht das Pförtnerhäuschen der Stadtwerke. Dort kann sich Thiele einen kleinen Kiosk vorstellen.

2019 geht es an den nächsten großen Bauabschnitt. Ende 2019 wird die ehemalige Kantine der Stadtwerke abgerissen. Dort lernen Schüler des Grone-Bildungszentrums Sozialberufe wie Krankenpfleger. Sie werden voraussichtlich umziehen in die Büros des Riegels. Abgerissen wird auch die alte Waschhalle, die neben der Kantine steht. Dort entstehen vier neue Villen mit 60 Eigentumswohnungen. Die Häuser haben vier Stockwerke, und die durchschnittliche Wohnungsgröße beträgt 70 bis 80 Quadratmeter.

„Die Gebäude werden wie Zwillinge“, beschreibt Thiele die Architektur und zeigt auf das Nachbargrundstück. Es erstreckt sich in Richtung der Straße Zur Sägemühle. Dort wurden bereits 2014 vier solcher Villen fertiggestellt – auch unter dem Titel „Neues Wallufer“. Kosten: 18 Millionen Euro. Die Investoren-Gruppe Primetas hat sie errichtet und wollte auch das Areal bebauen, das Thiele jetzt neugestaltet. Doch Primetas hatte sich finanziell übernommen. Die Pläne für die vier Villen hat Thiele übernommen und nur leicht verändert. „Wir wollen den Außenbereich offener gestalten“, sagt Thiele.

Parallel dazu werden die weiteren Gebäude auf dem Areal vermietet. Es gibt zwei Häuser, die sich an den Stadtwerke-Bau an der Moislinger Allee anschließen – Nummer 11 und 11a. Dort ist bereits die Vorwerker Diakonie mit Wohngruppen für junge Erwachsene eingezogen. Sie haben in Richtung Stadtgraben einen Garten. Zwei weitere Häuser sind von der Moislinger Allee aus nicht zu sehen. In einem ist ein Callcenter untergebracht. Das zweite Haus ist aus gelbem Klinker und sechs Stockwerke hoch. Dort sollen 34 Senioren-Wohnungen entstehen. Die Idee: Ältere Menschen leben in ihrer eigenen Wohnung mit einem Betreuungsangebot im Haus, das je nach Bedarf dazugebucht werden kann. Thiele nennt es das Service-Wohngebäude für ältere Menschen. Dort soll es 2019 losgehen. „Für uns ist das ein Riesen-Projekt“, sagt Thiele

 Von Josephine von Zastrow

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