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Lübeck Stadtwerke wieder in der Erfolgsspur
Lokales Lübeck Stadtwerke wieder in der Erfolgsspur
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21:10 04.07.2017
Lübeck

Die Wende ist geschafft. Der Stadtwerke-Konzern ist wieder in der Gewinnzone angelangt. Mit 2,3 Millionen Euro Plus schließt das größte Unternehmen der Stadt das vergangene Jahr ab. Der Grund: Der Stadtverkehr hat seine Kosten massiv gedrückt. Die Busse fahren nur noch 11,4 Millionen Minus ein – das geringste Defizit der Firmengeschichte. Dieses Defizit wird vom Energieversorger ausgeglichen – der ein Plus von 16,5 Millionen Euro ausweist. Dass die Bussparte von der Energiesparte bezahlt wird, ist das Konstrukt des Konzerns. Der wird durch eine Holding zusammen gehalten, die 2,8 Millionen Euro kostet.

Das Konzern-Plus von 2,3 Millionen Euro dient dem Schuldenabbau. Jetzt drücken den Konzern noch 8,5 Millionen Euro aufgelaufene Defizite. Denn das Unternehmen stand kurz vor der Pleite. Vor acht Jahren hat die Stadt einen Rettungsschirm von 16,5 Millionen Euro aufgespannt. 2013 wurde ein Sanierungskonzept aufgelegt.

„Das Management hat die Chance genutzt, so dass das Unternehmen heute gesund dasteht“, lobt Bürgermeister Bernd Saxe (SPD). Das Darlehen der Stadt haben die Stadtwerke bereits 2016 zurückgezahlt.

„Darauf sind wir stolz“, gibt Stadtwerke-Chef Jürgen Schäffner zu. Denn er hätte die Millionen erst 2019 überweisen müssen. „Wir haben es geschafft“, sagt Stadtverkehr-Chef Willi Nibbe. Und schiebt hinterher: „Daran bin ich nicht ganz unbeteiligt.“ Er ist seit 14 Jahren im Unternehmen, geht Ende Juli in Rente.

Die Bussparte hat Nibbe 2003 mit fast 30 Millionen Euro Defizit übernommen. Zugleich brachen die Gewinne der Energiesparte durch Managementfehler ein. Von 22 Millionen Euro Plus in 2003 ging es runter auf 7,7 Millionen Euro in 2007. Der Konzern verzeichnete ein Defizit von 10,4 Millionen Euro in 2008. Plötzlich war der gesamte Stadtwerke-Konzern in Gefahr. Nibbe wurde mit an die Konzernspitze berufen. Die Stadt gab fünf Millionen Euro als kurzfristige Unterstützung – und gewährte ein 11,5-Millionen-Euro-Darlehen.

Im Sommer 2014 kam Jürgen Schäffner ins Unternehmen, wurde Chef der Energiesparte und sitzt seither mit Nibbe an der Konzern- Spitze. Die Stadtwerke mit ihrer einstigen Behördenstruktur wurden umgekrempelt zum modernen Wirtschaftsunternehmen. Zudem hat der Stadtverkehr die Zahl seiner Mitarbeiter verringert. Während im Konzern 2003 noch 1600 Mitarbeiter beschäftigt waren, sind es nun 1300.

Es gab einen Gesellschafterwechsel: 2013 kauften die Stadtwerke Aachen 25,1 Prozent der Anteile. Und 2015 zog der Konzern in den 17,5-Millionen- Euro-teuren Neubau in Genin.

Die Absatzzahlen: Bei Wasser sind sie mit 11,9 Millionen Kubikmeter gleich geblieben. Bei Energie sieht es anders aus. Heute beziehen 75 bis 80 Prozent der Lübecker Haushalte ihre Energie von den Stadtwerken. Der Verkauf von Gas ist leicht gestiegen von 1364 Gigawattstunden (2015) auf 1440 Gigawattstunden (2016). Der Stromabsatz ist gesunken von 475 Gigawattstunden auf 445. Denn die Stadtwerke haben Kunden verloren. Lichtblick für 2017: Es gibt weniger Kündigungen. Die Stadtwerke haben auch Kundenzuwachs – bei Firmen. Die Hälfte der Energie, die durch die Leitungen zu Unternehmen fließt, wird von den Stadtwerken verkauft. Niederegger, Dräger, IHK, Continental Foods und Priwall Waterfront zählen zu ihren Kunden. Einen Boom erleben die Stadtwerke bei den zentralen Energiestationen für Firmen wie Blockheizkraftwerke. Schäffner: „Da müssen wir vielleicht noch Mitarbeiter einstellen.“

Steigende Buspreise

Drei Preise haben die Stadtwerke im Kundenservice gewonnen. 97 Prozent Kundenanrufe werden innerhalb von 20 Sekunden angenommen. 87 Prozent der Kunden am Schalter müssen keine fünf Minuten warten.

Buspreise steigen am 1. August: Mehrfahrtenkarten um zehn und 20 Cent – von 6,30 auf 6,40 Euro, von 9,10 auf 9,20 Euro und von 11,20 auf 11,40 Euro – je nach Zone. Die höchste Steigerung hat die Monatskarte. Sie steigt von 57,80 auf 59,40 Euro. Die Preise für Einzeltickets bleiben gleich. Grund dafür ist der Schleswig-Holstein-Tarif, der teurer wird.

Josephine von Zastrow

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