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Lübeck Stadtwerke setzen auf mehr Service
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18:13 09.08.2016
30,9 Millionen Fahrgäste zählten die 200 Busse sowie die Priwallfähren des Stadtverkehrs im vergangenen Jahr. Die Zahl steigt wieder. Im ersten Quartal 2016 sogar um drei Prozent. Quelle: Fotos: Neelsen, Maxwitat, Dpa
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Lübeck

 Bei Strom und Gas hänge die Entwicklung von den staatlichen Umlagen ab, über deren Höhe im Oktober entschieden werde. Bei Fernwärme und Wasser würden die Preise unverändert bleiben, sagte Schäffner.

„Wir haben Aufträge über 30 Millionen Euro an die Wirtschaft vergeben.“Jürgen Schäffner (Stadtwerke-Chef)
„Innerhalb von fünf Minuten ist der Kunde an der Reihe – das ist Service.“Valerie Wilms (Aufsichtsratsvorsitzende)

Der Energieversorger ist mit einem Marktanteil von 80 Prozent der Platzhirsch in Lübeck. Schäffner: „Wir konkurrieren im Raum Lübeck mit 440 Anbietern beim Strom und 304 Anbietern beim Gas.“

Der kommunale Energieversorger erzielte 2015 einen Jahresüberschuss von 22,1 Millionen Euro (2014: 19,5 Millionen). Drei Millionen Euro werden an den Anteilseigner, die Aachener Stawag, überwiesen.

Zwei Millionen Euro gehen in die Rücklage. Trotz eines erneuten, milden Winters blieben die Umsätze bei Strom, Gas und Fernwärme stabil oder sanken nur leicht. Valerie Wilms (Grüne), Aufsichtsratsvorsitzende des Energieversorgers: „Der Winter ist mal wieder ausgefallen, die Klimaveränderungen treffen uns auch.“

Um Kunden zu halten und neue zu gewinnen, setzt der Stadtwerke-Konzern immer stärker auf besseren Service. In der Servicezentrale in der Geniner Straße wurden die Öffnungszeiten erweitert, außerdem können Kunden unter www.swl.de Termine online vereinbaren. Aufsichtsratsvorsitzende Wilms: „Die Öffnungszeit am Freitag bis 18 Uhr ist äußerst wichtig.“ Berufstätige könnten ihre Anliegen auch dann vortragen, wenn in anderen Behörden und Einrichtungen längst Feierabend sei. Auch die elektronische Buchung funktioniere. Wilms: „So stelle ich mir Service vor.“ Zugleich haben die Stadtwerke neue Produkte aufgelegt. Lübeck-Strom verspricht, dass der Saft aus der Steckdose zu 100 Prozent aus Blockheizkraftwerken und Windrädern vor Ort stammt und immerhin günstiger ist als der Grundversorgungstarif. Mit Lübeck-Solar bietet der Energieversorger ein „Rundum-sorglos-Paket“ bei der Installation von Photovoltaikanlagen für Gewerbetreibende und private Haushalte an.

Auch der Stadtverkehr will mit Service punkten. Kunden können Geld zurück verlangen, wenn Busse nicht pünktlich oder verschmutzt sind. Die im vergangenen Jahr eingeführte App „Mein Lübeck“ sei 18

000 Mal heruntergeladen worden – das seien mehr Zugriffe als bei anderen Verkehrsunternehmen. 50 Prozent der Busse sollen künftig WLan anbieten. In diesem Jahr sollen zwei Elektrobusse angeschafft werden, erklärte Geschäftsführer Willi Nibbe. Kleiner Wermutstropfen: Die Fahrpreise würden im August um 0,9 Prozent angehoben, sagte Nibbe. Diese Entscheidung wird aber nicht in Lübeck, sondern im landesweiten Verkehrsverbund getroffen. Die Zeiten, in denen der Stadtverkehr Fahrgäste durch hohe Preise und Einsparungen im Liniennetz verlor, seien vorbei, sagte Nibbe. „Wir haben wieder Fahrgastzuwächse.“ 2015 waren es ein Prozent mehr, im ersten Quartal 2016 schon drei Prozent mehr. Insgesamt beförderten 200 Busse und die Priwallfähren etwas mehr als 30 Millionen Fahrgäste im vergangenen Jahr. Der Geschäftsführer: „Das ist ein stabiler Trend, das ist keine Eintagsfliege.“

Allerdings fährt der Stadtverkehr trotz steigender Umsatzerlöse (2015: 38,8 Millionen Euro, 2014: 37,5 Millionen) weiterhin Verluste ein. Die betrugen im vergangenen Jahr nur noch 12,5 Millionen Euro – 2003 lagen sie bei knapp 30 Millionen. Besserer Service und der intensive Dialog mit den Kunden würde sich auszahlen, sagte Ulrich Pluschkell (SPD), Aufsichtsratsvorsitzender des Stadtverkehrs.

Der gesamte Konzern aus Energieversorger, Netzgesellschaft und Busbetrieb erzielte 2015 einen Überschuss von 1,1 Millionen Euro (Vorjahr: 500000). Das Darlehen der Stadt über 11,5 Millionen Euro, das den Konzern vor sieben Jahren vor der Pleite rettete, werde jetzt zurückgezahlt, kündigte Schäffner an. Die Verluste würden umgeschuldet und innerhalb der nächsten zehn Jahre abgebaut.

 Kai Dordowsky

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