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Lübeck Stadtwerke sanieren Gasnetz: Lange Staus an der Nordtangente
Lokales Lübeck Stadtwerke sanieren Gasnetz: Lange Staus an der Nordtangente
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22:50 03.09.2013
Länger als eine Minute dauert die Rotphase der Baustellenampel an der Karlstraße. Die Staus sind teils Hunderte Meter lang. Quelle: Fotos: Peer Hellerling
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Die Stadtwerke bringen den Verkehr zwischen Lohmühle und Eric- Warburg-Brücke zum Erliegen. Der Energieversorger hat eine sechswöchige Baustelle an der Karlstraße eingerichtet und den Abschnitt halbseitig gesperrt. Seitdem zwängen sich die Autos und Lastwagen einspurig vorbei, Baustellenampeln regeln den zähen Verkehrsfluss.

„Das ist eine ganz üble Geschichte“, sagt Diethart Böhls von der Spedition Böhls & Behncke. Das Unternehmen hat seinen Sitz direkt an der Kreuzung von Karl- und Katharinenstraße.

Mitten im morgendlichen Berufsverkehr sei alles kollabiert, berichtet der 66-Jährige. „Einer unserer Fahrer, der aus Hamburg kam, benötigte von der Autobahnabfahrt Zentrum dreimal so lange wie sonst bis zur Firma.“ 15 Minuten stand der Mitarbeiter im stockenden Verkehr. Stadtwerke-Sprecher Lars Hertrampf weist zwar auf „erhebliche Verkehrsbehinderungen“ hin und rät, „den Bereich weiträumig zu umfahren“. Doch ganz so einfach ist es laut Diethart Böhls nicht. Die Autoschlange beginne zu Spitzenzeiten am Lohmühlenteller, in der Gegenrichtung reiche sie bis zur Neuen Hafenstraße.

Auch jenseits der Rushhour stehen die Fahrzeuge mindestens bis zur Josephinenstraße beziehungsweise Schwartauer Allee. Böhls: „Das Ganze ist eine klare Verschlechterung.“ Mit den 13 Speditions-Lkw samt Anhängern sei es fast unmöglich, andere Wege zu nehmen — selbst die Katharinenstraße ist wegen enger Kurven und Abbiegeverbote für die Lkw nahezu unpassierbar.

Für 230 000 Euro tauschen die Stadtwerke an der Brücke über die Bahngleise insgesamt 250 Meter Rohrleitungen aus. „Die Maßnahme ist Teil unserer sogenannten Druckstufenbereinigung“, sagt Unternehmenssprecher Hertrampf. Gas werde in Lübeck historisch bedingt noch in den unterschiedlichsten Drücken weiterverteilt, Sinn des Umbaus ist letztlich eine Vereinheitlichung. Hertrampf: „So wollen wir effizienter arbeiten.“ Gleichzeitig tauschen die Stadtwerke Wasserleitungen aus, um Rohrbrüchen vorzubeugen.

Grundsätzlich hätten die Arbeiten schon in den Ferien starten können, doch die Stadt habe laut Energieversorger für den jetzigen Zeitraum plädiert. „Mit der Verkehrsplanung wurde gar nicht gesprochen“, widerspricht dagegen Stadtsprecher Marc Langentepe. Erst vor kurzem wurde die Karlstraße für einen besseren Verkehrsfluss umgestaltet, die Ampelphasen optimiert. Langentepe: „Die Baustelle haut uns ins Kontor.“

Mitte Oktober sollen die Arbeiten abgeschlossen sein, ursprünglich war sogar ein Vierteljahr im Gespräch. „Anfangs sollten komplett neue Leitungen unter den Radwegen der Brücke verlegt werden“, sagt Lars Hertrampf. Doch die Statik der Querung gab das nicht her — nun werden kleinere, neue Rohre in die bestehenden Leitungen geschoben. „Das ist natürlich kein echter Trost für die, die jetzt im Stau stehen“, so Hertrampf. Er bittet dennoch um Verständnis.

Die Stadt will sich die Lage vor Ort nun genau anschauen und gegensteuern. „Wir müssen nach Lösungen suchen“, sagt Marc Langentepe. Denkbar sei ein Anpassen der Ampelphasen oder das temporäre Aufheben von Abbiegeverboten zum Beispiel an der Marienbrücke hin zur Katharinenstraße. Diese Nachricht freut Spediteur Böhls: „Ansonsten werden das harte sechs Wochen.“

• Ein Video über die Baustelle sehen Sie auf www.LN-Online.de/video.

Endspurt: Zweiter Bauabschnitt an der Marlistraße
Die Straßenbauarbeiten an der Marlistraße laufen derzeit auf Hochtouren. Jetzt wurde dort mit dem zweiten Bauabschnitt begonnen. Das heißt: Die Bushaltestelle Drägerpark wird nicht bedient. Der Verkehr fließt mit 30 Stundenkilometern über eine Einbahnstraße in Richtung Arnimstraße/Roeckstraße. Stadteinwärts ist die Fahrbahn komplett gesperrt. Der Verkehr aus den einmündenden Straßen Werderstraße, Loignystraße und Bülowstraße muss über den Marliring ausweichen. „Die derzeitigen Verkehrsbehinderungen sind nicht übermäßig“, sagt Stadtsprecher Marc Langentepe.
Die Firma Kemna Bau komme mit den Arbeiten gut voran. 700 000 Euro kostet die Sanierung des Straßenabschnittes, dessen Asphalt im vergangenen Jahr wegen der Hitze zu weich geworden war. Die Fahrbahn wird nun bis auf eine Tiefe von 60 bis 70 Zentimetern neu aufgebaut. „Ich gehe davon aus, dass der angestrebte Termin eingehalten werden kann“, so Langentepe. Wenn das klappen sollte, dann ist die Baustelle am 13. September beendet.

Peer Hellerling

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